Kann ich im Eigentum des Vaters für Nebenkosten wohnen?

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1 Antwort

Vieles was du schreibst hört sich wirklich krass an, spielt aber zur Klärung deiner Frage keine große Rolle mehr.

Dein Onkel hätte wesentlich früher alles regeln können und müssen. Insbesondere wenn die Brüder sich seit Jahren gehasst haben.

Nun gut, dafür ich es jetzt zu spät. Ich gehe mal davon aus, dass dein Vater inzwischen rechtskräftig Eigentümer des Hauses ist und auch bereits im Grundbuch steht - Richtig?

So wie du die Sache beschreibst ist das vorrangige Ziel deines Vates, einfach jeden nachmöglichkeit abzocken zu wollen. Das erdabei nicht einmal vor den eigenen Kindern zurück schreckt lässt schon tief blicken, was den Charakter angeht.

Moralisch verwahrlost zu sein ist in Deutschland nicht verboten.

Zu prüfen wäre jedoch in wieweit diese Abzocke überhaupt zulässig ist. Denn wie du deinen Vater beschreibst, beruft er sich gerne auf seine Rechte als Vermieter, nimmt aber die Pflichten nicht sehr genau.

Fakt ist, dass dein Vater als Vermieter als Unternehmer handelt und selbstverständlich steuerlich auch so behandelt wird.

Das heißt, um es einfach mal kurz anzusprechen: Die Einnahmen aus Vermietung müssen versteuert werden. Ausgaben hingegen die für den Betrieb (Wohnungsvermietung) erforderlich sind, können steuerlich geltend gemacht werden.

Auf den ersten Blick habe ich mich gewundert, weshalb dein Vater dich kostenlos wohnen lässt. Dieses "großzügige Angebot sofort nach der Ausbildung aufgehoben und in ein Mietverhältnis zum Höchstpreis geändert werden soll.

Meine Vermutung: Bekommst du während der Ausbildung noch Kindergeld?

Das wäre nämlich die einzige Situation, in der dein Vater steuerliche Vorteile hat.

Haushaltsnahe Dienstleistungen steuerlich geltend machen!

Das funktioniert so:

Dein Vater stellt seinem Sohn während der Ausbildung kostenlosen Wohnraum (eigene Wohnung) zur Verfügung.

Da er für die Wohnung keine Miete (Einnahmen) erzielt, bedeutet dies einen wirtschaftlichen Verlust (Dein Vater ist ja Unternehmer). Verluste kann ein Unternehmer bei der Steuerlast gegen rechnen. Und zwar in der Höhe der Miete, die er üblicherweise für die Wohnung verlangen könnte.

Fällt der Anspruch auf Kindergeld weg, gibts auch keine Steuervorteile mehr. Und so traurig sich das anhört, dann hat dein Vater keinen Vorteil mehr indem er dir die Miete erspart. Und offensichtlich hat er auch keine Skrupel die Höchstmiete von dir zu verlangen.

Was dein Vater dir da erzählt von wegen dem Ärger mit dem Finanzamt ist einach nur Quatch.

Dein Vater bekommt lediglich Ärger mit dem Finanzamt, wenn er seinen steuerlichen Pflichten nicht ordnungsgemäß nachkommt.

Dazu gehört zum Beispiel das Verlangen und Kassieren von Nebenkosten, ohne entsprechende Belege. Diese sind jedoch zur Buchung unverzichtbar.

Dein Vater muss nämlich jede Art von Einnahmen sowie die Ausgaben nachweisen können.

In Deutschland besteht Vertragsfreiheit. Und das Finanzamt schreibt keinem Vermieter vor wie viel Miete er verlangen muss.

Es ist zwar immer günstiger eine kleine Miete zu zahlen als überhaupt keine. Doch das hat nichts mit dem Finanzamt zu tun, sondern mit dem Mietrecht.

Sobald du aber 50,- Euro für eine 100 m² Wohnung zahlst, ist die Mietvertrag retsgültig, egal ob du nur 50 Cent pro m² zahlst.

Dein Vater ist nicht ein Abzocker sondern auch ein Lügner.


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