Immernoch Schweigepflicht?

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5 Antworten

Der Psychotherapeut steht nach § 203 StGB unter der Pflicht der Verschwiegenheit.

Davon ausgenommen sind nur die Tatbestände nach § 138 StGB, aber auch nur "zu einer Zeit, zu der die Ausführung oder der Erfolg noch abgewendet
werden kann".

Vergangene Taten sind also generell nicht erfasst. Es geht nicht um Bestrafung von Tätern, sondern um die Abwendung laufender Taten.

§ 138 StGB umfasst aber nur **schwere** Straftaten wie z.B. Wertpapierfälschung. Kindesmissbrauch gehört **nicht** zum Katalog der schweren Straftaten, die hier von besonderer Bedeutung sind.

Kindesmissbrauch hat der Psychotherapeut also nicht zu melden.

Und im Übrigen sind Schulleiter nie die Adressaten von Meldungen. Die spielen in der Welt von Kindern als höchste Stellen sicherlich eine grosse Bedeutung. In der Welt der Erwachsenen sind sie nicht die alloberste Stelle.

Für Straftaten sidn Polizei und Staatsanwaltschaft die zuständigen Stellen, an die sich auch der PT beim Wissen von schweren Straftaten wie Wertpapierfälschung (aber eben nicht Kindesmissbrauch) zu wenden hätte.

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Mir hat vor kurzem ein Amtsarzt den Unterschied zwischen Verschwiegenheitspflicht und Schweigepflicht erklärt.

Ein Psychotherapeut steht unter Verschwiegenheitspflicht-und fällt nicht unter das StGB sondern nur unter das Zivilrecht,während Ärzte und Anwälte unter Schweigepflicht und somit unter das StGB fallen.

Für die Richtigkeit dieser Erklärung übernehm ich allerdings keine Garantie,weil ich das auch nicht gewusst habe,es ist aber scheinbar eine immer wieder beliebte Frage bei den Prüfungen.

Vielleicht hilft das ja irgendwie weiter!

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Grundsätzlich darf er das zunächst nicht. Laut § 203 STGB steht er unter Schweigepflicht. Der von dir beschriebene Fall ist nicht Teil der Punkte bei denen er eine Meldung vornehmen muss (vgl. 138 STGB) bzw darf.  Also darf er nicht.... Aber... Obwohl er damit offiziell eine Straftat begeht, wird er voraussichtlich Straffrei bleiben, weil es (kurz gesagt) einem höheren Ziel dient (vgl. § 34 StgB rechtfertigender Notstand) Er sollte sich jedoch an die Polizei wenden und nicht an den Schulleiter.

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Meiner Ansicht nach gilt dennoch die Schweigepflicht an die er sich halten muss. Trotz Allem.

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Kommentar von Seanna
31.08.2016, 22:31

Deine Ansicht ist für das Gesetz irrelevant.

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Ein Therapeut darf solche Straftaten nicht verschleiern. Allerdings sollte er so einen Verdacht eher gegenüber der Polizei äußern und nicht dem Schulleiter.

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Kommentar von joellesta1
31.08.2016, 20:27

Er muss das also sagen?

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Kommentar von Kirschkerze
31.08.2016, 20:28


https://www.gesetze-im-internet.de/stgb/\_\_138.html

Worauf ich mich stütze übrigens


"…] eine schwerwiegende Straftat geplant wird, die nach § 138 StGB anzeigepflichtig ist.

In diesem Fall besteht eine Offenbarungspflicht (Ausnahmen siehe § 139 StGB).Beispiel: wenn der Arzt während der Behandlung eines Patienten Erkenntnisse über eine zukünftige Gefährdung anderer Personen erhält, weil der Patient bspw. einen Mord ankündigt, muss er diese Erkenntnis weitergeben."


Und falls du noch tiefer reinlesen willst:

http://www.schweigepflicht-online.de/Seite\_Einfuehrung.htm



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Kommentar von joellesta1
31.08.2016, 20:31

Und wenn es keine Beweise gibt? danke

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Kommentar von joellesta1
31.08.2016, 20:33

Ok danke

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Kommentar von Nightlover70
31.08.2016, 21:01

Die Antwort ist definitiv falsch.
Der geschilderte Fall ist nicht über den hier zitierten Paragraphen abgedeckt.

Er unterliegt hier eindeutig der Schweigepflicht.

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