Immer mehr Autisten. Wodurch erklärbar?

Das Ergebnis basiert auf 27 Abstimmungen

Bessere Diagnoseverfahren 74%
Wegen dem Geld 11%
Umweltverschmutzung 11%
Evolution 3%

23 Antworten

Bessere Diagnoseverfahren

Hallo Knoerf,

ich finde es immer problematisch, solche Fragen als Umfragen einzustellen: Weder handelt es sich bei solchen Fragen um Meinungsfragen, noch kann man das richtige Ergebnis per demokratischem Mehrheitsbeschluss festlegen. Solche Fragen sind wissenschaftliche Fragetsellungen...

Und beim Blick auf die Daten wird klar, dass es ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren ist, die zum tatsächlich realen Anstieg der Diagnosen führt:

  • ja, es gibt heute bessere Diagnoseverfahren;
  • man hat eine klare Festlegung, was nach ICD-10 überhaupt zum autistischen Spektrum gehört... und auch diese Kriterien wurden in den letzten Jahrzehnten noch einmal überarbeitet. Auch das trägt zum Anstieg bei, weil Betroffene früher ggf. andere Diagnosen bekommen hatten.
  • Psychologen sind heute ganz anders sensibilisiert auf die Autismus-Thematik; da Autismus immer noch eine seltene Störung ist, begegnen jedem Psychologen in seiner Praxis nur wenige Fälle im Laufe seiner Berufszeit. Allein die größere Verbreitung des Wissens um dieses Spektrum an Symptomen führt dazu, dass diese Fälle dann auch öfter richtig eingeordnet werden
  • Betroffene werden heute zum Glück weniger stigmatisiert... was zu einer besseren Akzeptanz der Diagnose führt. Es wehren sich weniger Betroffene dagegen, es wird seltener versucht, eine andere Diagnose zu bekommen

Dagegen gibt es keine Anzeichen, dass Autismus tatsächlich heute häufiger auftritt als früher. Im Gegenteil: Mit der höheren Bekanntheit dieser psychologischen Erkrankung melden sich auch immer wieder Erwachsene, die ihr Leben lang als Sonderlinge galten und Mühe hatten, mit bestimmten Situationen zurecht zu kommen.... und bekommen erst Jahrzehnte zu spät die richtige Diagnose.

Als Mutter eines Kindes mit diagnostiziertem High-functioning Autismus muss ich Dir noch ergänzend sagen, dass der Punkt "Diagnose wegen des Geldes" schlicht hanebüchen ist. Weder kriegt man die Diagnose sooo einfach (willst Du etwa den Psychologen bestechen, oder wie soll das gehen?), noch ist sie für das Kind wirklich wünschenswert. Ja, wir haben staatliche Zuschüsse bekommen, weil unser Sohn an einer privaten Grundschule und an einem privaten Gymnasium waren. Ja, beide Schulen waren notwendig, weil die staatlichen Schulen in der Nähe keine Integrationsplätze angeboten haben: So schaut das dann nämlich aus. Hätten wir nicht einen dreifach überbuchten Platz an der privaten Integrationsschule ergattert, wäre er auf der normalen Grundschule in eine Menge Vorurteile gelaufen. (Die Direktorin hat mir damals im Informationsgespräch explizit gesagt "Ich habe mich erkundigt, wir müssen ihn tatsächlich nehmen" Das Ganze mit einer Miene, als ob ich ihr auf die Schuhe gekotzt hätte. Wir reden hier wohlgemerkt von einem Kind, das mit 4 bereits Lesen und Schreiben konnte und in Mathe damals schon alle Gleichaltrigen überflügelt hat.) Ja, wir haben Zuschüsse bekommen, als wir ihn glücklich an einer geeigneten Schule untergebracht hatten. Ja, wir haben trotzdem noch ordentlich zugezahlt all die Jahre. Wir haben da keinen Gewinn gemacht, sondern waren nur weniger belastet.

Ich persönlich würde es besser finden, wenn der Staat mehr in das staatliche Schulsystem stecken würde, so dass Kinder wie mein Sohn nicht aufgrund völlig überfüllter Klassen und völlig unzureichend auf Integrationskinder vorbereitete Lehrer nicht auf Privatschulen angewiesen sind. Es ist aber weder Schuld noch Gier betroffener Eltern, dass der Staat sich anders entschieden hat.

Grüße

http://wuethrich.eu/de/2016/11/15/warum-gibt-es-immer-mehr-autisten/

Bessere Diagnoseverfahren

Ich denke, dass es das früher auch gegeben hat, aber dadurch, dass es niemand richtig diagnostiziert hat, kam es auch nicht wirklich an die Oberfläche.

Vielleicht hat es auch einen evolutionären Hintergrund und Autismus ist eine "Weiterentwicklung" des Menschen.

Umweltverschmutzung würde ich ausschließen.

Es gibt Eltern, die denken, ihr Kind hätte dieses und jenes, aber das bezieht sich m.M.n. eher auf ADHS, das ist wirklich das Vorzeigesyndrom bei den meisten Eltern!

Es gibt wirklich Menschen (z.B. die Mutter meines Halbbruders) die von Arzt zu Arzt rennen, bis ihnen mal irgendwann jemand ADHS diagnostiziert und dann sind diese Eltern in irgendeiner Art und Weise total glücklich und erzählen erst einmal jedem, dass dieses Blag nicht durch schlechte Erziehung so einen extrem beschissenen Charakter hat, sondern durch diese tolle Krankheit^^ Gibt wirklich viele Mütter, die dadurch ihre erzieherische Unfähigkeit verschleihern wollen.

Ich hatte aber auch mal eine in der Klasse, die wirklich ADS hatte und mich damit sehr genervt hat. Sie war immer verträumt und hat nichts mitgekriegt und mich dann immer gefragt, was der Lehrer gesagt hat. Einen ADSH´ler hatte ich auch, der hat trotz Tabletten ständig einen Zirkus veranstaltet und das mit 18.

Und dann hatten wir in der Oberstufe eine Autistin, die auch wirklich eine war, wobei ich da auch sagen muss, dass die Eltern sich gedacht haben: Wir können die eh nicht erziehen, sie hat ja Autismus! Und so hat sie sich meist auch benommen und die Lehrer haben dann uns blöd angemacht, warum wir uns nicht an sie anpassen und Rücksicht nehmen, also das war zum Teil schon eine beschissene Zeit und man war froh, diesem Mädchen nicht oft begegnen zu müssen, die ist bei jedem falschen Blick ausgetickt und hat einem Mitschüler mal ein Stück Haut aus dem Arm gebissen... Aber wir waren ja Schuld..

Nun ich denke das es ganz an was anderem liegt....

Autisten wurden früher als Geisteskrank eingestuft und Geisteskranke waren ein Makel für die Familien, sie wurden versteckt, oder weggegeben, in Anstalten versorgt eben....

Heute ist dies nicht mehr der Fall, wir sind aufgeklärter und somit sieht man Autisten auch in der Öffentlichkeit.

Wie mit einem schwierigen Autisten in der Gruppe umgehen?

Hi,

das klingt jetzt vielleicht sehr hart aber ich finde es wichtig.

Es gibt da eine Person in unserer Gruppe die naja etwas schwierig ist.

Ich weiß nicht, ob diese Person tatsächlich Autist ist, aber die Symptome sind doch recht eindeutig meiner Meinung nach:

Extreme Paranoia vor ungewohnten Situationen, Jedes Gespräch wird bis ins letzte Detail ausgeplant, eine regelrechte Sucht, allem einen Begriff und Gesetzmäßigkeiten geben zu wollen, kann keine Ironie verstehen, tritt des Öfteren in Fettnäpfchen, hat selbst schon erzählt, dass andere nichts mehr mit der Person zu tun haben wollte, nach der sie Zitat "Nur ihre Meinung gesagt hat" und und und.

Also ich finde es ist recht eindeutig nur bin ich mir sicher, dass die Person gar nicht weiß, dass sie ein Autist ist.

Ich will ihr helfen, sich nicht mehr so in der Gruppe zu blamieren und zu merken, dass sie ab und zu übertreibt in der Gesprächsfrequenz.

Soll ich direkt auf sie zugehen und ihr sagen, dass sie Autist ist, bzw. dass ich den Verdacht habe?

Was soll ich tun, was kann ich tun?

Cheers

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Kann man gleichzeitig auch Autist sein?

Hi ich möchte gerne wissen ob ein Mensch der Borderline hat auch gleichzeitig autistisch sein kann. Mir wurde schon von ca 5 verschiedenen psychologen und auch psychiatern gesagt ich hätte diese eine persönlichkeitsstörung. Doch ich bin nach wie vor nicht einverstanden damit, ok ich finde mich schon in vielen teilen dieser störung wieder, doch irgendwie glaube ich auch dass vieles vom autismus auf mich zutrifft. hab mich dahingehend schon im internet informiert. Mache auch auf eigenen willen eine autismus diagnostik zurzeit bei einem spezialisierten fachmann. Hatte heute den ersten termin. Doch der diagnostiker kann noch nichts dazu sagen, da es eben nur ein erstgespräch war. nächster termin ist in 2 wochen ca da gibts dann irgendein interview und da kommt dann auch noch irgendso ein ados oder sowas in der art. soll so ein diagnostikfragebogen oder dahingehend sein. Doch ich denke schon seit längerer zeit nach ob es möglich ist dass ein borderliner auch autistisch sein kann bzw. züge davon haben kann. auch wäre mir eine autismus diagnose bisschen lieber, wenn ich ganz ehrlich bin:))) immerhin zählt das nicht als krankheit soweit ich mich informiert hab. Und doch bin ich gleichzeitig bisschen beunruhigt. da autismus ja sowieso nicht heilbar ist. Ich weiß einfach nicht mehr weiter:((( Ich würde das gerne bisschen genauer wissen. Kann diese kombination vorkommen? vlt gibts ja hier paar autisten oder so die mir das genauer erläutern könnten.... wie war euer leben so bisher? wurde da zufällig vlt auch so eine persönlichkeitsstörung im vorhinein festgestellt? und habt ihr auch einen langen leidensweg hinter euch?

Danke für eure antworten:))

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Hallo. Ich wollte wissen, ob ich ein soziopath bin. Vorab ich habe asperga Autismus. Und es ist ja bekannt das Autisten ziemlich Gefühlskalt sind. Aber bei mir ist das was anderes. Ich nehme die Welt anders war als normale Menschen. Habe aber das Gefühl dass ich sie sogar besser wahrnehme. Ich bin für ein autist ein relativ emotionaler Mensch. Jedoch spüre ich grade wenn es um Trauer und Freude geht eher weniger. Ich täusche meine Gefühle vor und manipuliere oft meine Mitmenschen. Ich bin mir immer 100% bewusst wenn ich etwas anstelle was Mitmenschen verletzt. Ich habe danach meist schuldgefühle, aber ich glaube dass ist nur das Resultat durch strafen die ich bekomme und kein wirkliches schuldgefühl. Ich muss auch sagen dass ich viel Trauer und Wut in mich hineingefressen habe, da ich diese nicht wirklich rauslasse bzw rauslassen will Und manchmal nachts weine. Es ist ein komisches Gefühl. All die Menschen die ich verletzt habe denken ich mache dass, weil mir das nicht bewusst ist. Ich bin ja ein autist und lebe angeblich in meiner eigenen Welt. Wenn die Menschen nur meine wahren Gefühle kenne würden, dann würden sie mich wahrscheinlich hassen. Denn all meine Taten für die ich mich verantwortet habe, bereue ich nicht. Ich habe schon so oft den Menschen vorgeheult dass es mir leide tue und und und. Aber es ist nicht so. Das einzige was mich bei sowas bedrückt sind die strafen die ich bekomme wenn ich menschen verletze bzw mist baue. Ich möchte in Nachhinein noch sagen dass ich kein schlimmes Kind bin oder so. Mein Leben könnte gerade nicht besser laufen und meine Mitmenschen sind stolz auf mich. Wenn sie nur wussten wie oft ich gelogen und sie manipuliert habe. Ich möchte wissen ob ich der einzige autist mit solchen Gedanken bin und ob das Ein normales Denken für einen autist ist

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Autist Umgang mit Tieren erklären?

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also mein Bruder (13) hat das Asperger-Syndrom (form vom Autismus). Im großen und Ganzen kann man sagen, das Autisten sich nicht gut in andere hineinversetzen können und ihnen das emphatiegefühl / Feingefühl fehlt (meine Erfahrungen).

Das Problem an der Sache ist, das mein Bruder nicht einsehen kann/will, wann es genug ist. Dabei meine ich den Umgang mit unseren Haustieren. Wir haben Ratten, sehr einfühlsamem Tierchen. Bei Stress reiben sie sich oft das Hader´sche Drüsen sekret ins Fell, das sieht man an der braunen Färbung. Und genau das macht eine besonders oft, da sie sichtlich von meinem Bruder gestresst ist.

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Er ist sehr auf ein Tier fixiert, als eine Ratte starb, war die nächste sie Liebling und keine andere. Ich will aber nicht, das er so mit ihr/den Tieren umgeht. Ratten haben Bedürfnisse wie jedes andere Lebewesen, er findet es sich auch nicht toll wenn ich ihn Nachts um 3 aus dem bett zerre.

Ich weiß einfach nicht, wie ich ihm das begreiflich machen soll. Die Ratten leben in meinem Zimmer und es nervt auch, wenn er ständig reinkommt. Ich schließe oft ab, aber dann meckern meine Eltern rum.

Meine Eltern haben die Haustiere auch gern, aber sie sehen nicht ein das er was falsch macht. Ich kenne mich halt am besten au der Familie mit Ratten aus, aber egal wie oft ich sie ermahne, nach spätestens einer Woche geht es wieder los.

Die Therapeutin meines Bruders hat uns empfohlen als er noch Kleinkind war, Haustiere zu halten da es für in entspannend ist. Das ist es ja auch, egal ob bei Meerschweinchen, Kaninchen oder Ratten. Aber das gibt ihm kein Recht, so mit ihnen umzugehen.

Sorry für den langen Text.

Hat jemand eine Idee wie ich das Problem lösen kann? Bzw. meine Eltern? Ist ja eigentlich ihre Aufgabe...

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