In Der Arbeit läuft bei uns einiges schief

...komplette Frage anzeigen

7 Antworten

Wer trotz bestehender Krankschreibung zur Arbeit geht, bekommt in einem Versicherungsfall - nichts!

Nichts von dem, was du schreibst, ist zulässig. Gerne kann mein Chef mich bitten, meinen Urlaub zu verlegen, ich bin als Arbeitnehmer ja auch froh, wenn der Laden brummt, aber er sollte das schon nett machen.

Such dir, ohne es irgendeinem zu erzählen, eine neue Arbeitsstelle. Bewerbe dich, leg gleich mal 400 € bruttto obendrauf, und wenn du 200 mehr kriegst, hast du auch noch einen finanziellen Vorteil.

Finanziell gezielten Jobwechsel nenne ich das; mit dem Ziel, bei der Bewerbung mehr Geld zu verlangen.... einfach mal versuchen, runtergehen kannst du immer noch!

  1. Wer trotz bestehender Krankschreibung zur Arbeit geht, bekommt in einem Versicherungsfall - nichts!... ist falsch! siehe meine Antwort
  2. wenn du 200 mehr kriegst, hast du auch noch einen finanziellen Vorteil.... seit 2011 gilt ein Mindestlohn im Bäckerhandwerk, ein mehr ist sehr unwahrscheinlich
0
@stelari

Der Mindestlohn für Bäcker gibt es aber nur in Bayern

0

Überstunden müssen, wenn sie nicht durch Freizeit abgegolten werden, bezahlt werden. Es gibt zwar Verträge in denen Überstunden im Gehalt drin sind, dies ist aber nur bei hochdotierten Jobs möglich. Ich bezweifle dass Bäcker und Auslieferer darunter fallen.

Einmal genehmigter Urlaub kann nicht zurückgenommen werden. Aus dem Urlaub zurückholen geht auch nicht. Da muss lt. Bundesurlaubsgesetz ein absoluter Notfall eintreten und den muss der Chef beweisen. Ich glaube nicht dass durch das Fehlen des urlaubenden MA die Firma pleite geht. Außerdem muss der AG dann auch die für den AN entstandenen Kosten wie z.B. Stornogebühren, ungeplante Rückflüge u.a. übernehmen.

Wenn ein AN krank ist hat er eine "Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung". Da darf kein Chef den MA drängen zu arbeiten. Außerdem geht den AG die Krankheit nichts an und niemand muss das Telefon abnehmen. Sollte doch gearbeitet werden, weil die Krankheit doch nicht solange dauert wie der Arzt vermutet hat, besteht Versicherungsschutz für den Arbeitnehmer. Es ist ein Märchen und weitverbreiteter Irrtum dass man dann nicht versichert ist.

Überstunden müssen, wenn sie nicht durch Freizeit abgegolten werden, bezahlt werden. Es gibt zwar Verträge in denen Überstunden im Gehalt drin sind, dies ist aber nur bei hochdotierten Jobs möglich. Ich bezweifle dass Bäcker und Auslieferer darunter fallen.

was sich mit der derzeitigen Rechtsprechung völlig widerspricht... die Klausel im BGB wurde 1994 schon gestrichen. Es sind bis zu 60 Stunden in der Woche zulässig, der AN muss jede einzelne Stunde nachweisen, der AG muss sie angeordnet haben oder zumindest bewusst dulden

0
@stelari

Hat hier jemand nach der zulässigen Höchstarbeitszeit pro Woche gefragt? Dass das in Ausnahmefällen bis zu 60 Stunden sein können (wenn der Durchschnitt von 24 Wochen oder 6 Monaten 48 Wochenstunden nicht überschreitet) ist mir bekannt.

Es geht hier um nicht bezahlte Überstunden. Ich bezweifle dass der Chef nicht weiss und damit duldet, dass die MA Überstunden arbeiten. Es geht um die Frage der Bezahlung.

Lies mal erst die Frage richtig bevor Du Antworten kritisierst die genau diese beantworten oder hast Du was von zulässiger Höchstarbeitszeit in der Fragestellung gelesen?

0

Überstunden müssen nicht immer bezahlt werden - erhält man bspw ein Gehalt, also einen Festen Betrag, so kann eine gewisse Anzahl mit diesem Gehalt ausgeglichen sein. Bekommt man einen Lohn, also einen Betrag für jede Stunde, dann muss auch jede einzelne Stunde bezahlt werden, es sei denn, es wurde wirksam die Anwendung eines Stundenkontos vereinbart.

Für beide Fälle gilt - es muss klar vereinbart sein, wie Überstunden abgerechnet werden. Bei einem Gehalt muss klar sein, was zu zahlen ist, wenn die Stunden die bereits abgegolten sind überschritten werden. Gibt es keine Vereinbarung, ist man auch nicht zur Mehrarbeit über das vereinbarte hinaus verpflichtet.

Regel Nummer 1 - wer in Urlaub ist, der sollte nicht ans Telefon gehen wenn der Chef anruft !!! Und selbst wenn, ein einmal genehmigter Urlaub kann nicht gestrichen werden und ein Rückruf wenn einer schon im Urlaub ist ist ebenfalls unzulässig, das hat das BAG schon mehr als hinreichend entschieden.

Ein Mythos ist - wer krank geschrieben ist kann auch nicht arbeiten... das ist falsch! Ein Büromensch ist mit einer normal verlaufenden Erkältung trotz AU durchaus arbeitsfähig - ein erkälteter Bäcker hat aber in einer Backstube nichts zu suchen, kann aber mit einem verstauchten Fuß durchaus arbeiten, trotz AU... Je nach dem weswegen man krank ist, besteht auch trotzdem Versicherungsschutz. Sagt aber der Arzt - ne, du bist so krank, du bleibst definitiv zuhause, dann sieht das wieder anders aus. Das Arbeitsrecht macht hier durchaus Unterschiede zwischen einer Krankschreibung und einer Arbeitsunfähigkeit - Krank ist also nicht zwangsläufig Arbeitsunfähig.

Klar (p)isst einen das erst einmal an - doch muss man sich das Gesamtbild betrachten. Wird das ausgenutzt, dann muss man sich wehren. Man sollte aber nicht gleich zum Anwalt rennen und klagen - gerade im Handwerk gibt es Schlichtungsstellen auf der Innung oder auch der Handwerkskammer, deren Entscheidungen für den Arbeitgeber bindend sind

Wenn der Arzt einem Büromenschen eine AU gibt, erklärt der Arzt doch dadurch, dass der Arbeitnehmer nicht zur Arbeit gehen darf. Ist das nicht definitiv?

Ich habe so etwas in meinem Leben noch nicht gehört, lerne gerne dazu, will mich aber versichern, dass wir beide nicht aneinandervorbeireden.

Besonders gut finde ich übrigens den Tipp mit der Schlichtungsstelle - wenn ich es an seiner Stelle überhaupt auf einen Streit ankommen lassen würde. Ich persönlich würde einen neuen Job anpeilen, nicht davon erzählen. Vielleicht auch mal eine ganz andere Jobrichtung anpeilen., als Quereinsteiger. LG!

0

Warum bekomme ich keine Antwort auf meine höflich gestellte Frage (Büromensch - AU - zur Arbeit gehen)?

0

Wenn man krank oder im Urlaub ist, muss man nicht ans Telefon gehen. Wenn er dich doch im Urlaub erwischt, dann bist du natürlich grad in Thailand und fragst, ob der Chef dir das Geld für den vorzeitigen Rückflug überweist - du würdest dann übermorgen, wenn das Geld da ist, den ersten Flug nehmen ....

Ansonsten wie ISrael schreibt ... Arbeitszeiten exakt notieren und einfordern. Klagen wird nicht nötig sein, da der Chef weiß, dass er betrügt.

Du solltest zunächst Bewerbungen schreiben und Dich um eine andere Anstellung bemühen.

Wenn Du einen neuen Job in der Tasche hast (Arbeitsvertrag ist unterschrieben) solltest Du mit einem Rechtsanwalt gegen den Unternehmer vorgehen, um die noch ausstehenden Zahlungen zu erhalten.

Bis dahin alles dokumentieren, was nicht korrekt läuft, Zeugen suchen (Adressen austauschen) u.s.w. .

Mal vorsichtig im Kollegenkreis umfregen, wer eventuell mitzieht aber hierbei extrem vorsichtig sein.

Find ich gut!

0

Mal vorsichtig im Kollegenkreis umfregen, wer eventuell mitzieht

und? das müsste der Kollege dann selbst durchsetzen - in Deutschland gibt es keine Sammelklagen.

0
@stelari

Es muss keine Sammelklage eingereicht werden ... Zeugenaussagen wären auch hilfreich.

0
@Entdeckung

Ob die Klage erfolg hätte ist sehr zweifelhaft - siehe dazu meine Antwort. Er müsste jede einzelne Stunde nachweisen müssen, warum wann wo und wie viel mehr gearbeitet wurde - was schon mal fast auszuschließen ist, dass dies gelingt, er kann den Anspruch also nicht schlüssig begründen und die ArbG kennen da kein Pardon - da nützt ein Zeuge überhaupt nichts. Dann ist noch der Beweis zu führen, ob es angeordnet war oder auch geduldet - und hier sind die Kriterien noch enger als beim Nachweis der Zeiten

Auch wegen Antreten während eines Krankenscheins - hab das ja ausgeführt - oder wegen Rückpfiff aus dem Urlaub.... im blüht höchstens ein mickriges Bußgeld. Beim Urlaub muss dieser wieder gut geschrieben werden, bei Krankheit passiert gar nichts.

Außer einen neuen Job suchen hilft ihm die Klage nicht viel - er würde untergehen. Allerdings kann man das auch auf anderen Wege tun - irgendwann steht die sittenwidrige Vergütung im Raum, vor allem bei einem Mindestlohn - so habe ich es geschafft. Vier meiner Vorgänger haben das über die Überstunden probiert und sind alle gescheitert - ich habe ihm 12.000 aus dem Kreuz geleiert!

0
@stelari

Ne ... bitte nicht missverstehen ... ich bin wie du der Meinung, dass sehr sorgfältig überlegt werden muss, was der Fragesteller mit einer Klage gewinnen und verlieren könnte ...

Ich wollte NUR darauf hinweisen, dass Kollegen, wenn sie sachlich und korrekt zu den strittigen Punkten etwas beitragen können ... als Zeugen sehr hilfreich sein können ... (und nicht als Mitkläger ... ;-)

0

Also wenn ich in der Situation stecken würde , würde ich das wirklich vor Gericht holen. Überstunden müssen bezahlt werden. Es darf kein Limit bestehen! Einen Vorrat von Urlaubsstunden müssen berechtigt sein ...

nichts ist da zulässig . such dir ein anderen job ,

Was möchtest Du wissen?