Immobilien Schenkung - weiter veräußern?

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3 Antworten

125 m² x 60 €/m² = 7.500 €

7.500 € Grundstückswert - 20.000 € Abrisskosten = -12.500 €.

Will die erbende Witwe nun der enterbten Tochter noch einen Schaden von 12.500 € auf's Auge drücken? Und sie dafür auch noch Grunderwerbsteuer, sofern diese bei einem solchen Deal überhaupt anfällt, in jedem Fall aber Notar- und Gerichtskosten zahlen lassen? Das klingt nach einer ziemlich miesen Nummer.

Und ob der Nachbar dann für 5.000 € kauft, erscheint mir sehr fraglich, ansonsten kommt man nicht auf eine so dumme Idee eines Doppelverkaufs. Hierbei wird die Tochter über den Tisch gezogen, mehr nicht. Da wird ein Dummer gesucht, dem ein Sack voller Probleme überschrieben werden soll.

Die Witwe soll an den Nachbar direkt verkaufen. Vom Erlös muss sie dann den Pflichtanteil an die Tochter zahlen.

Nb. Schenkungssteuerfreibeträge:

500.000 € bei Ehegatten

400.000 € bei Kindern.

Offenbar ist (grundbuchmäßige) Eigentümerin jetzt die Ehefrau des Verstorbenen. Es ist doch das Allereinfachste, wenn diese Eigentümerin jetzt das Grundstück an den Nachbarn für 5.000 Euro verkauft, dieser, wie üblich, die Grunderwerbssteuer und die Notarkosten übernimmt und dann ins Grundbuch eingetragen wird. Ich sehe keinen Hinderungsgrund für diese Transaktion, vor allem nicht in dem Umstand, dass die Tochter vom Vater enterbt worden ist. Nach dem Eigentumsübergang an dem Haus auf die Ehefrau ist diese nicht etwa durch das Testament des Ehemanns (Enterbung der Tochter) daran gehindert, das Haus an die Tochter oder einen x-beliebigen Dritten zu verkaufen. Was die Ehefrau mit den 5.000 Euro dann macht, ist allein ihre Sache. Sie kann - wenn das so gewollt ist - das Geld an die Tochter schenken, die dafür keine Schenkungssteuer bezahlen muss, weil sie ja einen Freibetrag für Schenkungen von einem Elternteil in Höhe von 400.000 Euro hat ! Sie sehen, dass das alles völlig legal und problemlos vonstatten gehen kann, es sei denn, Sie hätten irgendwelche interne Probleme verschwiegen !

Colombo1999 19.11.2016, 21:18

"Was die Ehefrau mit den 5.000 Euro dann macht, ist allein ihre Sache."

Falsch! Sie muss davon den Pflichtanteil an die Tochter auszahlen.

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sergius 19.11.2016, 23:07
@Colombo1999

Das doch nur, wenn die Tochter den Pflichtteil verlangt ! Wenn die Mutter ihr aber den gesamten Erlös schenkt, ist doch die Pflichtteilsfrage damit gegenstandslos !

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Ich dachte der Hinweis "anwaltliche Auseinandersetzung" hätte genügt, um zu sagen, dass es hier nicht gerade freundschaftlich zur Sache geht/ging (Hintergünde sind privat und nicht von Belang, es sei nur so viel gesagt: wenn man sich mal auf der Straße sieht, wird nicht ausgeschlossen, dass verbale Faustschläge verteilt werden).

Zur Sache: das letzte Anwaltschreiben der Ehefrau besagt, dass die Tochter noch bis zum 01.12.2016 Zeit hat, das Grundstück und Haus unentgeldlich zu übernehmen, ansonsten wird die Sache unentgeldlich der Gemeinde überlassen.

Das sich die reine Übernahme für die Tochter nicht lohnt ist klar, aber wenn der Nachbar eben anbietet, das Ganze für Betrag X€ zu übernehmen mit ALLEN Arbeiten, die gemacht werden müssen.... wieso nicht? Natürlich ist das ganze mit Risiken verbunden, z.B. könnte der Nachbar einfach abspringen. Aber in dem Fall.... wird es eben doch der Gemeinde geschenkt. Fertig. Vielleicht. Hoffentlich. Eventuell.


Die Frage ist eben wirklich: geht das so einfach? Ohne "Wartezeiten"?

Tochter übernimmt Haus -> Zahlung von Notarkosten durch Tochter -> Nachbar übernimmt Haus von Tochter -> Zahlung von Betrag X€ udn Notarkosten durch Nachbar an Tochter

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