Immunsystem im Darm.?

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6 Antworten

Hi,

man sollte da zu dem bereits Gesagten unterscheiden, dass der Darm von "guten" Mikroorganismen besiedelt wird. Wenn man 1g Stuhl betrachtet, dann enthält dieser im frischen, feuchten Zustand ca. 300 Milliarden Bakterien (1 Milliarde sind 1000 Millionen, also 300.000 Millionen Stück) und einige 100 Millionen Viren. Wohlgemerkt nur in 1 Gramm.

Nun wird deutlich weshalb es ein Darmimmunsystem braucht. Gäbe es dieses nicht, würde dein Körper binnen kurzer Zeit von innen heraus verfrühstückt ;) Diese Bakterien sind lebensnotwendig, aber sie sollen tunlichst im Darmlumen verbleiben.

Mögliche "Pathogene" von denen du auch sprichst, sind ja Keime, die Krankheiten verursachen. Die können auf die gleiche Weise die Magenpassage überleben, treffen aber dann erst mal auf eine Wand von siedelnden "guten" Bakterien. Eine intakte Darmflora ist ein wichtiges "Schutzschild" bevor das Immunsystem des Darms greift. Gruß, Cliff

Heist das, das Darmimmunsystem soll uns vor allem vor unserer Darmflora schützen, die sonst aus dem Darm auswandern würde? Ich dachte, die Darmflora sei Teil des Immunsystems, indem sie Pathogenen die Ansiedlung im Darm erschwert?

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@Hallemachallema

ja, genau das heißt es. 

Die Darmflora ist nicht Teil des Immunsystems und auch nicht Teil des Körpers. Ohne Immunsystem würden wir der Darmflora zum Opfer fallen, weil diese sich nicht auf das Darmlumen beschränken würde. Andererseits brauchen wir sie, um Nahrung zu erschließen. 

Der Umstand dass sie Besiedlung durch ungünstige Keime verhindert, ist ein Nebeneffekt, der ihr selbst und uns zugute kommt. Den macht man sich aber auch z.B. bei Haltbarmachung von Nahrungsmitteln zu Nutze, z.B. wenn man Sauerkraut herstellt. Der Besatz mit Milchsäurebakterien, die spezifischen Bedingungen (niedriger pH), macht es anderen verderblichen Keimen schwer auf dem Kohl Fuß zu fassen, als wenn gar keine Besiedlung vorläge (unbehandelter Kohl). Das wäre dann wie ein "gedeckter Tisch". Der Besetz mit "guten" freundlichen Milchsäurebakterien verhindert schädliche Besiedlung, bei der dann auch potentiell Bakteriengifte entstehen würden, so dass wir den Kohl nicht mehr verzehren könnten. Gruß, Cliff

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Es gibt nicht nur eine ganze Reihe von Pathogenen welche die Magensäure überleben können, einige siedeln sogar primär im Magen (z.B. Helicobacter Pylori) oder werden sogar erst durch Magensäure aktiviert (z.B. Picornaviridae).

wenn es so wäre, würde man keine Darmprobleme mehr bekommen, natürlich gelangen Keime hinter dem Magen in den weiteren Darmtrakt

nein das ist sehr falsch weil es Bakterien gibt die die Magensäure ertragen, d.h. sie sind PH-Wert abhängig.Man sagen sterben in einer sehr warmen Umgebung(gekochtes Wasser) und Bakterien ich meine nützliche Bakterien die die Nährstoffen vom Essen aufnehmen. Also am Besten kochen, waschen, essen.

Wenn das der Fall wäre, dann hätten wir zum Beispiel kein Problem mit Salmonellen. Deine Theorie hat zumindest eine Schwäche. ;-)


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