In meinem Umfeld ist ein Alkoholiker. Wenn der Alkohol nicht wäre - ein herzensguter Mensch.

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11 Antworten

Pass auf, dass Du nicht zum Co-Alki wirst (u.a. Helfers-Helfer) von ihm. Nur er allein kann / muss etwas tun. Du kannst ihm Vorschläge machen z.B. Beratungsstellen oder Selbsthilfegruppen. Mach das zwei.dreimal. Falls sich bei ihm nichts tut - lass ihn fallen !!! Kein Kontakt mehr !!! Gnadenlos. So war es bei mir . Erst danach hab ich endlich begriffen, dass ich durch den Suff mein Leben schon zum großen Teil ruiniert hatte. Nach meiner Therapie geht es von Woche zu Woche von Monat zu Monat immer aufwärts (in punkto allgemeines Leben). Wichtig ist auch nach einer evtl. Langzeittherapie am Ball zu bleiben, denn Sucht behält man ein Leben lang in sich - und sich einer Alkoholselbsthilfegruppe anzuschließen. Ich war auch ein herzensguter Mensch. Der Suff hat alles aber auch alles zerstört. Ich denke Dein Bekannter / Freund ist aber noch nicht so weit wie ich es oben beschrieben habe.

Mit einem alkoholkranken Menschen muss man zuerst allemal umgehen können. Der erste und wichtigste Punkt ist "Gib ihn nicht auf". Das modische Fallenlassen ist unmenschlich und hilft gar nichts. Das Nichtaufgeben erfordert aber auch eine große Kraft: Man muss ihn nämlich aushalten können und darf zugleich nicht von ihm abhängig werden (Co-Abhängig- keit) und wenn er auch noch so fleht und bittet. Der zweitwichtigste Schritt ist: "Bring ihn dazu, dass er sich selbst nicht mehr mag und nicht mehr ertragen kann". Gelegenheiten dazu gibt es gerade bei solchen Menschen genug, auch unter Einbeziehung des Umfeldes. Erst wenn er dann selbst aus eigener Überzeugung und mit eigenem Willen eine Therapie macht, kann er geheilt werden.

So lange er nicht selbst einsieht, daß er KRANK ist- nämlich alkoholabhängig, kann man gar nichts machen. Das Distanzieren als Lösung finde ich unmöglich, sowas macht kein richtiger Freund! In unserem Bekanntenkreis ist auch ein Alkoholiker, wir haben ihn des öfteren konfrontiert und bieten auch keinen Alkohol an, aber so lange er nicht von allein was macht, kann man gar nichts machen...

Bevor man sich selbst mit runterziehen läßt, ist ein Distanzieren sehr wohl möglich. Viele Alkoholiker wachen erst auf, wenn keiner mehr da ist, auf den man sich stützen kann.

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@Mokli1

...oder rutschen erst recht ab. Kann man halten wie man will, ich denke, es kommt auch ganz auf den Charakter des Alkoholikers an.

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@Mokli1

Genau so war es bei mir. Durch das gnadenlose Fallenlassen von ALLEN bin ich erst "aufgewacht" und hab ne Langzeittherapie gemacht. Wunderschöne 12 Wochen, weil psychologisch und allgemein menschlich sehr, sehr lehrreich und einfach toll (mehr Selbstwert erlernt, neue Freunde gewonnen, das allg. Leben ist wieder da etc. .....). In der nassen Zeit war es ein krankmachendes, entwürdigendes Siechtum !!!!!! Leute - ich hör morgens um 5 Uhr wieder die Vögel zwitschern, stellt Euch das mal vor !!!! :-)) In der nassen Zeit hab ich um 5.30 Uhr schon die ersten 3 Korn "gezwitschert". da war nix mit die Welt erleben. Nur Suff, Suff, ein bisschen Schlafen, dann kam der Entzug /Flattermann) - nix wie hin zur Tankstelle oder Kiosk !! Nachblickend einfach EKELHAFT - ENTWÜRDIGEND. Das ist aber das Wesen der Sucht !

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Du kannst ihm nicht helfen.Wir haben in der nahen Verwandtschaft eine Alkoholikerin, sie trinkt seit über 30 Jahren u.gibt bis heute nicht zu, dass sie trinkt.Und das, obwohl ihre Ehe daran zerbrach,sie anschliessend von Sozialhilfe leben musste, sehr oft fiel u.sich die Knochen brach u.jetzt mit Anfang 70 schon mehrere Jahre im Pflegeheim lebt mit fortgeschrittener Leberentzündung u.körperlich ein Wrack.Und sie trinkt weiter! Sie hat ihr Leben lang genug Hilfsangebote gehabt u.hat sie alle ausgeschlagen.Hat ihrer Familie das Leben zur Hölle gemacht.Du gehst selber daran kaputt, wenn du versuchst zu helfen.DAs ist ein aussichtsloser Kampf, den nur ganz,ganz wenige gewinnen.

ihm klarmachen, daß man sich von ihm distanzieren wird wenn er sein Verhalten nicht ändert. Jegliche Bemühungen werden in nur darin bestärken, daß er so weitermachen kann

Helfen kann nur er sich. Solange er nicht einsieht, dass er alkoholabhängig ist, kann man nicht helfen. Manche müssen sehr tief fallen, bevor sie einsehen, dass sie krank sind. Wenn er aber um Hilfe bittet, sollte man da sein

Nicht zum Co-Alkoholiker werden.
Konfrontiere ihn mit seinem Verhalten und beende notfalls den Kontakt.
Alkoholiker müssen meistens tief fallen um eine Entziehung zu machen.

Jede noch so kleine Tolerierung des Problems oder gar Verständnis sind absolut kontraproduktiv. Nur harte Konsequenzen helfen Alkoholikern. Einzig und allein eine Unterstützung in Richtung Therapie macht Sinn.

Wenn die Menschen nicht wären, hätten wir eine tolle Welt!

Ich will damit sagen, du wirst nichts ändern können, schon garnicht durch Zuwendung. Er würde sich zu recht sagen, "seitdem ich trinke erfahre ich viel mehr Zuwendung".

Manche Alkoholiker schaffen den Absprung, die meisten nicht. Eine junge Frau aus meinem Bekanntenkreis hat sich zu Tode getrunken. Sie ist irgendwann mitten auf der Straße zusammengebrochen.

Wir hatten uns alle sehr um sie bemüht. Umso größer war unser Schmerz.

Er kann sich nur selbst helfen, indem er bereit ist, sich in einer Therapie zu begeben. Solange er nicht selber etwas ändern will, ist jede Hilfe vergebens.

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