Importieren und verkaufen?

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3 Antworten

Die Idee ist grundsätzlich erstmal sehr gut ! Habe selber früher jedesmal Schmuck, Tücher und schöne kleine Dinge aus Ghana (auch aus der Türkei) mitgebracht, zusätzlich auch von dort ein paar Pakete geschickt und das dann in Deutschland auf Festivals und Flohmärkten verkauft - so kamen für mich immer die Reisekosten raus, die Leute bei denen ich eingekauft habe haben sich gefreut, die Käufer ebenfalls und das Ganze war rundum erfreulich.

Wenn man die Taschen und das übliche Reisegepäck vollpackt kostet das keinen Zoll - das wird als Souveniers angesehen. Anders sieht es sicher aus wenn man zusätzlich Gepäck aufgibt und von jedem Stück viele Teile hat -es ist sowieso auch für den Verkauf besser, von möglichst vielen Dingen was zu haben, also nicht nur Schmuck oder nur Decken. Außerdem ist Extra-Gepäck so teuer, dass es sich schon nicht mehr lohnt.

Pakete aus dem außereuropäischen Raum abzuschicken ist ebenfalls nicht ganz billig - aber auch dafür musste ich nie Zoll zahlen weil ich keine Massenware geschickt habe sondern immer nur viele verschiedene schöne Einzelteile, die wurden immer sehr kulant betrachtet :).

Es gibt jedoch einen Haken bei deiner Idee mit dem Weihnachtsmarkt: für so einen Stand brauchst du schon wesentlich mehr Ware, vor allem so kurzfristig und da werdet ihr etwas für zahlen müssen, wieviel weiß ich leider nicht, google einfach mal Einfuhrzoll und Kunstgewerbe, da müsstest du konkrete Angaben finden können. Denn um einen Weihnachtsmarktstand (bei uns sind das so kleine Häuschen) auszustatten reichen zwei halbe Koffer und das Handgepäck voll Ware bei weitem nicht aus, da lohnt sich schon eher eine kleine Containerbeteiligung, die manche Speditionen günstig anbieten wenn sie in ihren Containern noch etwas Stauraum übrig haben.

Der Vorteil deiner Idee: so Weihnachtsmarktstände sind eigentlich immer sehr begehrt, weil sehr lukrativ - das ist allerdings auch von der Stadt, die Attraktivität des Marktes und nicht zuletzt vom Wetter abhängig ob sich das lohnt. Nicht wenige Ständler verdienen sich mit dem Weihnachtsgeschäft den Großteil ihres Jahreseinkommens.

Im Übrigen brauchst du nur noch einen Reisegewerbeschein, der kostet um die 50 - 60 €, das variiert von Gemeinde zu Gemeinde. Den Schein kriegst du für Kunstgewerbe, Geschenkartikel etc. völlig problemlos (früher beim Ordnungsamt, jetzt bei uns im sogen. Bürgerbüro, weiß nicht ob es das woanders auch gibt, auf jeden Fall im Rathaus, Gemeindeamt deiner Stadt)

Falls du Lebensmittel anbieten willst wird es komplizierter, dann kostet er mehr und da gibt es noch Regeln bzgl. eingepackter und offener Waren (für letztere brauchst du ein Gesundheitszeugnis vom Gesundheitsamt - zu beachten wenn du vielleicht Feigen, Pistazien o.ä. anbieten willst). Beim Amt wirst du darüber aber im Detail aufgeklärt.

Für den Flohmarkt brauchst du nicht mal einen Reisegewerbeschein, aber die wirklich guten Flohmärkte, wo die Leute nicht nur nach Billigzeug sondern nach schönen Dingen gucken, akzeptieren meist keine professionellen Händler mit Neuwaren, nicht mal wenn sie schön sind. Auf den anderen Flohmärkten wo jede Menge Billigramsch angeboten wird wirst du dagegen nicht die richtige Kundschaft für deine Sachen finden.

Im Sommer gibt es aber jede Menge kleinerer Flohmärkte (kleine Festivals, Stadtteilfeste, Kulturveranstaltungen etc. sind ebenfalls sehr empfehlenswert, denn da sind die Leute bereit etwas mehr Geld für schöne Dinge auszugeben !) wo du sicher einen hübschen, bunten, edlen, kleinen Stand machen kannst um dir was dazuzuverdienen, nette Leute dabei kennenzulernen und eine Menge Spaß zu haben.

Danke für´s Sternchen und viel Erfolg :)!

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du musst ein Gewerbe anmelden, um professionell auf Flohmärkten verkaufen zu dürfen. Innerhalb Europas fällt kein Zoll an und Steuern musst du ab einem gewissen Umsatz bzw. Gewinn zahlen.

Wenn Du Sachen einkaufst, um diese gewinnbringend weiter zu verkaufen, handelst Du gewerblich. Damit benötigst Du einen Gewerbeschein. Und damit sehe ich - jetzt mal unabhängig von Steuern und Abgaben - noch ein weiteres Problem. Du bist als gewerblicher Verkäufer für Deine Waren verantwortlich. Verkaufst Du beispielsweise Textilien, bei denen sich hinterher heraus stellt, daß sie im Ausland mit gesundheitsschädlichen Farbstoffen, Imprägniermitteln etc. behandelt wurden, mußt Du für diese Dinge eine Garantie einräumen und sie zurück nehmen! Genauso wie technische Artikel, die nicht betriebssicher sind.

Probleme über Probleme ... - man muss sie nur suchen, dann findet man sie auch ;)

In der Frage geht es nicht um ein gewinnorientiertes Unternehmen sondern um einen simplen Reisegewerbeschein zwecks geringfügigem Zuverdienst.

Weil ein Weihnachtsmarktstand in diesem Fall kein Haupterwerb ist dürften sich die Steuern und Abgaben in Grenzen halten falls sie nicht schon in der Standgebühr enthalten sind wenn der Markt von der Stadt organisiert wird.

Zu dem weiteren Problem: wenn es danach ginge was in Textilien an Giften enthalten ist, soweit es sich nicht um geprüfte Bioware handelt, müssten wir alle nackt rumlaufen ! Bei Kunstgewerbe handelt es sich gewöhnlich auch nicht um technische Artikel.

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