In der Probezeit mündlich kündigen?

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6 Antworten

So wie Jewiberg und Maximilian112 schon richtig geantwortet haben: Am Montag "ganz normal" zu Arbeit erscheinen und Deiner Arbeit nachgehen.

Die mündliche Kündigung ist zwar unwirksam, sie könnte aber zum Problem für Dich werden, wenn Du deswegen am Montag nicht zur Arbeit erscheinst, weil das - im Falle einer juristischen Auseinandersetzung - als Zustimmung zur Kündigung und damit zu deren Wirksamkeit führen könnte.

Zunächst aber bist Du nicht gekündigt, aus der Probezeit heraus und hast Deine übliche Entlohnung zu erhalten! Gekündigt werden (schriftlich!) kann Dir jetzt nur noch mit einer tarifvertraglich oder längeren arbeitsvertraglich vereinbarten oder gesetzlichen Kündigungsfrist.

Eine Kündigung muss grundsätzlich SCHRIFTLICH erfolgen. Sie gilt ab der Übergabe an den Vertragspartner. Wenn du jetzt am Montag wieder hin gehst, wird dir die Kündigung erneut ausgesprochen. Allerdings müsste der Betrieb dann noch zahlen. Dann wäre jetzt nur eine fristgerechte Kündigung möglich.

Du solltest die Kündigung monieren. Zu verlieren hast du dabei nichts.

Einen Anwalt brauchst du nicht zu bemühen, den müsstest du sowieso selbst bezahlen.

Wenn das nicht nur ein befristeter Vertrag mit der Option auf einen weiteren Vertrag, sondern ein normaler Arbeitsvertrag mit stillschweigender Weiterbeschäftigung ist - und Dein "Laufzettel" nicht eine von Dir unterschriebene Aufhebung beinhaltet - herzlichen Glückwunsch zur "bestandenen" Probezeit!

Jewiberg hat recht - die Kündigung bedarf der Schriftform - liegt die nicht vor, ist keine rechtlich wirksame Kündigung ausgesprochen worden.

Damit "könntest" Du morgen nicht nur "theoretisch" arbeiten gehen, sondern bist durch Deinen weiterhin gültigen Arbeitsvertrag dazu verpflichtet. Erscheinst Du nicht, könnten sie noch ihren Fehler bemerken, Dir dann aber wegen Arbeitsverweigerung noch fristlos kündigen. Den Grund willst Du ihnen ja nicht geben.

Empfehlung: ganz normal hingehen und arbeiten bzw. Arbeit anbieten. Sollten sie Dich nach Hause schicken wollen, besorge Dir auf jeden Fall einen Nachweis (Zeugenaussage, schriftliche Anweisung), dass Du Deine Verpflichtung erfüllt hast, bevor Du wieder gehst.

Wenn es bei Eurer Firma einen Betriebsrat gibt, solltest Du ihn verständigen und Dich anwaltlich beraten lassen.

Kostet Geld, aber sehr wahrscheinlich ist, dass die Firma Dich entweder durch eine Reihe weiterer Kündigungen oder durch einen Aufhebungsvertrag gegen Abfindung loswerden will - in beiden Fällen solltest Du einen Anwalt haben.

Eine mündliche Kündigung auch in der Probezeit ist unwirksam. Eine Kündigung bedarf immer der Schriftform. Am Montag ganz normal zur Arbeit kommen und deine Arbeitskraft anbieten. Da dir nicht Rechtmäßig gekündigt wurde, bist du nun ein fester Mitarbeiter.

Vermutlich wird Dein Chef Dir am Montag eine schriftliche Kündigung geben. Aber das ist zu spät für eine Probezeitkündigung mit verkürzter Frist. Das hat er vermasselt.

Geh am Montag auf Arbeit und biete Deine Arbeitskraft an. Bis jetzt bist Du noch nicht gekündigt.

Erzähl morgen doch mal, wie es bei der Arbeit war - und über den freudigen Empfang!

Interessiert mich wirklich.

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