Imperialismus und der Weißer Mann?

...komplette Frage anzeigen

7 Antworten

Mit "weißer Mann" sind Europäer gemeint, wobei ich die Russen da mit einbeziehe. Süd- wie Nordländer.

Durch die vielen Konflike im kleinräumigen, geopolitisch nicht abgegrenzten Europa gab es da nen technologischen Vorsprung. Das fing bereits mit der Entdeckung Amerikas an. Klar - Indianer konnten wasserdichte Körbe flechten und Inkas waren hammermäßige Goldschmiede, aber im Vergleich waren die einfach unterentwickelt. Und es war bis jetzt immer so, dass ne überlegene Kultur ne Unterlegene unterjocht hat. Ich will jetzt nicht sozialdarwinistisch rüberkommen - muss man ja heutzutage dazu sagen - ich kann mich aber an kein historisches Ereignis erinnern, wo es nicht so war, weltweit.

Ausschlaggebend waren natürlich wirtschaftliche Gründe: Mittel- und Südamerika hatten Gold, Sibirien hatte Pelze, Afrika "Humankapital". Später kam dann noch der Merkantilismus dazu, also Einkaufen von Rohstoffen und Verkaufen von veredelten Endprodukten. Oder geopolitische Interessen wie Handels- und Militärbasen.

Jetzt waren die Europäer aber ja scheinbar brave Christenmenschen und mussten sich ja an die Bibel und gewisse ethische Grundsätze halten. Deswegen hatten sie die Idee, dass man die armen Wilden doch vor dem Höllenfeuer retten muss (anfangs) oder ihnen die Errungenschaften der Hochkultur bringen muss (später) - in beiden Fällen sollten sie erst mal "Arbeiten lernen". Interessanterweise hatten viele unterjochte Völker auch eine andere Einstellung zur Arbeitsmoral. Wahrscheinlich aufgrund mangelnder Konkurrenz. Nur mal so, dass beide Seiten beleuchtet werden.

Im Laufe des Errichtens der Kolonien haben andere Staaten gemerkt, dass das lohnend sein kann. Spanien und Portugal waren erst mal am Rande der Welt. Und auf einmal total wichtig. Die winzigen Niederlande konnten sich später gegen das riesige mächtige Spanien (kein Vergleich zu heute) behaupten, v.A. durch Gewinne im Fernhandel. England und Frankreich haben sich noch später mehr oder weniger zwei Drittel der Welt aufgeteilt. Und da wollten Länder wie das Deutsche Reich ("einen Platz an der Sonne") oder sogar das schwächliche Italien prestigemäßig nicht hintanstehen...

Aber: der "weiße Mann" war nur der Letzte, der das erfolgreich betrieben hat. Azteken und Inka hatten selber riesengroße Kolonialreiche mit wahnsinnig unzufriedenen Einwohnern (nur mit seinen 300 Leuten hätte Cortéz sicher nicht gewonnen), genau wie das Zulu-Reich in Afrika oder das Osmanische Reich und seine Vorgänger. Oder das Chinesische. Die einzige Ausnahme, die mir da so spontan einfällt sind die five nations der Irokesen, es könnte aber gut sein, dass externe Feinde die zusammengeschweißt haben.


Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von hasenfurz99
03.02.2017, 12:31

super, danke!!

1

Kann es sein, dass ihr im Unterricht das Gedicht "The White Man's Burden" von Rudyard Kipling besprochen habt und dass die Frage im Zusammenhang hiermit steht?

Ansonsten wäre die Wortwahl in der Aufgabenstellung nämlich schon zumindest grenzwertig.

Auch kann ich kaum glauben, dass von euch verlangt wird, ein Werturteil abzugeben.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Für den Imperialismus einer Oberschicht per se "den weißen Mann" verantwortlich zu machen, ist purer Rassismus und Sexismus. "Der weiße Mann" wurde in der weit überwiegenden Mehrheit per Wehrpflicht und unter Androhung von Zuchthaus bzw. Todesstrafe gezwungen, in den imperialistischen Krieg zu ziehen. Und darüber, daß man sich im Felde gegenseitig ordnungsgemäß erschoß, wachte die Feldgendarmerie.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Die Aufgabenstellung ist so dumm, dass es schon fast unglaubwürdig ist, dass ein Lehrer (eine Lehrerin?) sie gestellt haben könnte.
 
Was heißt denn überhaupt "besser"?

Auf dem Schlachtfeld?
Im Bett?
Im alltäglichen Umgang mit sozial Schwächeren?
Im Erstellen einer modernen Infrastruktur?
In Forschung und Wissenschaft?
Im Musizieren oder anderen Künsten?
In der Bekämpfung von Krankheiten?
Im Tragen von Bananenstauden?

Etc., etc.

Übrigens darf man vielleicht in diesem Zusammenhang auch einmal fragen,
ob der Kiplings Ausdruck "weißer Mann" nicht eine Nuance Rassismus   mittransportiert.

Waren denn z. B. die französichen, italienischen und spanischen Eroberer in Afrika, Asien und Amerika wirklich weiß wie Kreide?

(Die ersten Schotten, die Japaner zu gesicht bekamen, galten bei ihnen als -  zudem übel riechende - "Rothäute". Ich hatte einen schottisch-stämmigen Englischlehrer und kann die Farbwahrnehmung dieser Japaner gut nachvollziehen.)

 Vielleicht sollten wir, wenn man uns über die Hautfarbe definiert, einmal ebenso empfindlich reagieren wie andere, wenn man es bei ihnen tut.
 

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Der bessere Mann? Ich höre wohl nicht richtig ! Solch eine absurde Frage kann doch wohl kaum ein/e Lehrer/in gestellt haben, oder täusch ich mich da?

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Also Imperialismus wäre Anfang des 20 Jahrhunderts...dann fällt mir spontan dazu ein Kolonialmächte wie z.b. England, Deutschland, Belgien usw...und nun der "Weiße Mann" machte was in seinen Kolonien? Hat der dort eventuell Ausbeutung der Bevölkerung betrieben und Raubbau an der Natur?

Und nun spinn das Rad mal weiter ...^^


Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Absurde Fragestellung.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Was möchtest Du wissen?