Immer zu viele Höhen - was tun?

2 Antworten

Aus reiner Neugier wollte ich auch schon diese Fame C kaufen, um sie meinen AKG,s (451) gegenüberzustellen. Diese sind noch aus der ersten Serie und wahrscheinlich nicht einmal mit den teuren aktuellen Modellen zu topen. Die eigene Stimme zu hören ist immer eine Herausforderung, man hört sich live ganz anders. Dein Problem könnte aber auch an der Qualität Deiner Lautsprecher liegen. - Keine oder zu wenige Bässe.

Deiner Fragestellung entnehme ich, dass Du nicht allzuviel Ahnung hast, aber von gutem Equipment schreibst. Nun ja. Dröseln wir das mal auf:

  • "Comp (?)" steht für Compressor, einem in den Yamaha-MG-Pulten der zweiten Generation eingebauten, sehr einfach gestrickten "One-Knob-Compressor". Mein Tipp: Finger weg, da nicht während der Aufnahme eingreifen.
  • "Pan (?)" bedeutet Panorama - ob das Signal links, rechts oder mittig oder irgendwo dazwischen zu hören sein soll. Auch hier: Finger weg, brav in der 12-Uhr-Stellung lassen. Das Mikrofonsignal bleibt da, wo es hingehört, nämlich in der Mitte.
  • "Ich möchte nicht so viel Gain und nicht so viele Höhen rausnehmen, weil es sonst so stumpf und weit weg klingt." - Autsch! Das klingt nach einem bösen Mikrofonfehler - oder einem Aufnahmefehler. Da die Yamaha-Pulte nun mal gute Mikrofonvorverstärker haben, ist da irgendwo anders was schief gelaufen. Zunächst einmal sollte man nur so viel Gain reingeben, wie nötig ist (wenn Du jetzt was über das Einpegeln mittels PFL wüsstest, könnte ich es Dir leichter erklären), zum anderen würde ich eh gar nicht so viel am EQ des Pultes fummeln. Wenn die Aufnahme dann auch noch "stumpf" klingt, ist das schon problematisch, aber bei "weit weg" klingeln bei mir sämtliche Alarmglocken - das darf nicht sein! Könnte es sein, dass Du hier einen Fehler gemacht hast?

Nun hast Du Dir mit dem Fame-Mic, vermutlich einem Behringer-Nachbau, nun nicht gerade Qualität geholt. Da darf man sich über bescheidene Ergebnisse nicht wundern. Was zum Teufel erwartest Du eigentlich bei dem Preis? Eine gute Auflösung und hochwertige Aufnahmen? Eher im Gegenteil: Die Membran wird Dir mit einem eigenwilligen Verhalten und eher zweifelhaften Wandlern fröhlich auf der Nase rumtanzen.

Mein Tipp: Klopp' das Mikrofon in die Tonne und hol' Dir was anständiges.

Ach ja, noch was: Ich kenne leider nicht die Qualität der MacBook-Soundkarten, aber Du gehst doch vom Yamaha-Pult über eine analoge Verbindung ins MacBook, richtig? Warum nimmst Du nicht besser ein anständiges Audio-Interface? Selbst Apple kann die elektrisch / elektronischen Probleme der OnBoard-Soundkarten nicht lösen. Eine Notebook-Architektur lässt sich nicht so leicht austricksen.

Ersteinmal: Danke für deine ausführliche Antwort!!

Zum einen hast du Recht: sonderlich viel Ahnung von dem Kram habe ich nicht, hab aber so etwas bereits mit nahezu der selben Austattung - nur ein anderes Mikro, und zwar ein sehr sehr gutes Bühnenmikro von Sennheiser - getan. Klar ist das Mikro nicht super geeignet dafür, hat aber eine hervorragende Qualität, und da war es dasselbe, und ist es nicht eigentlich "normal" (?): wenn ich z.B. sehr viele Höhen rausnehme, dass es dann etwas "stumpf" klingt?

Du musst das auch einmal so sehen: ich bin Schülerin und kann mir leider kein supertolles Mikrofon leisten, muss ich auch gar nicht. Ich kenne einige Musiker die kein besseres Mikrofon haben und trotzdem tolle Aufnahmen machen. Es muss doch möglich sein aus dem, was ich habe, das Beste zu machen - da muss doch mehr rauszuholen sein!

Was bedeutet denn Gain eigentlich? Ist es ratsam, eher weiter weg zu gehen? Es muss doch möglich sein da mehr zu machen. Nicht jeder Amateur oder Mensch, der gute, überzeugende Aufnahmen macht, hat ein professionelles Heimstudio!

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@bizarrejune

Eins ist klar: Wo man Höhen rausnimmt, fehlen sie. Das muss man nicht diskutieren. Im Grunde willst Du ja auch nicht die Höhen beseitigen, vermute ich, sondern eher die Spitzen. Wahrscheinlich stören Dich die - und die bekommst Du mit dem Pult-EQ nicht weg.

Ein weiterer Ansatz könnte der Frequenzgang des Mikrofons sein. Da Großmembraner - bauartbedingt - zur Schönfärbung neigen (man sagt, sie klingen "warm"), findet sich im Frequenzgang meist eine Höhenanhebung. Ich will nicht ausschließen, dass bei Billigst-Mikrofonen hier einige Unsauberkeiten im Frequenzgang zu finden sind.

Ehrlich gesagt war ich auch viel mehr über Deine Beschreibung des "klingt weit weg" irritiert. Das dürfte eigentlich nicht sein, solche Phänomene finden sich nur bei Fehlern in der Mikrofonierung (Aufstellort / Ausrichtung).

Der Gain beschreibt die Eingangsempfindlichkeit. Je schwächer das Zuspielgerät ist, um so weiter musst Du ihn aufdrehen. Bei schlechten Mikrofonvorverstärkern oder einem Mikrofon mit einem hohen Eigenrauschen würdest Du, je weiter Du den Gain aufdrehst, eben auch diese Störungen mit in das Eingangssignal mit rein bringen. Nun gilt aber für JEDE Aufnahme, dass das Ursprungssignal so sauber wie möglich sein sollte. Oder, wie es die Tontechs sagen: "Shit in - shit out". Merke: Was Du bei der Aufnahme versaust, kriegst Du später nie wieder ordentlich glattgebügelt.

Wir reden hier sicher nicht über supertoll und mega professionell. Aber Du solltest Dir vor Augen führen, dass Du jetzt erst mal 44 Euro für was ausgegeben hast, die Dir an anderer Stelle fehlen. Ist rein rechnerisch schon ein halbes Audio-Interface. Auch dafür gibt es einen Leitsatz: "Wer billig kauft, kauft zweimal". Dieses Geld bekommst Du nie wieder rein.

In Deinem - speziellen - Fall wäre ich anders an die Geschichte herangegangen und wäre mit 170 Euro zzgl. Stativ komplett fertig gewesen. Hochwertig und sauber.

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