In Probezeit kündigen, was beachten?

6 Antworten

Nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch BGB § 622 Abs. 3 hast Du während der Probezeit eine Kündigungsfrist von 14 Tagen zu einem beliebigen Datum, wenn im Arbeitsvertrag oder einem evtl anzuwendenden Tarifvertrag keine längeren oder im Tarifvertrag auch keine kürzeren Fristen genannt sind; für die (schriftliche) Kündigung brauchst Du keine Begründung.

Die Frist beginnt an dem Tag, nachdem der Arbeitgeber die Kündigung erhalten hat, also z.B. am Dienstag (22.10.), wenn Du sie ihm am Montag (21.10.)übergibst; am Montag, den 04.11., wäre dann Dein letzter Arbeitstag.

Ob sich aus der Kündigung eine Sperre beim Bezug von Arbeitslosengeld ergibt, hängt auch davon ab, ob Du tatsächlich wichtige Gründe dafür angeben kannst. Vor Jahren hat ein Arbeitsgericht in Schleswig-Holstein (in einem Einzelfall) darauf erkannt, dass die Kündigung während der Probezeit bei einem selbst gesuchten Arbeitsverhältnis (das also nicht durch Vermittlung der Arbeitsagentur zustande gekommen ist) keine Sperre bewirken dürfe

Da das Arbeitsverhältnis erst seit 3 Wochen besteht, solltest Du Dich mit dem Arbeitgeber auf eine schnellere oder sofortige Beendigung einigen können.

Vielen Dank für die Antwort. Ich hätte da noch ein paar Fragen da Sie sich scheinbar mit der Thematik gut auskennen.

Meine größte Sorge gilt dem Lebenslauf, ist es besser selber zu Kündigen oder sollte die Kündigung von Seiten des Arbeitgebers kommen. Bei letzterm würde ich denke das andere Personaler sich Fragen wieso ich schon nach so kurzer Zeit geflogen bin. Ein Kollege meinte das die Firma sehr Kulant ist und es die möglichkeit gibt einen Aufhebungsvertrag zu unterzeichnen. Was würden Sie mir empfehlen, selber Kündigen oder eine Kündigung seitens des Arbeitgebers?

Ich habe mir die Stelle selber gesucht, also wurde nicht von der Agentur für Arbeit vermittelt. Habe ich da jetzt noch ne Chance darauf das ich keine 3 Monate Sperre bekomme?

Sorry für die dummen Fragen, aber so oft habe ich noch keinen Arbeitsvertrag aufgekündigt!

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@Sonnyx90

Zunächst zum Thema "Sperre": Zu dem von mir erwähnten Urteil gibt es keine weiteren Informationen, ob es Bestand hatte; außerdem stammt es aus den späten 80-ger Jahren und ist wohl als nicht mehr relevant anzusehen, so dass ich auch feststellen würde, dass eine Eigenkündigung in der Probezeit ohne wichtigen Grund eine Sperre zur Folge hat.

Wenn es also um das Thema "Geld" geht, solltest Du Dich vom Arbeitgeber kündigen lassen, da eine arbeitgeberseitige Kündigung in der Probezeit ohne Begründung möglich ist und darum in der Regel keine Sperre zur Folge hat - dabei darf der "Wunsch" zur Kündigung allerdings nicht einmal verdachtsweise durchschimmern.

Was den "Lebenslauf" angeht: Da macht es sich sicherlich besser, wenn Du selbst kündigst oder Dich mit dem Arbeitgeber auf eine vorzeitige Beendigung des Arbeitsverhältnisses einigst - allerdings eben mit der Folge der Sperre, wenn Du der Arbeitagentur nicht einen nachvollziebaren und akzeptablen Grund für die Eigenkündigung nennen kannst und noch keine neue Stelle im sofortigen Anschluss hast; auch der Aufhebungsvertrag wwürde zu einer Ssperre führen.

Was für Dich wichtiger ist, musst Du selbst entscheiden.

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Über die Kündigungsfrist wurdest Du ja schon von Familiengerd umfassend informiert.

Wenn Du selbst kündigst, zieht das eine Sperre des ALG nach sich. Da spielt es keine Rolle, ob Du die Stelle selbst gefunden hast oder ob sie Dir vermittelt wurde. Bei einem Aufhebungsvertrag wirst Du i.d.R. auch eine Sperre bekommen, da Du damit einverstanden warst, Deinen Arbeitsplatz aufzugeben.

Nicht gesperrt wirst Du bei einer Kündigung von Arbeitgeberseite (sofern es keine fristlose ist, da dann meist Eigenverschulden zu Grunde liegt). Ich bezweifle, dass es bei einem zukünftigen AG eine große Rolle spielt, ob Du oder der AG (fristgerecht) gekündigt hat. In beiden Fällen wird sich der AG bei einer so kurzen Beschäftigung seine eigenen Gedanken machen.

Heißt das etwa das ich jetzt in meinem Lebenslauf für immer gebrandmarkt bin nur weil ich einmal die falsche Entscheidung getroffen habe und einen Job nach kurzer Zeit gekündigt habe. Ich verzweifel grade echt ein bisschen, ich möchte den Job aber auf keinen Fall weiter machen. Das ich jetzt von der Agentur für Arbeit gesperrt werde ist zweitrangig, da ich finanziell gut abgesichert bin, aber das ich jetzt Beruflich einen fetten Bock schieße das ärgert mich unheimlich. Es gibt aber keine andere möglichkeit ich möchte das nicht mehr weiter machen da mir der Job aber sowas von überhaupt nicht liegt!!!!

Die Firma war bisher auch echt Fair zu mir und ich möchte jetzt nicht eine schlechte Leistung erbringen weil der Job mir nicht liegt und der Firma nur unnötig Geld kosten. Aber ich will natürlich auch nicht meine Berufliche Zukunft wegschmeißen! Wenn ich das vorher gewußt hätte, hätte ich dort nie unterzeichnet. Aber hätte hätte Fahrradkette.

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@Sonnyx90

Gibt es denn eine möglichkeit wie ich da jetzt einigermaßen unbeschadet wieder herauskomme, was würdet ihr mir Empfehlen wie ich vorgehen soll?

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in der probezeit kann man jederzeit ohne angaben von gruenden das verhältnis auflösen...du brauchst es also nur dem arbeitgeber mitzuteilen. es ist aber so das es meist 1 promemonat gibt und dann gibt es nochmal 3 weitere monate indem eine auflösung möglich ist...lies den vertrag nochmal und rede mit dem chef, ist das beste....da kommst du leicht raus wieda.

Ein Arbeitskollege meinte die wären sehr kulant und ich würde einen Aufhebungsvertrag bekommen wenn ich keine Lust mehr hätte, oder sollte ich besser von mir aus eine Kündigung schreiben?

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@Sonnyx90

Sprich mit Deinem Arbeitgeber über Deine Probleme mit der Stelle und ob er mit einer einvernehmlichen sofortigen Beendigung einverstanden ist (schriftlich); wenn er sich nicht darauf einlassen will, bleibt Dir dann nur die Kündigung.

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es ist aber so das es meist 1 promemonat gibt und dann gibt es nochmal 3 weitere monate indem eine auflösung möglich ist

Was ist das denn für eine Aussage???

Erstens ist in der Frage von einer Probezeit von 6 Monaten die Rede; zweitens ist im BGB § 622 Abs. 3 geregelt, dass während einer vereinbarten Probezeit (aber längstens für 6 Monate - denn die Probezeit selbst kann natürlich kürzer, darf aber auch länger vereinbart werden) eine 14-tägige Kündigungsfrist gilt - wenn nichts anderes vereinbart worden ist.

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