Im Hadith 91 von Bukhari heißt es: "Gott hasst dich, weil du zu viele Fragen stellst." Sollte man im Islam besser nicht zu viele Fragen stellen?

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8 Antworten

Es nervt manchmal, wenn jemand zuviele Fragen stellt, aber "hassen" würde ich deswegen niemanden, aber ich bin ja auch nicht Gott..

Als Erzieherin weiß man auch nicht auf alles eine Antwort

"Tante Luzi, warum ist es nachts dunkel ?"

"Warum heißt Apfel Apfel und nicht Birne ?"

"Warum hast Du keinen Mann ?"

"Warum musst Du jetzt aufs Klo ?"

na ok, solche Fragen stellt wohl niemand an Gott, nur an mich :-)

Gott hasst dich, weil du zu viele Fragen stellst.

Das glaube ich nicht !

vielleicht müßte es heißen:

"Der Prophet hasst Dich, wenn Du Fragen stellst, auf die er keine Antwort weiß, und sich rasch was ausdenken muss, was er dann später wieder abrogieren muss..."

ich finde dich einesteils lustig, also so, wie Du dich ausdrückst... andererseits scheinst Du einen gewissen "Erfahrungsschatz" mit solchen Dingen zu haben... LG J.

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Von einem solchen Hadith habe ich noch nie gehört. Kannst Du uns den kompletten Vers (samt Quelle) zeigen? Wenn überhaupt, dann musst Du den Satz in seinem Kontext betrachten. Zu wem hat der Prophet es gesagt, in welcher Situation und was genau hat er damit gemeint? Du kannst nicht einfach irgendeinen Satz herauspicken und ihn absolut setzen.

Zum Gebrauch der eigenen Vernunft (und somit des Hinterfragens) gibt der Koran einige Hinweise:

Sure 8,24: "Siehe, die schlimmsten Tiere für Gott sind jene, die taub und stumm sind und nicht hinterfragen."

Sure 13,4: "Auf der Erde gibt es Ländereien, aneinandergrenzend, Weingärten und Getreidefelder, Palmen mit Einzel- und Doppelstämmen, getränkt aus einer Wasserquelle. In der Ernte geben wir den einen den Vorzug vor den anderen. Darin sind, wahrlich, Zeichen für die Menschen, die fähig sind, zu denken und zu begreifen."

Der Gelehrte Al-Kindi, der im 9. Jahrhundert die Interpretation des Islam prägte, sagte: "Der Mensch ist allein durch den Gebrauch seiner Vernunft fähig, die Wahrheit des Propheten, die dieser sowohl in der Offenbarung als auch in seinem Glauben erhielt, zu beweisen."

Karim Aga Khan IV., Nachfahre des Propheten und geistliches Oberhaupt von 20 Mio Ismailiten, sagte 2006 in einem Interview auf die Frage, ob Islam und kritische Vernunft sich ausschließen würden: "Überhaupt nicht, ganz im Gegenteil. Der Islam ist von den Religionen, die auf Abraham zurückgehen, diejenige, die am meisten Wert auf Wissen legt. Ein wesentliches Ziel des Islam ist, Gottes Schöpfung zu verstehen, und deshalb wird unser Glaube ganz erheblich von Logik geprägt. Islam heißt Vernunft."

Die Islamwissenschaftlerin und Arabistin Meryem Sebti sagt: "Gott wendet sich mit Zeichen an die Menschen: Die schriftlich fixierten Zeichen sind die Offenbarungstexte, die nicht schriftlich fixierten Zeichen sind die Schöpfung selbst, das Firmament, die Tiere, alles was im Kosmos ist. Der Mensch hat einen exklusiven Status, insofern er allein über die Fähigkeit verfügt, diese Zeichen zu deuten. (...) Von der reinen Koranlektüre aus gesehen, lässt sich die Rechtmäßigkeit eines vernunftgeleiteten Zugangs nicht leugnen."

Vernunftgeleitetes, kritisches Denken ist also erwünscht und ermöglicht es überhaupt erst, die Schriften in ihrer Ganzheitlichkeit zu erfassen. Es ist nicht so, dass man als Muslim dumm und ungebildet ist, und nur blind auswendig lernt.

LG


wenn der Koran voll mit Stellen sind, die auffordert, eigenen Verstand zu benutzen, sind solche Hadithe, die menschlichen Verstand ignoriern, fragwürdig. 

ich habe vor lange Zeit ein Zitat gelesen, das ich nicht mehr vergessen kann, wenn ich solche Vorstellungen vom Islam höre. 

"Ich will Wasser in die Hölle gießen und Feuer ans Paradies legen, damit diese beiden Schleier verschwinden und niemand mehr Gott aus Furcht vor der Hölle oder in der Hoffnung auf das Paradies anbete, sondern nur noch um Seiner ewigen Schönheit willen" Annemarie Schimmel

99 Namen vom Gott muss man nur durchlesen, um zu sehen, dass dieser Hass nicht in das Bild passt. 

Im Gegenteil, wenn man sich mit dem Islam befasst, sollte man sich besonders viele Fragen stellen, um beispielsweise zahlreiche Widersprüche allein schon in der heiligen Schrift des Koran zu entschlüsseln.

Vielleicht ist das in Hadith 91 deshalb ja auch nur eine reine "Schutzdrohung" von Bukhari, um Muslime am Nachdenken und Hinterfragen zu hindern.

Andere Religionen, wie beispielsweise das Christentum mit der Bibel halten den Fragen ja auch stand. Ja, deren heilige Schrift fordert sogar inhaltlich dazu auf, "alles in Frage zu stellen und nur das Gute zu behalten".

Der Gott der Hadithe scheint für den unvoreingenommenen Leser nicht immer identisch zu sein mit einem Gott namens Allah. Allerdings scheint dieser Gott auch im Koran durchaus unterschiedlichen Gemüts zu sein. 

Was sicher richtig ist: In fundamentalistischen Ausprägungen des Islams ist Fragen unerwünscht, da es das System infrage stellen könnte. 

Das trifft aber auf JEDE Art von Fundamentalismus zu. 

Gruß, earnest

Es ist nicht sofort 100%, wenn es Bukhari ist. Hadithe wurden 200-300 Jahren später nach dem Tod von Muhammad(a.s) gesammelt. Ob ein Hadith wirklich wahr ist, entscheidet nicht ein Mensch, sondern der Koran. Der Koran sollte als ein Filter dienen. Wenn ein Hadith dem Koran nicht widerspricht, so kann man dies als wahr angenommen werden...wenn nicht, dann nicht! 

Denn:

1) Das Buch des Islam ist der Koran und gilt als Wort Gottes und gilt 100% richtig.

2) Muhammad(a.s) hat stets nach dem Koran gelebt und *es ist unmöglich* , dass wenn der Koran über eine Sache eine Aussage macht und dann Muhammad(a.s) über das gleiche Thema eine andere Aussage macht. Dies ist wiederum im Koran festgehalten.

Es gibt ein Koranvers zum Thema "Fragen":

Ihr Gläubigen! Fragt nicht nach Dingen, die, wenn sie euch kundgetan werden, euch leid tun, und die, wenn ihr zu der Zeit, da der Koran herabgesandt wird, nach ihnen fragt, euch (ohnedies) kundgetan werden! Allah hat sie (vorerst) nicht angerechnet. Er ist mild und bereit zu vergeben.


Es haben schon vor euch Leute nach solchen (Dingen) gefragt, doch dann versagten sie ihnen den Glauben.5:101-102

Darüberhinaus gibt es zich Koranverse, die wiederum von Menschen verlangen, nachzudenken. Dazu hat ein anderer User hier gepostet. Also bisschen suchen ;) Danke und CIao.

Ob ein Hadith wahr ist, entscheidet der Koran?? 

Das ist eine interessante Argumentation: Wenn also jemand, zum Beispiel auch ein "Ungläubiger", ein Hadith schreibt, ist dieser authentisch, sofern er nicht dem Koran widerspricht?

Zu Nr. 1: Der Koran GILT nur unter Gläubigen als Wort Gottes, und er GILT daher den Gläubigen als 100% richtig. Das sagt nichts darüber aus, ob der Koran a) das Wort Gottes IST und b) ob der Koran zu 100% richtig ist.

Zu Nr. 2: zirkuläre Logik. Da Mohammed die Verkörperung des Koran ist, kann er a) weder etwas Falsches sagen, noch b) etwas sagen, das dem Koran widerspricht. Mohammed "beweist" den Koran, und der Koran "beweist" Mohammed. Beide sind perfekt.

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@earnest

Nein. Der Koran ist perfekt. Muhammad(a.s) war ein Prophet genauso wie die Propheten, die vor ihm kamen. Alle waren Menschen und nicht "perfekt". Perfekt ist nur Gott bzw. Sein Wort. Jedoch waren Propheten die besten gottergebene Menschen, die man sich als Vorbild aneignen sollte.

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@Semcan

@Semcan: 

Der Koran ist Menschenwerk - und, wie alles Menschenwerk, daher nicht perfekt.

Oder findest du es "perfekt", daß z.B. gemäß Sure 2, Vers 191 die "Ungläubigen" totgeshlagen werden sollten?

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@earnest

Ich finde es perfekt, wenn man angegriffen wird, sich selbst schützen soll und gegebenenfalls den Gewaltanwenden mit Gewalt entgegenzutreten; genauso wie Sie angegeben haben... Sura 2, Vers 191. Aber da ich mir ziemlich sicher bin, dass ihre Sehstärke ja ziemlich nachgelassen hat und Sie die Verse 190 und 192 ja doch leider übersehen haben... Bitteschön. Ach nehmen Sie ihre Brille mit... nicht dass Sie die Verse wieder übersehen. Das wäre doch echt schade, nicht ? :)

 2:190

Und kämpft auf dem Weg Allahs gegen diejenigen, die gegen euch kämpfen, doch übertretet nicht. Wahrlich, Allah liebt nicht diejenigen, die übertreten
2:191 Und tötet sie, wo immer ihr auf sie stoßt, und vertreibt sie, von wo sie euch vertrieben haben; denn die Verführung (zum Unglauben) ist schlimmer als Töten. Und kämpft nicht gegen sie bei der heiligen Moschee, bis sie dort gegen euch kämpfen. Wenn sie aber gegen euch kämpfen, dann tötet sie. Solcherart ist der Lohn der Ungläubigen.
2:192 Wenn sie aber aufhören, so ist Allah Allverzeihend, Barmherzig.
2:193 Und kämpft gegen sie, bis es keine Verwirrung (mehr) gibt und die Religion Allah gehört. Wenn sie aber aufhören, so soll es keine Gewalttätigkeit geben außer gegen diejenigen, die Unrecht tun..
Ach und wiederum, wie soll man den diejenigen behandeln, die uns nicht bekämpfen?
" Gott verbietet euch nicht, gegen diejenigen, die euch des Glaubens wegen nicht bekämpft und euch aus euren Häusern nicht vertrieben haben, gütig und gerecht zu sein. Gott liebt die Gerechten." 60:8
Danke
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ja aber er war als Mensch perfekt hinsichtlich verhalten, Charakter usw. darum geht es.

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@furkansel

Nun ich sage mal, er war als Mensch das BESTE LEBENDIGE Vorbild für die Muslime. 

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@Semcan

Nun ich sage mal, er war als Mensch das BESTE LEBENDIGE Vorbild für die Muslime. 

Na da bin ich mal froh, dass ich ihm nie begegnet bin. Der hätte mich ratz fatz drangenommen. Und dann wäre sogleich eine Sure von dem Höhlengeist Dschibril gekommen, die das gerechtfertigt hätte.

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@Semcan

@Semcan

Wenn Mohammed charakterlich perfekt war und allen Muslimen ein Vorbild war: Ist es dann für dich in Ordnung, wenn jemand diesem Vorbild nacheifert und mit einem 9-jährigen Mädchen die Ehe vollzieht?

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@earnest

Nun, 

da gibt es verschiedene Quellen. Nach mancher Quellen war sie 17, als sie heirateten. Manche Quellen sagen 9. 
Da die Quellen ja doch 200-300 Jahre später gesammelt wurden und diese wiederum Fehler enthalten können... 

Im religiösen Sinne war/ist Muhammad das Beste Vorbild. Es ist nicht ein Teil des Islam junge Frauen zu heiraten. Damit kommt man nicht ins Paradies. Wie man ins Paradies kommt, findet man im Koran sehr ausführlich erklärt. Danke.

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@LuziFoehr

Nein, ihm oblag nur die Verkündigung der Botschaft. 

Und wenn ihr es für Lüge erklärt, so haben Völker vor euch es für Lüge gehalten. Und dem Gesandten obliegt nur die deutliche Verkündigung. 29:18

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Ein Gott (egal wie er heißt) hält viel aus. Er hat keinen Hass in sich und hasst auch niemanden. Im Gegenteil. Je mehr du hinterfragst, umso klüger wirst du. Ein Gott hält Zweifler aus. Man darf über Gott schimpfen, mit Gott handeln und auch gerne vom Glauben abfallen. Da passiert dir gar nichts.

Bedenke, dass diese Bibel/Koransprüche von Menschen geschrieben worden sind und nicht von Gott.


Nochmal: Mit "Gott" meine ich sämtliche Interpretationen/Religionen!


@lindgren 

Da ließe sich jetzt passend die These hinzufügen: "Bedenke, daß Allah, Gott und alle Götter von Menschen erfunden worden sind."

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In der Sesamstraße singen schon die Kinder: "Wer nicht fragt, bleibt dumm"

Und als Erwachsener sollte man nicht mehr dumm sein.

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