In Berufung gehen? (gericht)

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8 Antworten

Die Sache ist im Prinzip recht einfach. Offensichtlich wurde dein Bekannter schon einmal straffällig und seine Strafe wurde zur Bewährung ausgesetzt. Anders ausgedrückt, wurde ihm eine zweite Chance gegeben. Diese hat er vertan. Nun, da er wieder straffällig wurde, muss er mit der Aufhebung seiner Bewährung rechnen. Er wird wohl die ursprünglich zur Bewährung ausgesetzte Strafe absitzen müssen.

Weiter wird er für die Wiederholungstat noch ordentlichen Nachschlag bekommen.

Das ist im Prinzip nicht zu beanstanden und liegt im Sinne unseres Rechtssystems. Ganz ehrlich gesagt, sehe ich keine Chancen, erfolgreich Rechtsmittel einzulegen.

In den offenen Vollzug wird er vorerst nicht kommen. Das kommt in der Regel erst nach mindestens der Hälfte der Strafe in Betracht.

Du musst damit rechnen, dass er wirklich ins Gefängnis muss.

Ohne Job und ohne Wohnsitz sehen seine Chancen auf eine straffreie Zukunft ohnehin sehr schlecht aus. Die reine Absichtserklärung wird daran nichts ändern.

Weswegen will dein Bekannter in Berufung gehen? Findet er die Strafe für die begangene Tat zu hart? Immerhin wird in die Bemessung der Strafhöhe auch noch seine vorherige Straftat einbezogen, für die er bisher nicht im Gefängnis sitzen musste.

Ich finde, ein schwerer Einbruch ist keine Lappalie.

Die Entscheidung, ob eine Strafe zur Bewährung ausgesetzt wird, orientiert sich immer an der Prognose zum Urteilszeitpunkt. Das bedeutet, dass das Landgericht neu anhand der gegenwärtigen Situation entscheiden muss, ob die Strafe zur Bewährung ausgesetzt wird. Wenn seine Lebenssituation eine Strafaussetzung rechtfertigt und auch andere Gründe dem nicht entgegen sprechen, dann ist eine Bewährung möglich.

SCHLIMMER kann es nur dann kommen, wenn auch die Staatsanwaltschaft Berufung eingelegt hat. Andernfalls gilt ein Verschlechterungsverbot. Dann kann es nur besser werden.

Ob offener Vollzug in Betracht kommt (nicht zu verwechseln mit Freigängern) kann nur anhand von Details einigermaßen ernsthaft beurteilt werden. Hier kommt es aber auch auf das Verhalten während des Vollzuges an.

Schätzungsweise hat er ganz massiv gegen seine Bewährungsauflagen verstoßen. Die Haft dürfte ihm jetzt sicher sein, weitere Bewährung eher unwarscheinlich. Vor Allem, ohne festen Wohnsitz. Sein Anwalt wird ihn sicher beraten (den hat er doch hoffentlich?)

cosmicgiirl 03.07.2014, 21:00

ja er hat ne anwältin

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PhoenixXY 03.07.2014, 21:14
@cosmicgiirl

Wenn die Anwältin in Berufung geht - bekommt sie Geld. Nur DAS zählt für sie.

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tuedelbuex 03.07.2014, 21:28
@PhoenixXY
Wenn die Anwältin in Berufung geht - bekommt sie Geld. Nur DAS zählt für sie.

Mmmmh, ja! Das ist auch wieder wahr.....

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Das sollte er mit seinem Anwalt besprechen, ich nehme mal an ihm wurde einer zur Seite gestellt. Wenn nicht, mit einem Sozialarbeiter, der kann ihm sicher auch weiterhelfen.

Der Knalli hat also während seiner Bewährungsfrist wieder mal seine kriminelle Energie nicht bändigen können.

Was macht Dich glauben, daß das A...loch in den offenen Vollzug kommt oder straffrei ausgeht? Der Typ ist Wiederholungstäter, also fährt er ein.

Von den 22 Monaten muß er voraussichtlich 18 Monate absitzen. dann kommt er mit 5 Jahren Bewährungsauflage raus, baut innerhalb von 2 Monaten nach Entlassung den nächsten Bruch und fährt wieder ein, undsoweiter undsoweiter undsoweiter...

Ich empfehle in diesem Zusammenhang Hans Fallada "Wer einmal aus dem Blechnapf frißt". Ist aktueller denn je.

Schlimmer kann die Strafe nicht werden, sofern die Staatsanwaltschaft nicht ebenfalls Berufung einlegt. Insofern könnte sich das lohnen...

Wenn er keinen festen Wohnsitz hat, soll er doch 22 Monate nehmen...

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