Immer die Wahrheit sagen, wie der Dummschwätzer?

9 Antworten

Hallo Brieftasche, 

unsere Gesellschaft ist nicht offen für Fehlerkutluren und direkte Meinungen.. meistens wird geschleimt, in den Po gekrochen.. geheuchelt. 

Es ist wichtig, authentisch zu werden.. dann geht es einem selbst besser.. natürlich stößt man dann dauernd mit anderen zusammen und es kommen Konflikte.. aber es tut für einen selber gut, wenn man so sein kann, wie man ist. 

Ich habe jetzt aber zum Beispiel das Problem, dass ich mit einer Kollegin im Büro sitze, die sehr gerne lästert, Beziehungen zwischen anderen kaputt macht, manipuliert,... sie erzählt mir, wie doof andere Leute sind.. und ich höre von den anderen, wie sie über mich lästert. Also ich mag sie echt nicht.. aber die anderen Kollegen haben mir schon geraten den Mund zu halten, da sonst ein Spruch kommt wie "wenn es dir nicht passt, dann kannst du gehen". Da sie mit dem Chef unter einer Decke steckt, wird sei keinen auf den Deckel kriegen und so kommen und gehen die Leute bei uns nur.. bei ihr ist es wichtig, sie anzulügen.. einen auf gute Freundin zu machen. 

Ich werde ganz am Schluss nochmal was sagen.. ihr einen Brief zustecken.. und dann will ich auch nichts mehr von denen hören. 

Also eigentlich will ich auch was sagen, wenn mir etwas nicht gefällt.. aber da muss man erst einmal klein Anfangen.. Sagen, dass jemand nach Schweiz riecht, der Hosenstall auf ist, Mundgeruch hat, was zwischen den Zähnen hängen hat, der Popel an der Nase klebt.. sowas ist schon komisch genug.. obwohl das ja noch nicht einmal was mit dir selbst zu tun hat.. aber wirklich ehrlich sein.. das ist schwierig und braucht Fell :D

Ich weiß, das geht jetzt ein wenig weit in die Philosophie, aber ich berichte dir jetzt einfach mal, was Immanuel Kant sich dazu geäußert hat.

Immanuel Kant hat zu seiner Zeit den sog. kategorischen Imperativ entwickelt, was ein allgemeines moralisches Gesetz darstellt. Eine der Formen dieses Imperativs lautet:

Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde.

Daraus und aus seinen weiteren Schriften und Arbeiten folgt, dass Lügen keine pflichtmäßige Handlung ist und einen Widerspruch in sich selbst darstellt, da die Maxime, ein Versprechen von vornherein nicht einzuhalten, einen Widerspruch in sich im kategorischen Imperativ ist. 

Kant erklärt außerdem, dass Lügen auch in Not nicht angebracht ist, auch um damit eine Person zu schützen, da eben Lügen an sich kein guter Wille ist und mit dem kategorischen Imperativ nicht vereinbar ist. 

In wie weit du nun Kant in seiner Ausführung zustimmen möchtest oder nicht, liegt ganz bei dir. Es sei gesagt, dass es viele Menschen gibt, die sich nach Kants Überzeugung richten und seine Meinung vertreten. 

Ich könnte dir nun noch weitere Herangehensweisen anderer Philosophen wie John Stuart Mill und Jeremy Bentham präsentieren, die ihrerseits Vertreter des sog. Utilitarismus sind und Handlungen wie Lügen auf eine andere Art und Weise auf die Probe stellen, nämlich über den Aspekt der Folgen. Das würde aber eventuell den Rahmen dieser Antwort sprengen, weshalb ich dich mit den dargelegten Informationen verweilen lasse. 

Für welche philosophische oder moralische Seite du dich nun entscheidest, liegt ganz bei dir. Du musst dir dabei nur bewusst sein, dass Lügen für Kant keine gutwillige Handlung ist, während Lügen für den Utilitarismus in Anbetracht der daraus resultierenden Folgen und Konsequenzen unter bestimmten Bedingungen durchaus vereinbar ist. 

MfG Kevidiffel

Ich persönlich versuche so weit wie möglich, die Wahrheit zu sagen. 

Job Beziehung oder Ähnliches auf Lügen aufzubauen, halte ich für gar keine gute Idee. Gerade dann, wenn man ständig mit den Personen zusammen ist, kommen Unwahrheiten einfach irgendwann ans Licht. Das ist dann gar nicht gut und belastet die Beziehungen. 

Mir persönlich fällt es auch viel leichter Personen zu vertrauen, bei denen ich weiss, dass sie ehrlich zu mir sind und mir auch unangenehme Wahrheiten zumuten. Es fällt mir schwer, Leuten zu vertrauen, bei denen ich weiss, dass sie mich schon mehrfach belogen haben, auch wenn es nur kleinere Lügen waren. 

Ich lüge aus Gewohnheit, was kann ich tun?

Hallo, Ich habe vor kurzem etwas eingesehen, was mir mehrere Jahre mehr oder weniger bewusst war, ich habe es schlichtweg ausgeblendet, die Wahrheit verdrängt. Ich bin ein Lügner, nicht simple Dinge oder Notlügen, es sind Geschichten die komplett erfunden sind und es sind wirklich schlimme Dinge. Ganz oft sind es kleine Dinge die ich erzähle, wie z.B. mir ist das Essen angebrannt, obwohl es gar nicht stimmt. Dann sind es wiederum aber auch richtig schlimme Geschichten, ich habe erfunden ich hätte einen Exfreund, der mich geschlagen hätte, ich hätte Krebs gehabt usw. andauernd erwische ich mich bei solchen Lügen, ich erzähle es so glaubwürdig, dass ich es selbst glaube und es als Realität ansehe, bis ich mir mal klar mache, dass alles bzw. das meiste was ich sage eine Lüge ist. Ich bin nicht im Ansatz der Mensch den andere kennen und ich weiß nicht warum ich das mache, es ist wie eine Gewohnheit, ein Zwang und ich kann es nicht dauerhaft abstellen. Ich erzähle so viel von meinen „Problemen“ doch das sind meistens die erfundenen Probleme. Die eigentlichen Probleme die ich habe, nämlich diese Lügerei und Depressionen, davon weiß keiner. Ich habe lange überlegt, warum ich diese Geschichten erfinde und mir ist klar, dass ich Zuwendung suche, ich Aufmerksamkeit brauche und das Gefühl brauche, dass ich jemandem wichtig bin und mir Menschen zuhören, mir Liebe schenken. Ich habe früh mit dem Lügen angefangen, bestimmt schon im Grundschulalter, ständig mal etwas erfunden, damit mir jemand zuhört und für mich da ist. Vielleicht ist es erwähnenswert, dass meine Eltern und ich ein sehr zerrüttetes Verhältnis haben. Ich kann mich nicht erinnern wann ich jemals von meinen Eltern „Ich Liebe dich“, „Du bist mir wichtig“, „Schön das es dich gibt“ gehört zu haben und gezeigt wurde mir das sowieso nicht. Geredet wurde nur wenn es was an mir zu kritisieren gab, leider blieb auch körperliche Gewalt durch meine Eltern nicht aus. Ich bin körperliche Nähe nicht gewohnt, Umarmungen kannte ich lange nicht. Jetzt bin ich 18 und ich muss sagen, bis auf die Lügerei wirklich stolz auf mich. Ich bin vor kurzem ausgezogen, habe eine gute Ausbildung und komme wirklich gut klar, ich stehe immer wieder auf und habe Hoffnung auch wenn ich wirklich oft am Boden bin. Ich habe beschlossen dass es so nicht weiter geht weil mein Umfeld das nicht verdient und der Leidensdruck einfach so groß ist dass ich nicht mehr kann. Ich will es ändern, mich in Therapie begeben und allen die mir wichtig sind endlich die Wahrheit erzählen. Ich habe bloß riesengroße Angst vor den Reaktionen, ich könnte es nicht verkraften wenn meine Freunde sich von mir abwenden wenn ich ihnen erzähle, dass einiges was sie denkevon mir zu wissen bloß riesengroße Lügen sind. Auch wenn ich verstehe, dass diese Menschen nichts mehr mit mir zutun haben wollen wenn sie die Wahrheit erfahren. Bitte helft mir, was soll ich tun, wie soll ich es sagen, wie werden wohl meine Freunde auf die Wahrheit reagieren? Danke…

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In welchen Situation ist es ok zu lügen, bzw wann lügt ihr?

Hey, ich frage mich schon lange in welchen Situation man lügen darf. Also mal paar Beispiele

  1. Die beste Freundin will sich mit dir treffen und du willst eigentlich alleine sein und hast gar keinen Bock. Was würdest du sagen?

  2. Dein Bruder hat in einem Laden 200€ geklaut und da du zur Tatzeit in der Nähe warst musst du eine Aussage machen. Lügst du für den Bruder oder sagst du die Wahrheit?

  3. Du hast verschlafen und kommst 1h zu spät zur Arbeit. Was sagst du deinem Chef?

Ich arbeite gerade an mir und beobachte mich oft dabei, wie ich unbewusst lügen will. Wann ist es eurer Meinung nach in Ordnung zu lügen und wann auf keinen Fall?

Und steht ihr zu jedem Fehler, auch wenn ihr mit hohen Konsequenzen rechnen müsst?

Danke für eure Antworten:)

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