Immer noch Trennungsschmerz nach 6 Jahren?

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7 Antworten

Auch ich vermute, wie die Psychologin, dass Du klasse bist! Du bist ein sensibler, ernsthafter Mensch - und Du hast einen unglaublichen Vertrauensbruch erlebt. Das kann lange bleiben. Ich habe nach einer Trennung mal 8 Jahre gebraucht, um mich überhaupt wieder richtig auf eine Liebe einlassen zu können (mir tun die Frauen heute Leid, die sich in der Zeit in mich verliebt haben, und die ich eigentlich total mochte, aber mit denen ich einfach nicht RICHTIG warm werden konnte.)

Lass Dir Zeit. Akzeptire, dass Deine Seele das eben noch braucht, Dir immer noch die Trauer mitzuteilen. Schiebe die Trauer vielleicht auch mal beiseite, wenn Du merkst, das nervt, aber in der Regel, lass ihr solange Raum, bis sie von selbst geht. So kannst DU weiter kommen. Vom Prinzip sieh, dass es noch eine Weile brauchen wird. Du hast so viele gute und richtige und tolle Dinge getan, um Dein Leben wieder in Gute Bahnen zu lenken. Das war gut und richtig und mutig. Mehr kann man nicht tun.

Eines ist aber ganz klar: Es wird den Tag geben, an dem Du merkst, ich denke ja gar nicht mehr immer an an den Schmerz!!! Ganz vergessen wirst Du ihn nie. Aber, es wird besser werden. Ist ja schon besser geworden. Das geht immer so weiter, wird immer besser.

Sprachlos72 09.06.2012, 23:37

8 Jahre, das gibt mir jetzt ein bischen Mut, dass ich es doch noch schaffe das zu überwinden und auch zu akzeptieren, dass es dann und wann noch hochkommt.

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Ontario 16.10.2017, 17:01
@Sprachlos72

Ich denke, du bist eine sehr sensible Frau, welche diesen Vertrauensbruch nur schwer ertragen kann. Ja, es kann sehr lange dauern, um dieses Ereignis einigermassen verdrängen zu können. Ganz wirst du es nie vergessen können. Wenn du einen neuen Partner hast, ein neues Leben beginnst, werden die schlimmen Erinnerungen immer mehr verblassen.

Du hast einen Sohn der dürfte dir Kraft geben, auch die schönen Seiten des Lebens geniessen zu können. Unternimm mit deinem Sohn soviel du kannst. Auch wenn es schwer fällt, meide den Besuch deiner "alten" Heimat, denn das reibt alte Wunden erneut auf.

Die Erinnerungen daran, werden so wach, als sei alles erst gestern gewesen. 

Wir wissen nicht,. ob dein Sohn bei dir lebt, oder bei seinem Vater.

Triffst du dich noch mit deinem EX- Mann, z. B. wenn es um das Besuchsrecht für das Kind geht ? Da würde ich einen neutralen Ort aussuchen, an dem das Kind vom einen Elternteil dem anderen übergeben wird.

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8 Jahre ist völlig im Rahmen. Ich kann mit 12 Jahren locker überbieten....

Das Problem, was du hast und ich eben nicht, ist, dass du nach wie vor Kontakt zu dem Kerl hast.

Meiner war von vornherein ein A... und hat sofort abgewinkt, als ich schwanger wurde. Bei uns war es keine andere Frau, die dazwischen kam, sondern einfach, dass er keinen Bock auf Papasein hatte.

Aber egal, die Gründe sind eher hintergründig. Es tut einfach weh, wenn sich der Mann abwendet und dich alleine lässt. Ganz egal, was er für Gründe hat. Es tut weh.

Ich habe jetzt mittlerweile 12 Jahre Zeit gehabt., mich mit seiner Entscheidung gegen mich zu arrangieren.

Mittlerweile hab ich nicht mehr das Gefühl, dass er mir fehlt. Bei dir ist es aber anders - ihr habt nach wie vor Kontakt, und das bedeutet, dass er allein mit seiner Anwesenheit, seiner Präsenz in deinem Leben, seinem "irgendwie ist er da, aber nicht für mich" permanent in deiner riesigen, blutigen und schwärenden Wunde herumstochert.

Wie soll diese Wunde heilen?

Jeder, der darüber nachdenkt, muss sich klar sein, dass so eine Wunde nicht heilen kann, wenn man ständig darin herumrührt.

Ich finde es echt traurig. Wär er nicht der Vater deines Kindes, würde ich ihn hinterrücks erschiessen wollen oder so. Auf jeden Fall war es richtig, die Gegend zu wechseln, woanders hinzuziehen. Das hab ich damals auch gemacht.

So hat man den Blödmann wenigstens nicht mehr dauerhaft vor Augen, muss keine Angst haben, ihn zufällig beim Einkaufen zu treffen oder so. Frei nach dem Motto, aus den Augen, aus dem Sinn. Da ist durchaus was dran.

Aber, jetzt bist du weggezogen, und hast ihn dennoch ständig im Blickwinkel wegen des Kindes.

Du fragst hier um Rat, und den will ich dir gerne geben. Zieh weg.

Und zwar ganz weit weg. Nicht nur 3 Seitenstraßen weiter, auch nicht in den nächsten Ort. Zieh soweit weg, wie es die geographischen Gegebenheiten hergeben!

Wenn du irgendwo am Rande Deutschland lebst, gut, wohnst du derzeit in der Mitte, ist es weniger gut. Doch egal wie, du musst da weg. 8 Jahre ist schon eine höllenlange Zeit, und wenn du es bisher nicht geschafft hast, dich innerlich von dem Heini zu trennen, dann musst du eben äußerlidh durch räumliche Trennung dafür sorgen.

Das ist meine Meinung.

Natürlich, das ist eine einschneidende Entscheidung. Du würdest deine Familie nicht mehr so oft sehen, und dein Kind sieht den Vater nicht mehr. Aber da du schon so lange an dieser Thematik herumkrebst, erscheint mir dies als die sinnvollste Maßnahme.

Natürlich kannst du auch zum Pscholytiker gehen, der dir dann nochmal sagt, dass du alles richtig machst. Und du scheinst tatsächlich alles richtig zu machen. Doch, was nutzt es dir? Gar nichts?

Ich persönlich denke, am besten wäre es, wegzugehen und irgendwo neu anzufangen. Ganz neu in ein neues Leben ohne Papa starten. Dein Kind wird damit klarkommen (vermute ich). Es hat ja jetzt schon nur einen Teilzeitpapa, und es ist eine (andere) Frage, ob ein Kind mit einem Papa, der "manchmal, aber nicht immer" verfügbar ist, anders oder sogar im Idealfall besser klar kommt als ein Kind ohne Papa bzw. ein Kind mit einem "ja ich hab einen Papa aber der ist nicht da" besser klar kommt.

Hier allerdings steht dein Seelenheil und deine innere Gesundheit auf dem Spiel - nicht die deines Kindes. Darüber kannst du dir später Sorgen machen. Jetzt ist es erstmal wichtig, dass du wieder ins Gleichgewicht kommst. Ohne inneres Gleichgewicht kannst du schließlich auch nicht ernsthaft Sorge tragen für dein Kind.

Und du kannst auch nicht ernsthaft eine neue Beziehung eingehen. Selbst wenn du jetzt einen neuen Partner hast - wie ernst ist denn diese Beziehung? Also ernsthaft, wenn du dem ersten derart nachtrauerst, dann kann der 2. Kerl doch nicht ernsthaft wichtig sein für dich???? Vielleicht schätzt du ih, weil er dir gegenüber nett und höflich und verständnisvoll ist. aber liebst du den wirklich?

Willst du echt eine Beziehung eingehen mit einem, den du gar nicht echt liebst?

Ich glaub, ich hab dir jetzt genug Fragen gestellt, die dich vielleicht zum Nachdenken anregen. Vielleicht stellst du auch fest, dass deine Probleme gar nicht sooo schlimm sind.

Wie auch immer du dich entscheidest - entscheide selbst! Lasse deine Entscheidungen nicht von anderen Leuten beeinflussen wie zB. Familie oder Exmann! Du bist hier gefragt, nicht dein Ex oder deine Mama oder dein Kind. Entscheide dich im Zweifel immer für Dich! Denn sonst tut es keiner!

Hallo Sprachlos72,

ja, das gibt es durchaus, daß so ein Trennungsschmerz auch nach vielen, vielen Jahren wieder hochkommt. Ein Bild, ein Geräusch, eine Begegnung kann all das, was wir bereits als "lange zurückliegend" ansehen, wieder ganz gegenwärtig machen und uns sehr aufwühlen.

Mir zeigt das, daß du ein sehr sensibler, ernsthafter und liebenswerter Mensch bist, der Beziehungen und Trennungen nicht auf die leichte Schulter nimmt. Das ist zwar im augenblick für dich sehr schmerzlich, aber es macht dich wertvoll.

Ich kann dir nur sagen, daß derartige Flashbacks immer möglich sind, auch nach 10 Jahren, wenn man - unverhofft - jemandem gegenübersteht, mit dem einen mal viel verbunden hat. Man kann dagegen auch nicht wirklich etwas tun, außer mit anderen Menschen über solche Erlebnisse reden. Das hilft dir, das Problem zu verarbeiten und tatsächlich irgendwann abzuschließen.

Ich erinnere mich auch gelegentlich mal an Menschen, die ich geliebt habe, das kann dann ganz schön wehtun. Aber das ist nicht zu ändern, es macht uns zu Menschen und unterscheidet uns von Sexmaschinen.

Gruß M.

Hallo hab deinen beitrag gelesen.So in etwa gehts mir auch.War 14 jahre verheiratet und wir haben auch einen sohn .Der iss mittlerweile 14 Jahre.Es ist vieles bei uns vor gefallen aber ich kann meinen sohn auch nicht vergessen obwohl er mich angeblich nicht sehen will.Denn meine ex manipuliert ihn nach strich und faden.Ich würd dir sagen lass los was gewesen ist da du ja einen neu anfang gemacht hast.

Ein altes Sprichwort lautet: Zeit heilt alle Wunden. Ich sage:Zeitnheilt dienWunden nicht. man gewöhnt sich nur an den Schmerz. Soll heissen dass die Wunden Ihrer Vergangenheit wohl nie ganz geschlossen werden. Aber sie könne. Daran arbeiten, dass sie keine große Traurigkeit überkommt. Haben sie schon einmal versucht einen freundschaftlichen Kontakt zu ihrem Ex herzustellen, in dem man über die schönen alten Zeiten reden kann? Über die Dinge reden ist immer eine gute Option. Wenn Sie sich dazu noch nicht bereit fühlen, schreiben sie alle ihre Gedanken über sich selbst und Ihre Zeit einmal auf. In ein kleines Buch. Nur für sich selbst. Das hilft sich mal einen klaren Kopf zu schaffen und die Dinge objektiver zu sehen. Viel Glück

Sprachlos72 09.06.2012, 23:10

Ich habe ein "gutes" Verhältnis zu ihm aufgebaut, schon wegen unserem Sohn. Nach ca. 1 1/2 Jahren kam er auch von Wolke 7 wieder runter und wurde wieder normal. Ich habe viel geschieben, Tagebuch, Briefe, die ich nicht abgeschickt habe, Gedichte. Der Kontakt ist also da und wir können über alles reden, was im Alltag so ist, er ruft mich auch oft an und redet einfach so über seine Arbeit ( wir sind vom selben Fach und haben oft auch Teamwork gemacht).Aber bei dem Thema,wenn ich wissen wollte warum, sagte er es ist eben einfach passiert. Ich hab nie eine Antwort bekommen, was ihn gestört hat.

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bluemaurizio 09.06.2012, 23:20
@Sprachlos72

Sowas finde ich auch komisch, wenn jemand nicht antwortet.

Aber, vielleicht muss man es doch Ernst nehmen (ob es zutrifft kannst nur Du aus den verschiedenen Zeichen, die er Dir im Gespräch gibt, beurteilen):

Vielleicht ist es ja WIRKLICH nur so passiert. Und vielleicht hatte er eigentlich WIRKLICH gar nichts zu beanstanden. Soetwas gibt es.

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Sprachlos72 09.06.2012, 23:28
@bluemaurizio

Die Antworten hab ich mir im Laufe der Zeit auch selbst gegeben. Wir hatten ein Umfeld durch den Verein, wo das gerade so um sich gegriffen hat. Und er dachte sicher auch, das es nicht rauskommt. Es war ein Zufall, das ich es gemerkt habe.Manchmal denke ich, hätte ich geschwiegen aber das konnte ich nicht. Er sagte, es ist nicht so, wie ich denke und ich soll mir keinen Kopf machen aber ich bin fast verrückt geworden und das Vertrauen war total hin, bei jedem Schritt. Ich bin aber auch so traurig, weil es für mich und unseren Sohn sehr tiefgreifende Konsequenzen hat(te). Ich habe diese Geborgenheit noch nicht wieder gefunden.

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es IST normal, wenn Du nach langen Jahren die alte Umgebung wiedersiehst. Es "triggert" die alten Gefühle.

ohne den langen Text zu lesen - nur die Frage: Mehr als ein Jahr ist nicht normal. Mach eine Psychotherapie

Schneeratte 09.06.2012, 22:56

Doch mehr als ein Jahr ist normal, grade wie Riccardo sagte, die alte Umgebung triggert.

Oder hast du mit deinen 16 Jahren schon Psychologie studiert um das beurteilen zu können? ;)

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Sprachlos72 09.06.2012, 22:58

Das hab ich schon in Angriff genommen, aber wie gesagt, die Psychologin meinte, ich wäre in Ordnung. Es war eine kognitive Verhaltenstherapie. Gebracht hat mir es aber nichts.

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MiGaMax78 12.06.2012, 01:23

@Susanna, ein Jahr ist zwar häufig die zeit, nach der soetwas durchschnittlich überwunden ist. Wer aber länger damit zu tun hat, ist nicht "krank". Mal eben eine Psychotherapie zu empfehlen, ist nicht der richtige Weg.

M.

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TomBL 02.03.2016, 18:11
@MiGaMax78

Therapie und möglicherweise einen neuen Partner finden könnte auch helfen. Trennungsschmerzen hat man so in der Regel maximal ein paar Monate (siehe zum Beispiel hier: http://trennungsschmerzen.org/single/)

Häufig, auch unabhängig vom Trennungsbruch, wird der Partner idealisiert und auf ein Podest gesetzt. Es verankert sich dann der Gedanken ein, nie wieder einen Besseren zu finden.

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