in meinem betrieb sollen wir alle eine zusatz vereinbarung unterschreiben zur urlaubskürzu bei 15 fehltagen. das wir nur 20 urlaubstage bekommen (die Gesetzlic?

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4 Antworten

Keinesfalls die Vereinbarung unterschreiben!

Und mal den Chef u.a. auf Nachfolgendes hinweisen:

https://www.arbeitsrecht.org/gesetze/burlg/

Allein hier stehen MINDESTENS 24 Urlaubstage jährlich und nicht wie im Betrieb des Fragestellers nur 20 Tage.

Urlaubssperren dürfen NUR wegen dringend betrieblicher Gründe (z.B. arbeitsintensive Auftragslage) verhängt werden. Wobei dies jedoch kein Dauerzustand sein darf.

Erzwungene Urlaubsverkürzung bzw. Urlaubsstreichung durch den Arbeitgeber bei Krankheit: Unzulässig! Querverweis auf:

Das hat das LAG Bremen in seinem Urteil vom 01.09.2009 (Az: 2 Sa. 111/08)entschieden:

Das LAG Bremen hat entschieden, dass ein Arbeitgeber keinen Anspruch auf
Änderung des festgelegten Urlaubs seines Mitarbeiters hat, auch wenn
dieser zuvor krankheitsbedingt fehlte. Eine Maßregelung seitens des
Arbeitsgebers ist ebenfalls unzulässig.


Die Grenzen für die Zulässigkeit, einen bereits festgelegten Urlaub wieder zu ändern, sind durch das Bundesurlaubsgesetz
(BUrlG) eng gefasst. So entfaltet ein genehmigter Urlaub grundsätzlich unwiderrufliche Bindungswirkung und kann regelmäßig nicht einseitig geändert werden. Eine nachträgliche Änderung bedarf einer ausdrücklichen Vereinbarung zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber. Vom Grundsatz, dass bereits genehmigter Urlaub bindend festgelegt ist, kann ohne ausdrückliche Vereinbarung nur in ganz dringenden Ausnahmenfällen abgewichen werden, z. B. bei einem Katastrophenfall oder wenn so viele Arbeitnehmer plötzlich erkranken, dass die Produktion gefährdet wäre.

Dann wäre übrigens auch ein Rückruf aus einem bereits angetretenen Urlaub möglich, wobei dem Arbeitnehmer die Kosten für die vorzeitige Rückkehr
zu erstatten sind.

Quelle: DIHK - Arbeitsrecht

Schweißen ohne Schutzvorrichtungen wie Absaugung etc:

Pers. Empfehlung daß wenn der Chef seine Mitarbeiter weiterhin so drangsaliert, eine anonyme Anzeige (per Postbrief) an die zuständige Gewerbeaufsicht bzw. Zoll schicken.

Den Postbrief jedoch keinesfalls in der Nähe des Privatwohnorts einwerfen, sondern besser in der Nähe des Firmensitzes. So können der Chef und Co..im Zweifelsfalle schwerer nachvollziehen, wer ihnen mit der Gewerbeaufsicht "ein Ei ins Nest legte".

NICHT unterschreiben !!!!!  Niemand kann Dich zwingen. Ist ganz einfach.... und: Haltet zusammen, so dass niemand unterschreibt, sprecht Euch ab !

Wenn Ihr unterschreibt, dann habt Ihr verloren !

Ausserdem: Schweissen ohne Absaugung und ohne Sicherheitsschuhe etc. ist ein Fall für die Gewerbeaufsicht oder Amt für Arbeitsschutz ....
Aber vorsicht, wenn - dann nur im geheimen und anonym informieren, das darf nämlich sonst höchstens der Betriebsrat, den ihr ja scheinbar nicht habt.


Kleiner Nachtrag:

Ich sollte auch mal einen "Anhang zum bestehenden Arbeitsvertrag" unterschreiben. War aber eher harmlos, aber ich sah es dennoch nicht ein.
Ich gab unserem Personaler das Schreiben zurück mit den Worten:

"Unterschreibe ich nicht, bin ich nicht mit einverstanden."

Er war völlig hilflos und mit der Situation irgendwie völlig überfordert, denn andere hatten unterschrieben. Ausser sich bellte er:
"Jetzt bekommen sie richtig Probleme, das tut mir ja leid für sie, aber da müssen sie dann durch !!"

Ich sagte dann: "Ja klar, schauen wir mal...."

Er ist mittlerweile wegrationalisiert worden, ich arbeite immernoch dort....

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Krankentage sind keine Urlaubstage. Nicht unterschreiben!

Kein Vertrag? Keine Gewerkschaft? In welchem Betrieb arbeitest Du denn????

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