immer sehr traurig, ständige gedanken ans essen und einsam?

4 Antworten

Hallo Xingfu,

da Du an einer Essstörung erkrankt bist und Du sehr darunter leidest, fragst Du Dich sicher, was helfen kann. Vielleicht hast Du ja auch schon selbst versucht, davon loszukommen und es nicht geschafft. Bedenke jedoch bitte, dass es sich hierbei um eine Sucht handelt. Bei einer Sucht hat man einen zwanghaften Drang, die Handlung zu wiederholen und kann sich nicht vorstellen ohne diese zu leben. Das kannst Du sicher auch bestätigen.

Ich möchte Dir nachfolgend einige Tipps geben, die Dir helfen könnten.

1. Gestehe Dir Dein Problem ein

Der erste Schritt ist, Dir selbst einzugestehen, dass Du ein Problem hast. Auch wenn Du Dein Essverhalten möglicherweise vor anderen verbirgst, rede Dir niemals selber ein, dass alles gut ist wie es ist. Erst wenn Du Dein Problem auch als echtes Problem siehst, kannst Du den Entschluss fassen, dagegen anzugehen. Oft stecken hinter Essstörungen ernsthafte psychische Ursachen, wie z.B. ein geringes Selbstbewusstsein oder Missbrauch.

2. Versuche so viel wie möglich über die Krankheit zu erfahren
Informiere Dich in seriösen Quellen über Deine Krankheit und ihre Auswirkungen. Beispielsweise bekommst Du bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) einige hilfreiche Informationen und auf folgender Website: www.bzga-essstoerungen.de . Es gibt auch Beratungsstellen für Essstörungen und Telefonnummern, bei denen man sich anonym beraten lassen kann.

3. Geh in die Offensive
Ein weiterer wichtiger Schritt ist, Dein Problem nicht zu verheimlichen, sondern mit jemandem, dem Du vertraust und der Dich versteht, offen darüber zu reden. Je mehr Du Deine Probleme in Dir einschließt, desto schlimmer werden sie. Manchmal kann schon ein solch offenes Gespräch eine heilende Wirkung haben. Ein mitfühlender Gesprächspartner kann Dir helfen, Dich wegen Deiner Essstörung nicht zu schämen. Sich angenommen und verstanden zu fühlen kann ein erster Schritt nach vorn sein. Solch ein Gesprächspartner könnte ein Elternteil oder ein anderer reifer Erwachsener sein, am besten jemanden, der über Erfahrungen mit der Behandlung von Essstörungen verfügt.

4. Nimm professionelle Hilfe an

Falls Deine Situation unerträglich geworden ist, kann es erforderlich sein, einen Krankenhausaufenthalt zu erwägen. Auch wenn dieser keine Heilung bringt, kann er dennoch helfen, über eine schlimme Zeit hinwegzukommen.

Oftmals reicht jedoch schon eine ambulante psychotherapeutische und medizinische Behandlung aus. Die Kosten für eine Therapie übernehmen auf Antrag die Krankenkassen, der Rententräger oder das Sozialamt. Das hat den Vorteil, dass man in seiner häuslichen Umgebung bleiben und das Gelernte gleich umsetzen kann.

Neben diesen praktischen Hilfen möchte ich noch auf eine andere Hilfe aufmerksam machen, an die in der heutigen Zeit die wenigsten denken. Ich meine die Hilfe, die von Gott kommen kann. Da er als unser Erschaffer die menschliche Natur in all ihre Facetten am besten kennt, kann er uns doch am besten helfen und Rat geben. Du kannst Dich z.B. jederzeit im Gebet an ihn wenden.

Der berühmte König David, der viele Höhen und Tiefen in seinem Leben durchmachte, wandte sich in Zeiten der Not und Bedrängnis oftmals an Gott. Viele seiner innigen Gebete sind in den Psalmen festgehalten. So schrieb er z.B. in einem Psalm folgendes: "Gesegnet sei Gott, der mein Gebet nicht abgewiesen, noch seine liebende Güte von mir [abgewandt] hat" (Psalm 66:20). Ja, David machte die Erfahrung, dass seine Gebete nicht nutzlos waren und ins Leere gingen. Er verspürte immer wieder die Hilfe seines Gottes. Die gleiche Erfahrung machen auch viele Menschen in unserer Zeit.

Ich wünsche Dir von ganzem Herzen, dass es Dir gelingt, Deine Krankheit Stück für Stück zu besiegen und ein Leben zu führen, dass wieder lebenswert ist.

LG Philipp

Kannst du gut mit deinen Eltern? Dann sprich mit Ihnen oder mit einer anderen Vertrauensperson. Du musst dir in jedem Fall Hilfe holen.
Höre auf dein Bauchgefühl!
Vielleicht hast du bereits die Lösung gedanklich parat?

Manchmal ist auch ein Schulwechsel hilfreich... gerade, wenn alles seit Jahren festgefahren ist... nicht falsch verstehen: Soll kein weglaufen bedeuten... eher die Chance auf einen Neuanfang, damit du in eine neutrale Umgebung kommst mit neuen Leuten. Vielleicht parallel die Hilfe eines Therapeuten in Anspruch nehmen...?
Sei nicht traurig... sprich bitte mit jemandem aus deinem Umfeld!

ich habe ja dieses schulkahr erst die schule gewechselt 😔

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... und die seelischen Narben sind mittlerweile so tief, daß du bereits mit hängenden Schultern durch dein Leben gehst...
Du hast soviel Kraft und Mut um diese Zeilen zu schreiben und somit angefangen, das Problem anzupacken! Das ist super!
Hole dir professionelle Hilfe... ist nicht schlimm zu einem Therapeuten zu gehen... Sprich mit einer Person deines Vertrauens...
Du bist genau richtig so, wie du bist! Wenn es dir hilft, schreibe mir.
Alles liebe!

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du solltest deine depresssion behandeln lassen.

die wahrscheinlichkeit, dass sich dann dein essverhalten normalisiert, ist relativ gross.

die wahrscheinlichkeit, dass es dir insgesamt besser geht, ist ganz, ganz hoch. wenn es dir grundlos schlecht geht und du dich jeden abend in den schlaf weinst, gehört das zu den symptomen einer akuten depression.

geh zunächst zum schulpsychologen/vertrauenslehrer und nimm eine anständige psychotherapie in angriff. wenn du sehr stark depressiv bist, kann auch vorübergehend eine medikamentöse therapie möglich sein, damit du erst mal so weit stabil bist, dass man die "andern baustellen" aufräumen kann.

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