In der Psychiatrie arbeiten wenn man selbst mal krank war?

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14 Antworten

Theoretisch sollte eine frühere Erkrankung, egal ob seelisch oder körperlich, kein Hinderungsgrund für den Beruf sein. Du musst dies ja auch nirgendwo angeben. Praktisch aber ist das oft anders. Eine ehemalige Nachbarin ist gelernte Ergotherapeutin und hat später im Kindergarten gearbeitet. Irgendwie ist dann ihre Borderlinestörung bekannt geworden, die sie auch erfolgreich überwunden hatte und wurde gekündigt. Sie ist zwar rechtlich dagegen vorgegangen, hat aber irgendwann aufgegeben weil es ihr zu stressig war. Wenn du also die seelische Kraft hast, eventuellen Anfeindungen zu wiederstehen, versuchs einfach.

katzemaunz 03.04.2014, 00:21

Wow, das ist krass, dass deiner ehemaligen Nachbarin gekündigt wurde. Ich denke, ich wäre dann bereit, das Risiko einzugehen; man braucht ja allgemein immer ein wenig Glück mit seinen Arbeitgebern... Vielen Dank für die ehrliche Antwort, das ist wichtig für mich

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sojosa 03.04.2014, 09:18
@katzemaunz

Das ist die richtige Einstellung. Man muss im Leben immer mal was riskieren, nur so kann man seine Ziele verwirklichen. Ich wünsch dir alles gute und viel Erfolg bei allem was du anpackst.

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FrauWinter 03.04.2014, 10:19

Borderline kann nicht geheilt werden. Durch Therapie hat man lediglich die Möglichkeit es recht weit einzudämmen. Ein neuer Schub ist allerdings jederzeit möglich.

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sojosa 04.04.2014, 00:02
@FrauWinter

Das weiß ich und sie hatte auch immer mal wieder Probleme, doch sie hat gelernt damit umzugehn und kommt besonders seit der Geburt ihrer Tochter gut damit klar.

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Wohlergehen 04.04.2014, 12:54
@sojosa

Das finde ich die Höhe, wenn von "Borderlein" gesagt wird, dass es unheilbar ist, nachdem es auch eine "Diagnose" ist, die wohl per Abstimmung in das DSM, Buch der Psychiater kam. Zudem ist jeder Mensch ein Original.

Selbst bei Krebs gibt es Spontanheilungen und sollte vor Gott nicht möglich sein, einen menschen wieder zurecht zu bringen?

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FrauWinter 04.04.2014, 13:59
@Wohlergehen
  1. hat das mit Gott nichts, aber auch gar nichts zu tun.

Es gibt Erkrankungen, die heilen und es gibt Erkrankungen, die heilen eben nicht.

Ins DSM kommt auch keine Erkrankung, weil man mal eben nen lustigen Tag hatte und es da ganz hübsch aussieht in der Liste. Ob man nun darüber abgestimmt hat oder nicht, oder wie man das Kind nun nennen mag - es gibt Leute, die massiv darunter leiden. Willst du sagen, die haben alle nichts? DAS fände ich die Höhe.

Man kommt auch nicht einfach so zu der Idee, dass es keine Heilung gibt. Das alles fußt auf wissenschaftlichen Untersuchungen und Statistiken. Wenn da steht, es gibt keine Heilung und die Betroffenen leiden mitunter immer wieder nach "Ruhephasen" an Rückfällen, dann wurde das sicher nicht erfunden, sondern schlichtweg bei diesem Krankheitsbild von unzähligen Psychiatern und Therapeuten, also Fachleuten die auch in der Richtung forschen, beobachtet. Wenn - auch nur ein geringer Prozentsatz - nachgewiesenermaßen nie unter Rückfällen zu leiden hätte, dann würde niemand behaupten, dass es nicht Heilbar ist.

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katzemaunz 04.04.2014, 21:17
@FrauWinter

Ich kann Wohlergehen nur zustimmen, als Selbstbetroffene. Eben dieses Schubladendenken ist Schuld, dass die Krankheit so stigmatisiert ist. Klar, gibt es Patienten die immer wieder heftige Rückschläge erleiden, aber ich kenne Leute, bei denen es nicht der Fall war. Es ist eine Persönlichkeitsstörung und Persönlichkeit kann sich ändern. Niemand, aber auch wirklich niemand, hat den Beweis dass die Krankheit nicht heilbar ist. Studien und "unzählige" Psychiater sind kein Beweis für mich, da sich auch die Götter in weiß sehr wohl irren können. Eben dieses Argument ist entmutigend und man fühlt sich somit hilflos ausgeliefert. Das heißt doch trotzdem nicht das die Krankheit nicht schlimm genug wäre, ins DSm zu kommen.

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Ostsee1982 05.04.2014, 14:27
@katzemaunz

Ich kann hier FrauWinter auch nur absolut zustimmen. Hier reden Leute über Erkrankungsbilder die vom klinischen Alltag absolut keine Ahnung haben aber gescheit für 3 sind und zu allem eine Meinung mitbringen.

Nicht nur Borderline sondern Persönlichkeitsstörungen im Allgemeinen gelten wissenschaftlich als nicht heilbar!! Man hat die Möglichkeit in Form von Psychotherapie die Symptome so weit einzuschränken das man nahezu beschwerdefrei leben kann aber vor einem "Rückfall" ist man trotzdem nicht geschützt. Ein Laie der von der Materie Null Ahnung hat und trotzdem seine Meinung über die wissenschaftsbasierte Medizin stellt wo jahrelange Studien durchgeführt werden da ist leider auch erkennbar wie fernab der Realität manche Leute leben ansonsten frage ich mich was Wohlergehen und katzemaunz bisher zur Wissenschaft beigetragen haben?! Eine Jugendliche mit Borderline und jemand der glaubt Gott steht über der Wissenschaft. Da muss die Frage nach dem Ärmeren wohl nicht mehr beantwortet werden.

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katzemaunz 07.04.2014, 17:44
@Ostsee1982

Gescheit für 3 - da bin ich hier wohl nicht die einzige. Was ich zu der Wissenschaft beigetragen habe? Nun, ich bin zufällig einer der Betroffenen, über die die jahrelangen Studien gehen. Und wenn ich das Gefühl habe, dass die Krankheit vielleicht doch heilbar sein könnte, ist das doch etwas Gutes. Ein etwas härteres Beispiel: Würde ein krebskranker auch dafür verurteilt werden, wenn er die Hoffnung hätte, dass sein Leiden heilbar wäre? Wohl eher nicht. Aber hauptsache erstmal die wahrnehmungsgestörte Borderlinerin für ihre Selbsteinschätzung verurteilen. (Ich hoffe, ihren Patienten trauen sie mehr Fähigkeit zur Selbsteinschätzung zu!) Außerdem habe ich geschrieben, dass es sicher Fälle gibt, die nicht heilbar sind, meintwegen auch überwiegend. Ich rede hier lediglich über die emotional instabile Störung, und nicht über andere Persönlichkeitsstörungen, von denen ich keine Ahnung habe. Sicher haben sie mehr fachliche Erfahrung als ich, aber ich habe die persönliche Erfahrung. Ich denke, das ist auch was wert. Das ist aber auch mein letzter Kommentar auf dieser Frage - ich habe genug Einschätzungen gehört, und diese aussichtslose Diskussion stiehlt mir nur meine Freizeit. Ihr könnt gerne noch weiterschreiben und Beweise sammeln, warum ich falsch liege etc. Ich werde sie nicht mehr lesen und auch nicht weiter antworten.

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Ostsee1982 07.04.2014, 19:23
@katzemaunz

Nun, ich bin zufällig einer der Betroffenen, über die die jahrelangen Studien gehen.

:D :D :D Du bist also so ein einzigartiger interessanter Fall das über die Studien gemacht wurden :) alles klar :)

Würde ein krebskranker auch dafür verurteilt werden, wenn er die Hoffnung hätte, dass sein Leiden heilbar wäre? Wohl eher nicht.

Richtig, dafür müsste man auch zwischen Realität und Wunschdenken unterscheiden können.

Ich hoffe, ihren Patienten trauen sie mehr Fähigkeit zur Selbsteinschätzung zu!

Meine Patienten sind auch nicht so derart beratungsresistent was auch daran liegt das sie nicht daran interessiert nur anderer Leute Kompetenzen zu untergraben und nichts zu glauben und nur dagegen zu arbeiten gegen alles was man sagt.

ich habe genug Einschätzungen gehört, und diese aussichtslose Diskussion stiehlt mir nur meine Freizeit. Ihr könnt gerne noch weiterschreiben und Beweise sammeln, warum ich falsch liege etc. Ich werde sie nicht mehr lesen und auch nicht weiter antworten.

Das ist eine sehr gute Idee und die erste Aussage der man uneingeschränkt zustimmen kann.

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Kommt auf den Träger der jeweiligen Einrichtung an.

Wer Ahnung hat von dem, was die Patienten so mitbringen, hat Vor- und Nachteile. Den größten Nachteil sehe ich in der Distanz, die zum Patienten gewahrt werden muß.

Ich denke es ist vielleicht schwerer als ohne diese Vorerkrankung, aber dennoch möglich. Ich selbst habe in einer psychosomatischen Klinik eine Patientin kennengelernt die in der Ausbildung zur Psychotherapeutin war und nach ihrer Genesung auch in diesem Beruf weiter machen wollte. Einfach ist es mit Sicherheit nicht, aber bestimmt auch nicht unmöglich. Wenn du das wirklich willst schaffst du das bestimmt auch. Ich wünsche dir viel Glück und Erfolg.

Wir hatten selbst mal so eine ähnliche Situation mit einer Praktikantin die offensichtliche Vernarbungen an den Unterarmen hatte und das war der Grund warum sie nicht genommen wurde das mit einer Verantwortung dem Patienten gegenüber zu tun hat. Du hast in dem Bereich nicht nur eine Verantwortung für dich selbst sondern auch für den Patienten. Das du dauerhaft mit langen Ärmeln rum läufst ohne das die mal hochrutschen oder die Narben von anderen bemerkt werden ist sehr unwahrscheinlich.

katzemaunz 03.04.2014, 21:27

Aber ist es nicht sehr diskriminierend, wegen uralten Narben gemieden zu werden, allein wenn mein Ärmel nur hochrutschen würde? Die wären dann sowieso weiß und mit frischen Schnitten würde ich da nicht arbeiten. Vielleicht findet ja in den nächsten Jahren ein Umdenken statt, so häufig und präsent wie das Thema ist. Und ich würde nicht in der Psychiatrie arbeiten, um Verantwortung für mich selbst zu üben.

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Ostsee1982 03.04.2014, 22:06
@katzemaunz

Ich kann auch nicht mit einem Glasauge Fahrschullehrer werden und da geht es nicht um Umdenken oder Diskriminierung sondern um Verantwortung und das man auch davon ausgehen muss das Patienten die selbst damit ein Problem haben davon getriggert werden könnten. Einen Modelwettbewerb könntest du damit auch nicht gewinnen da kann man auch darüber diskutieren ob es diskriminierend ist. Wenn du die Arme zutätowiert hast wirst du auch keinen Job am Bankschalter bekommen so hat eben jedes Handeln auch seine Konsequenzen ob einem das gefällt oder nicht.

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katzemaunz 03.04.2014, 23:19
@Ostsee1982

Sicher, das ergibt schon Sinn. Aber wie gesagt; ich würde langärmlig tragen und nicht auf den Stationen arbeiten wollen, bei denen sich Selbstverletzer häufen. Ich fand einfach, dass der Kommentar etwas "hart" klang, da mir die Verantwortung für die Patienten am wichtigsten ist, ein Grund weswegen ich den Job für später im Visier habe (Da ich viele Betreuer selbst als Patient dabei erlebt habe, wie sie ganz ohne Narben andere Patienten fertig gemacht haben). Aber ich verstehe schon, was du meinst. Danke auf jeden Fall für die ehrliche Antwort, jeder Erfahrungsbericht bringt mich bei der Entscheidung weiter

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Ostsee1982 04.04.2014, 11:28
@katzemaunz

Die Realität ist hart und unnötiges beschönigen bringt dich keinen Schritt weiter. Menschen mit selbstverletzendem Verhalten hast du überall, auf geschlossenen Abteilungen, Kinder- und Jugendabteilungen, Psychosomatik, Akut.... Da ist keine Station ausgenommen. Natürlich könnte ich dir alles sehr blumig und nett beschreiben aber das wäre nicht ehrlich und in dem Job braucht man definitv ein dickes Fell und muss sehr standfest sein. Je nach Station bist du mehr oder weniger damit konfrontiert das du beschumpfen und angefeindet wirst, das jemand weinend vor dir zusammen bricht du auch mal den Ärger von den Psychiatern abbekommst wenn sie schlechte Laune haben + Arbeitsstress und das ist dein tagtäglicher Begleiter. Wer damit nicht umgehen kann ist entweder ganz schnell wieder weg oder du sitzt irgendwann an der selben Stelle wie deine Patienten - auch das kommt vor.

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katzemaunz 04.04.2014, 21:09
@Ostsee1982

Das Ding ist, du kennst mich nicht. Was du da behauptest, ist einfach nur frech. Und ich habe ein sehr dickes Fell. Eben weil ich die wundervollen Demütigungen von bestimmten Betreuern ertragen musste. Und selbst psychisch kranke, psychotische Mitbewohner hatte, die mich aufs gröbste beschimpft und bedroht haben - mit dem Unterschied, dass ich nach Dienstschluß nicht nachhause gehen konnte. Also ganz ruhig mit den Vorurteilen, würde ich mal sagen.

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katzemaunz 04.04.2014, 21:31
@katzemaunz

(Von Erfahrungen mit Psychiatern, die schlechte Laune hatten, mal ganz zu schweigen.) Der Behauptung, dass ich mit Narben Probleme haben könnte/werde, kann ich zustimmen, aber gleich rein zu interpretieren, ich wäre nicht "standfest" etc... Ich weiß genau, wie das in der Psychiatrie abläuft, und ich werde sicherlich nicht ins Bereitschaftszimmer gehen und mich ritzen, wenn mich ein Patient beleidigt.

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Ostsee1982 05.04.2014, 14:10
@katzemaunz

Das Ding ist, du kennst mich nicht. Was du da behauptest, ist einfach nur frech.

Ich kann ehrlich gesagt überhaupt nicht nachvollziehen warum du dich hier gerade so angegriffen fühlst?! Was genau empfindest du denn als frech? Von welchen Vorurteilen sprichst du? Mit welchem Satz habe ich geschrieben DU bist nicht standfest?

Ich habe geschrieben:

Natürlich könnte ich dir alles sehr blumig und nett beschreiben aber das wäre nicht ehrlich und in dem Job braucht man definitv ein dickes Fell und muss sehr standfest sein.

Nirgends in diesem Satz steht: Du bist nicht standfest. Ich versuche dir lediglich näher zu bringen welche Voraussetzungen man für diesen Beruf mitbringen sollte, nicht mehr und nicht weniger wenn du aber jeden gut gemeinten Ratschlag als persönliche Kritik ansiehst dann solltest du deinen Berufswunsch wirklich überdenken denn Kritikfähigkeit und Diplomatisches Verhalten sollte man ebenfalls mitbringen. Du fragst um Rat willst aber gleichzeitig keinen Rat hören der mit deinen Vorstellungen nicht konform geht. Du sagst du wüsstest genau was in der Psychiatrie abläuft hast aber noch keinen Tag da gearbeitet. Vielleicht kannst du mir erklären was in der Psychiatrie abläuft auch nach 10 Jahren Berufserfahrung lerne ich gerne noch dazu!? Vielleicht kannst du das konkretisieren und wenn möglich in einem normalen Ton.

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katzemaunz 07.04.2014, 17:37
@Ostsee1982

Du redest dich hier doch auch in Rage. Der "Tonfall" deiner vorherigen Antwort war ebenfalls nicht besonders freundlich, aber sowas fällt dir anscheinend gar nicht auf. Ich habe das auf mich bezogen, da deine Vergleiche ja somit irgendwie "beweisen" sollten, dass ich 0 in den Job reinpasse. Und dass ich weiß, dass es in der Psychiatrie nicht blumig abläuft, das müsstest du mir doch eigentlich zutrauen können. Also habe ich das mit dem "nicht standfest" sein, auch auf mich bezogen. Wenn ich dir damit unrecht getan habe, tut mir das leid. Wie ich mich auf gutefrage verhalte, hat nichts mit meinen Kompetenzen zu tun.

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Ostsee1982 07.04.2014, 19:17
@katzemaunz

Um mich in Rage zu reden wäre die Voraussetzung das ich mich aufrege und um mich aufzuregen nutze ich keine Internetportale :) Da musst du dir keine Sorgen machen. Ich muss mich nicht über das Verhalten von Menschen ärgern die ich nicht kenne da gibt es überhaupt keinen Grund dazu.

Du redest davon das ich Vergleiche ziehe um zu beweisen das du nicht in den Job passt. Ich weiß beim besten Willen nicht woher du das nimmst. Du legst mir Worte in den Mund die ich so nie geschrieben habe. Ich rede von meinen eigenen langjährigen Erfahrungen nicht mehr und nicht weniger. Was du da hinein interpretierst das ist deine Sache und hat nichts mit mir zu tun. Du darfst mir durchaus zutrauen das ich nach 10 Jahren psychiatrischer Berufserfahrung ein bisschen mehr an praktischen Wissen einbringe. Da Kompetenzen zu untergraben weil du denkst dich auszukennen weil du selbst als Patientin da warst da muss ich dir sagen, dass das Patientendasein und der Arbeitsalltag von Pflegekräften zwei völlig verschiedene Dinge sind die du einfach nicht beurteilen kannst weil dir dafür die Praxis fehlt. Ich würde sagen: Erst machen und dann reden! Pflegekräfte machen jahrelange Ausbildungen und die Patienten (so jemand wie du) ist ein paar Wochen stationär und glaubt dann alles zu wissen und alles zu können. Nur mit dem Fakt das du gar nichts weißt. Wenn du aber so gut auskennst frage ich mich warum du dann nicht bereits in dem Beruf arbeitest?! Warum machst du nicht schon längst dein Praktikum?

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Das ist keine Hinderungsgrund, manchmal ist eine solche Vorgeschichte sogar von Vorteil. Die Frage ist nur, wie belastbar du dann bist, wenn du mit deiner Vergangenheit konfrontiert wirst? Ich habe selbst eine entsprechende Ausbildung gemacht und zumindest in einem Fall wurde ein Kollege im Prüfungsstress wieder von seiner Psychose eingeholt, auch einige gesunde Kollegen erlitten in dieser Phase psychische Zusammenbrüche. Wenn du die Ausbildung gut hinbekommst, spricht eigentlich nichts dagegen. In der Drogentherapie werden beispielsweise sehr gerne Menschen mit früherer Suchtproblematik eingestellt, aus nachvollziehbaren Gründen.

Zu behaupten, dass es eine Verantwortungslosigkeit gegenüber den ehemaligen Patienten bedeutet, wenn ein ehemals Kranker in die Betreuung wechselt, ist dumm und unverschämt.

Dü würdest aller Wahrscheinlichkeit nicht schlechter, sondern sogar besser arbeiten als die anderen - weil du einfach die Probleme der Betreuten besser verstehst! Und wahrscheinlich auch noch leichter akzeptiert würdest - zumindest im Durchschnitt! Und dein Beispiel hätte wahrscheinlich eine motivierende und ermutigende Funktion.

Wenn du deine Krankheit überwunden hast, bist du vielleicht sogar psychisch stabiler. Während einer psychischen Erkrankung stimmt das natürlich nicht. Man weiß z.B., dass Selbstmordversuche, die überwunden wurden, Wiederholungen sogar unwahrscheinlicher machen als "Ersttaten". (Wenn ich bloß wüsste, wo ich das gelesen habe. :-((( )

Testen halte ich grundsätzlich bei jedem für gut, der eine Aufgabe erfüllen soll. Aber unbesehen einfach so ablehnen - das ist schlichte Dummheit. Sch... dann drauf und bewirb dich woanders! (In Aachen an der Uniklinik der RWTH könnte ich eventuell "Vitamin B" für dich darstellen! Falls das für dich in Frage kommt: harald.kellerwessel@web.de )

katzemaunz 04.04.2014, 21:24

Danke für deine unterstützenden Worte! Noch ist es bei mir ja nicht so weit, erst muss die Sozialassistenz abgeschlossen sein, und da arbeite ich noch nicht mit psychisch kranken. Aber mit Kindern, wie verantwortungslos von mir.

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kellerwessel 04.04.2014, 21:42
@katzemaunz

Ob du's glaubst oder nicht - bei den Kinderen würde ich das vielleicht sogar eher anders sehen als bei Erwachsenen mit psychischen Problemen.

Kinder können - wahrscheinlich auch je nach Alter - solche Probleme noch nicht verstehen. Was in der Praxis vielleicht aber auch deswegen egal ist, weil sie sich eh' noch nichts bei den Narben denken werden.

Ich weiß, dass ich es mir sogar Erwachsenen gegenüber (teilweise) abgewöhnt habe, über meinen Selbstmordversuch vor 10 Jahren zu reden. Einige fanden meine Offenheit gut, andere waren doch etwas geschockt. (Nicht etwa "blöde reagiert" oder so etwas - aber ich glaube, manche sind einfach zu alt, um so etwas noch verstehen zu lernen. Die belastet man nur überflüssig. Sollen sie in ihrer heilen Welt leben - ich gönne es ihnen!)

Übrigens sollte man Kinder auch nicht unterschätzen: Manche können vielleicht sogar recht gut damit umgehen - andere kriegen vielleicht schon vom Anblick überkochender Milch Albträume.

Ich würde mich mit einem Fachmann (Kinderpsychologen) besprechen, wie ich mit entsprechenden Fragen umgehen soll. Wenn das nicht machbar ist, tippe ich mal, am besten ist es, offen damit umzugehen - und positiv darauf hin zu weisen, dass man auch aus solchen Problemen am Ende gestärkt hervorgeht.

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katzemaunz 04.04.2014, 22:35
@kellerwessel

Ja, das stimmt. Wie gesagt, ich laufe ja immer langärmlig rum und mir wäre das ja selbst unangenehm, also ich vermeide solche Situationen und stelle mich bei der Arbeit mit den Kleinen in den Hintergrund, da war das noch nie ein Problem.

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Ich könnte mir vorstellen, dass aus den alleinigen Grund ein Problem sein könnte, dass Du genau weißt wie die Patienten sich dort fühlen und vielleicht ein wenig zu emotional an die Sache ran gehen würdest und von Dir selber eventuell auf die Patienten dort projezieren würdest. Das macht man unterbewusst. Das könnte ich mir vorstellen, aber da gibt es sicher auch gute Beratungen, die Dir da Genaueres sagen können. Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass oft ehemalige Betroffene es in solchen Berufen schwerer haben. Aber da gibt es mit Sicherheit Ausnahmen.

katzemaunz 03.04.2014, 00:24

Huhu, das ist natürlich so ein Thema. Ich bin mittlerweile ganz gut darin, mich distanzieren zu können, ich habe auf jeden Fall die Hoffnung, dass es in ein paar Jahren definitiv so der Fall ist... Was ich nicht erwähnt habe, ist dass ich dann in Bereichen der Psychiatrie arbeiten wollen würde, mit denen ich nicht wirklich was am Hut hatte... Also gerontopsychiatrie, Essstörungen etc. Vielleicht wäre das Ganze so einfacher

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Juliet1901 03.04.2014, 00:31
@katzemaunz

Also ich würde es mir an Deiner Stelle nicht direkt aus dem Kopf schlagen, egal was hier geschrieben wird. Es gibt sicher Punkte, bei denen man sagen würde, dass es eher kritisch ist. Allerdings bestätigen Ausnahmen auch immer wieder die Regel. Im psychischen Bereich ist das sicher immer so eine Sache, aber die Erfahrung kann Dir mit Sicherheit auch vom großen Nutzen sein. Ich würde es einfach mal probieren. Ich wünsche Dir viel Glück und hoffentlich Erfolg! :-)

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Ich glaube es ehrlich gesagt nicht. Schon, wenn man Erzieher werden will, muss man sich vom Arzt bescheinigen lassen, das man kein psychischen Erkrankungen hat... da wird das in der Psychatrie sicherlich nochmal um einiges strenger gehandhabt werden...

Aber vielleicht irre ich mich ja auch, und es bestehen Möglichkeiten! ...ich weiß ehrlich gesagt nicht so genau, an wen du dich da wenden könntest... wenn das Internet nichts hergibt, könntest du ja vllt mal mit einem Berufsberater sprechen, oder dich mit Menschen aus deinem (möglicherweise) zukünftigen Arbeitsfeld in Verbindung setzen.

Ich wünsche dir auf jeden Fall viel Glück und alles Gute! :)

in münchen gibts die mash und da gibts viele ehrenamtliche helfer die in diesen bereichen arbeiten/helfen und bei vielen patienten kommt das ja gut an weil sie ja vor sich jemanden haben der das aus leib und seele kennt und nicht nur aus büchern

FrauWinter 03.04.2014, 10:24

Es gibt allerdings einen riesen Unterschied zwischen ehrenamtlichen Helfern und hauptamtlichen Angestellten mit professionellem Hintergrund.

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Ich denke du würdest das gut machen :)

Was ich noch denke, können Sie Psychopharmaka geben? Ich wollte keine einzige Tablette mehr jemand geben, höchstens zur Rücksetzung. Ich habe mich viel für die Menschen gewehrt.

Wenn Sie das System der Psychiatrie kennen, wäre es doch viel sinnvoller, sich darüber Gedanken zu machen, was MENSCHEN IN NOT und was immer, wirklich brauchen. Ich denke, ganz gewiss nicht die Psychiatrie. Da wäre schon mindestens oft besser die Menschen ganz in Ruhe zu lassen oder echten Beistand geben.

Die Dinge gehören normal auch an Ort und Stelle geregelt. Es kann auch ab und zu gut sein, für eine Zeit vom Umfeld weg zu kommen. Das sollte allerdings ohne Stempel und Lebenszerstörung, was immer, möglich sein.

katzemaunz 04.04.2014, 21:27

Ich hab jetzt nicht ganz verstanden, was Sie meinen. Ich bin ja noch lange nicht im Job tätig. Aber auch wenn ich der Meinung bin, dass Wegsperren keine Lösung ist, wird es das Psychiatriesystem trotzdem immer geben. Und genau da möchte ich den Leuten beistehen,denn ich weiß ja, wie es ist mit Medis ruhig gestellt und "weggeschlossen" zu werden. Oft fühlt man sich dort einsamer als je zuvor, und ein positiver, "menschlich" gebliebener Betreuer hat damals schon viel ausgemacht.

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Ostsee1982 06.04.2014, 13:21
@katzemaunz

Nur, dass das die falschen Motive sind so einen Berufsweg einzuschlagen. Samariter spielen ist in der Pflege nicht der richtige Weg und du wirst damit ganz schnell an die Grenzen kommen bzw. werden dir die Grenzen aufgezeigt. Da du dich aber ohnehin so gut auskennst und den "Durchblick" hast musst du wohl deine eigene Erfahrungen machen. Ich würde sagen erst mal ein Praktikum machen denn von einer Ausbildung bist du noch ganz weit weg (sofern das mit der Vorgeschichte überhaupt so weit kommt) und dann kannst du dir eine Meinung bilden und nicht umgekehrt.

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katzemaunz 07.04.2014, 17:31
@Ostsee1982

Hab ich irgendwas abonniert, dass du absolut alles kommentieren musst? Auf deine Meinung lege ich nicht unbedingt länger wert. Du scheinst jedenfalls nicht der Typ Betreuer sein, der ich später sein will. Menschlichkeit hat nichts mit Samariter sein zu tun- ihr brecht euch damit kein Bein.

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Ostsee1982 07.04.2014, 19:26
@katzemaunz

Hab ich irgendwas abonniert, dass du absolut alles kommentieren musst? Auf deine Meinung lege ich nicht unbedingt länger wert. Du scheinst jedenfalls nicht der Typ Betreuer sein, der ich später sein will. Menschlichkeit hat nichts mit Samariter sein zu tun- ihr brecht euch damit kein Bein.

Du musst überhaupt erstmal den Pflegeberuf ergreifen. Hier nur zu diskutieren und Kompetenzen zu untergraben weil du glaubst alles besser zu wissen reicht für den Beruf noch längst nicht aus dafür solltest du auch mal aktiv etwas machen und was dann unterm Strich von den Redereien über bleibt... abwarten!

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Danke für den Stern. Ich freu mich sehr wenn ich dir ein bisschen helfen konnte. Alles liebe für dich.

Nur wenn du es dir zutraust; hinterher wirst du schlauer sein !

Willst du da putzen oder kochen oder was möchtest du da arbeiten?

GeorgiaGirl 03.04.2014, 00:10

Wenn man gerade in der Ausbildung zum Sozialassistent ist, würde man natürlich liebend gerne den Gärtner spielen... -.-'

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Atzec 03.04.2014, 00:47
@GeorgiaGirl

Keine Ahnung, aber wenn man in der Psychatrie arbeiten möchte, dann wäre das durchaus naheliegend. Was sollte ein Sozialassistent denn da sonst sinnvoll machen...?

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sojosa 03.04.2014, 09:15
@Atzec

Hast du überhaupt ne Vorstellung was der Beruf eines Sozialassistenten beinhaltet? Da ist nichts mit Gärtner und ähnlichem. Außerdem will sie ja später eine Zusatzausbildung zur Heilerziehungspflegerin machen. Also ist dein Kommentar alles andere als naheliegend.

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Ostsee1982 03.04.2014, 11:10
@sojosa

@sojosa Und du erkennst keine Zusammenhänge und bildest Sätze die mit Wörtern die den Sinn völlig verfehlen.

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katzemaunz 03.04.2014, 21:23
@Ostsee1982

Ich finde sojosas Kommentar macht Sinn. Atzec, erstmal richtig die Frage lesen, denn wie gesagt: Ich mache nach der Sozialassistenz die weitere Ausbildung zur Heilerziehungspflegerin. D.h ich werde hauptsächlich mit den Menschen arbeiten, ob jetzt psychisch krank oder nicht, und nicht die ganze Zeit kochen oder putzen etc.

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