Immobilienkauf geplatzt. Wer trägt die Notarkosten?

8 Antworten

Wer zahlt, schafft an (weiß schon der berüchtigte Volksmund). Aber auch der Umkehrschluss gilt: Wer anschafft, zahlt auch. Ergo ist der Auftraggeber (unbeschadet etwaiger vertraglicher Nebenabreden) zunächst auch verpflichtet, die Notarkosten zu bezahlen.

sowohl Käufer als auch Verkäufer haften dem Notar für die Übernahme der Kosten. Also kann der Notar auch dem Käufer (auch in spe) die Rechnung stellen.

Der Notar hat ein Eigeninteresse, nämlich die Beurkundung des Kaufvertrages, der ja wahrscheinlich irgendwann zustande kommen wird. Ärgert er den Verkäufer, kann es natürlich passieren, dass sich der Verkäufer einen anderen Notar sucht. Auch das spricht aus der Sicht des Notars dafür, dem Kaufinteressenten die Rechnung zu stellen.

Wer die Musik bestellt, muss sie auch bezahlen. Daher würde ich den Notar freundlich anschreiben und ihm erläutern, dass ihr zu keiner Zeit einen Notarvertragsentwurf beim Verkäufer angefordert habt und daher auch nicht seine Rechnung übernehmen werdet. Das sollte eigentlich reichen. Wenn nicht, würde ich auf jeden Fall einen Rechtsanwalt zu Rate ziehen.

Viel Erfolg!

Jetzt seit Ihr dran, muss ich diese 290€ bezahlen?

Nein.

Ich hatte mal bei einer Erbschaftssache ein ganz ähnliches Problem - vielleicht findest du meinen Brief ja hilfreich - mein Problem hat er jedenfalls gelöst :-O

"Ihre Forderung aus Rechnung ... vom ... weise ich als ungerechtfertigt zurück. Gem. § 311b BGB waren ich bis zum rechtskräftigen Abschluss des notariellen Vertrages grundsätzlich in meiner Entscheidung frei. Der Vertragsanbahnung durch Besichtigung lag demzufolge keinerlei Bindungswillen vor. Die vorgenommenen Aufwendungen fallen demnach Ihrem Mandanten zur Last."

Viel Erfolg :-)

G imager761

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