In Haus zusammenziehen, Ex steht leider im Grundbuch, macht Stress

8 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

möchte ich klare Verhältnisse

Zunächst: Mit Scheidungsantrag wäre eine einvernehmliche Scheidung auszusprechen: ein obligatorisches Trennungsjahr liegt ja offensichtlich bereits vor. Hier könnte sie allerdings 3 Jahre auf Zeit spielen.

Bzgl. des Hauses wäre tatsächlich eine Alleineigentumsregelung zu schaffen: Idealerwesie kauft dein LG ihr den hälftigen Verkehrswert der Immobilie schlicht ab oder verrechnet dies mit Forderungen aus Zugewinn bzw. Hausratteilung oder in Anrechnung auf ggf. zu gewährenden Trennungsunterhalt.

Andernfalls habt ihr ein echtes Problem: Sie darf anteilig fiktive Mieteinnahmen verlangen, die um Ihre hälftige Kostentragungspflicht (Steuern, kommunale Abgaben, Versicherungen usw.) bereinigt wurden und dein Mann hat als **Mit*eigentümer keine alleiniges Nutzungsrecht ohne Zustimmung.

Deinen Einzug kann sie allerdings nicht verhindern, sich aber die Ehewohnung gerichtlich zuweisen lassen, so sie denn dort leben möchte.

Das Gleiche gälte nach seinem Tod oder Scheidung: Solange sie im Grundbuch steht, hat sie Mitspracherecht bei der Nutzung, Belastung oder Verkauf der Immobilie und ein Vorkaufsrecht zu deinen Ungunsten :-O

G imager761

Sie wohnt in dem 1. Haus, dass sie sich vor etlichen Jahren gekauft haben. Er ist dann bei der Trennung ausgezogen, hat woanders zur Miete gewohnt und später das 2. Haus gekauft. Warum er das mit ihr zusammen gemacht hat, werde ich nie begreifen, aber die Gegenheiten sind jetzt wie sie sind. Das 1. Haus (in dem sie lebt) ist mind. das doppelte Wert von dem 2. Haus. Müsste sie ihn dann nicht auszahlen bzw. kann man das nicht gegen ihren Anteil am 2. Haus verrechnen, so dass es sich ausgleicht und sie damit raus ist ?

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@Kruemel73

Woher weißt du, dass Haus 1 doppelt soviel wert ist, wie Haus 2? In deiner Frage stand nichts von 2 Häusern, daher konnte man darauf auch nicht eingehen. Wer steht als Eigentümer im Grundbuch bei Haus 1? Äußerst schleierhaft erscheint mir, dass er das 2. Haus zusammen mit seiner Ex nach der Trennung gekauft hat.

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@StupidGirl

Sorry, dass ich das 1. Haus bei meiner ursprünglichen Frage nicht mit einbezogen habe... Das Haus hat damals ca. 300.000 DM gekostet (ist top in Schuß), dass 2. Haus hat 55.000 € gekostet. Im Grundbuch sind sie bei beiden zu gleichen Teilen eingetragen. Tja, dass ist wirklich eine sehr gute Frage, warum er das 2. mit ihr zusammen gekauft hat, dass werde ich nie begreifen.

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@Kruemel73

Zwischen dem Kaufpreis und dem tatsächlichen Wert eines Hauses kann ein großer Unterschied bestehen. Abgesehen davon kann mit den Jahren der Wert eines Hauses sinken oder auch steigen, je nachdem ob und wieviel man investiert hat. Du kannst also nicht grundsätzlich den damaligen Kaufpreis zugrunde legen. Wobei ein Haus für 55.000 € schon eine ziemliche Bruchbude sein muss (sorry). Das ist sicherlich auch von der Lage des Hauses abhängig, aber dieser Preis ist ziemlich niedrig.

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@Kruemel73

Krümel - die genauen Eigentumsverhältnisse sind aus meiner Sicht vollkommen egal. Ob sie ein Blutegel oder eine lästige Zecke ist, ebenfalls.

Dass sind zwar alles keine riesigen Werte, aus denen ich ableiten könnte, dass bei den beiden Geld keine wirkliche Rolle spielt, aber wenn man seine Lebensplanung neu aufstellt - und das tust du ja gerade - sind das nur zwei Steinhaufen.

Wenn dein Partner in wirtschaftlich geordneten Verhältnissen lebt - sich also in dieser Hinsicht nicht irgendwelchen Sachzwängen beugen muss - sind ganze andere Dinge wichtig.

Solange das Haus irgendeine tiefere Bedeutung hat, ist das eine Waffe, die seine Ex gegen euch verwenden kann. Und es liegt wirklich nur in eurer Hand, ob ihr das zulassen wollt.

Wichtig sollte sein, dass ihr glücklich und zufrieden leben könnt und nicht erpressbar seid. Wenn ihr einmal zu dieser Einstellung gekommen seid, könnt ihr sehr entspannt leben. DAS ist purer Luxus - nicht die materiellen Dinge, die man so um sich herum anhäuft.

Alles andere unterliegt ohnehin geltendem Recht und darum können sich dann die Anwälte kümmern, OHNE dass ihr das zu einer Belastung für euch macht.

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@Kruemel73

Ich danke dir für deinen HA, verstehe gerade deshalb aber nicht, wie die Vermögensverhältnisse der Scheidungswilligen dein zukünftiges Leben prägen.

Solange die Ex-Frau Miteigentümerin eures zukünftigen Wohnsitzes ist und ohne pekunären Zwang als Druckmittel durchaus bleiben will, hast du immer das Damokleschwert eines wenig beschaulichen Neuanfangs mit ihrer allgegenwärtigen Intervention in dem Haus über dir :-O.

Ob dich dein Partner an dem Haus beteilgen will (gebranntes Kind scheut Feuer und eure Beziehung mag ebenso enden!) oder nicht - solange es kein Ankauf ihrer Anteile und Alleineigentumsrecht deines Fruendes gibt. lebst du mit einer Unsicherheit.

Entweder verlangt man diesen Zustand oder zieht dort im Zweifel nicht ein und sucht sich etwas eigenes, nicht fremdbestimmtes (und teilfinanziertes Miteigentum, aus dem man nicht einfach rausgeschmissen werden kann) - das wäre mein Rat an dich.

Viel Erfolg euch beiden :-)

G imager761

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Solange die noch mit deinem Freund verheiratete Frau als Miteigentümerin im Grundbuch steht, hat dein Freund nicht alleinig das Recht, Räume im gemeinsamen Wohnaus an Dritte zu vermieten, auch die Untervermietung ist damit nicht möglich. Ohne die Miteigentümerin gibt es keinen Mietvertrag. Imager761 hat die juristische Seite ausreichend dargestellt. Suche dir eine Briefkastenwohnung in der Nähe und besuche deinen Freund regelmäßig bis zu 3 Monate, melde dich dann bei deinem Vermieter und begib dich wieder auf Besuch. Zwischenzeitlich kann sich die Situation ändern. Mit Stress verbunden aber machbar ist die Lösung des Eigentumsproblems deines Freundes. 2 Häuser in Selbstnutzung müssen getrennt werden, sodass jeder Teileigentümer ein Haus für sich allein behält. Die Frau wird das nicht freiwillig vornehmen. Ehescheidungsantrag und Scheidung durchsetzen. Vermögenstrennung einvernehmlich oder durch Gericht herbeiführen. Grundbücher bereinigen. Dauer der Klärung geschätzt etwa ein Jahr.

Du ziehst in die Wohnung des Mannes. Wenn er eine Wohnerlaubnis hat, kann er Dich als Lebensgefährtin und Untermieterin aufnehmen. Damit hat die Miteigentümerin nichts zu tun. Ohne Vertrag hast Du keine Sicherheit, der Mann kann Dich jederzeit vor die Tür setzen - die Frau nicht.

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