In dubio pro reo und zweifelsfrei

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10 Antworten

Es gibt nur einen Freispruch.Der Unterschied wird nur im Volk gemacht.Da ist ein Freispruch erster und zweiter Klasse die Rede .Rechtlich ist da kein Unterschied.

Fantho 08.07.2011, 16:55

Super, Danke

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strandparty 23.07.2011, 21:10

Noch vor einigen Jahren gab es aber diesen Unterschied. Ich glaube das Urteil, das auf bewiesener Unschuld fußte, war zugleich ein machtvolles Mittel, damit der Freigesprochene später gegen Falschanschuldigungen vorgehen konnte.

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Ohne Zweifel bedeutet daß alle davon restlos von der Unschuld des Angeklagten überzeugt sind. Haben Richter und Schöffen Zweifel, so spricht einiges für die Schuld des Angeklagten aber die reichen nicht für eine Verurteilung weil eindeutige Beweise fehlen. Es gibt also keine eindeutigen Hinweise für die Schuld. Wenn diese nicht zweifelsfrei festgestellt werden kann gibt es dann ein "in dubio pro reo"

Es gilt die "Unschuldsvermutung". Wenn einem Beklagten nicht einwandfrei seine Schuld nachgewiesen wird, ist er frei zu sprechen Nicht er muss seine Unschuld beweisen. Er kann ohne weiteres auch im Prozess sogar lügen.

In dubio pro reo - sagt schon - es können Zweifel bestehen - aber...... es gibt auch die Möglichkeit, daß der Angeklagte die Tat nicht begangen hat, da es auch noch andere Täter dazu gibt und man nicht "zweifelsfrei" die Tat nachweisen kann. Freispruch zweifelsfrei bedeuted, daß man z.B. während einer Gerichtsverhandlung eindeutig einen anderen Täter ausfindig machen konnte, und dem Angeklagten eine Tat nicht nachgewiesen werden kann. Das ist zumindest mein Wissen zu diesen Punkten. MfG Inais

was verstehst du denn nicht? in dubio pro reo ist freispruch der zweiten klasse, denn es besagt lediglich, dass die beweise für eine verurteilung nicht ausreichen, es heißt AUSDRÜCKLICH nicht, dass das gericht von der unschuld des angeklagten überzeugt ist. freispruch ohne zweifel ist das bestmögliche, was ein angeklagter erreichen kann. die auswirkungen sind dabei eher mittelbar und beziehen sich auf das soziale umfeld des angeklagten.

z.b. andreas türk wurde vor etliche jahren schon von vorwurf der vergewaltigung freigesprochen, konnte jedoch nie wieder im fernsehen fuss fassen und ist als öffentliche person erledigt. das gleiche könnte dem jörg kachelmann blühen.

Fantho 08.07.2011, 16:54

Ob diese Unterscheidung irgendwelche Auswirkungen für Freiogesprochenen haben könnten? Für mich ist ein Freispruch, ein Freispruch ohne Wenn und Aber. Ist diese Unterscheidung nur eine bürokratische (juristische) 'Feinheit'?

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affenjungr 08.07.2011, 17:09
@Fantho

schön dass es für dich so ist, für so ziemlch alle anderen ist es schon ein unterschied. es ist überhaupt keine bürokratische feinheit, sondern es sind lediglich tatsachen, die sich in der urteilsbegründung widerspiegeln. und das wiederum hat womöglich auswirkungen auf das soziale umfeld des angeklagten, denn leute unterscheiden eben zwischen 100%ig unschuldig oder "schuld lässt sich nicht beweisen" oder "wahrscheinlich unschuldig". gerade juristisch jedoch st ein freispruch eben ein freispruch.

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Zweifelsfrei bedeutet, dass das Gericht wirklich gute Beweise hat, um eindeutig die Täterschaft nachzuweisen und zu belegen.

In dubio pro reo bedeutet, dass es zwar Beweise gibt, die man aber so oder so auslegen kann. Sicher gegen den Angeklagten, aber vielleicht auch für. Hier bestehen also manchmal kleine, manchmal große Zweifel gegen die Täterschaft.

Es gibt doch im Prinzip zwei Arten von Freisprüchen. Beim Freispruch erster Klasse ist zweifelsfrei erwiesen, das der Angeklagte diese Tat nicht gemacht hat.

Das andere ist ein Freispruch zweiter Klasse. Dem Angeklagtem kann die Tat nicht zweifelsfrei nachgeweisen werden. Damit wird er nicht Verurteilt, aber auch nicht zweifelsfrei als Unschuldig deklariert. Somit bleibt immer ein Restzweifel, ob der Angeklagte es nun war oder nicht. Oft gilt man dann als Täter, der nur aus Mangel an Beweisen nicht verurteilt wurde.

Im ersten Fall reicht die Beweislage nicht für eine Verurteilung aus - im zweiten Fall wurde die Unschuld zweifelsfrei anhand der Beweislage bewiesen - rechtlich sind sie aber gleich zubehandeln ... nur in der Begründug fällt es dann anders aus

Beides schließt sich gegenseitig aus. Wenn also die Schuld zweifelsfrei bewiesen ist, kann es keine Zweifel an der Schuld des Angeklagten mehr geben und es heißt eben NICHT "im Zweifel für den Angeklagten". Das besagen aber eigentlich schon die Begriffe...

Näher kann ich Deine Frage nicht beantworten, da ich den Zusammenhang nicht kenne und nicht weiß, worauf Du hinaus willst...

hast du dir das nicht soeben selber beantwortet ? ^^

Fantho 08.07.2011, 16:57

ich frage nicht nach begrifflicher Unterscheidung, sondern nach rechtliche Auswirkung für den Fragesteller. Aber Antwort habe ich bereits zur Befriedigung erhalten. Danke

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