Im Krankenhaus als Notfall einfach weggeschickt worden? Was kann man tun?

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12 Antworten

Was soll man da sagen, bzw. tun?

Überlastete Notaufnahmen in Kh's sind nun mal ein Fakt. Die Leute, die darin arbeiten, Ärzte wiie Schwestern/Pfleger stehen unter Stress sind derart überbelastet und oft angefrustet. Und in solch einer Situatio entstehen eben auch gerne Fehler. Sind eben auch nur Menschen. Immer wird auch nicht alles genau erkannt, trotz Untersuchung und bla...bla...bla... Ich denke, aus irgend einem Grund hat man auch bei Ihrem Stiefvater den Ernst der Lage verkannt. Hätte man die Situation da gleich richtig eingeschätzt, hätte man ihn vermutlich richtig behandelt.

...Mir ging es selbst vor ein paar Jahren ähnlich. Ging mit Bauchschmerzen ins Kh, der Arzt in der Notaufnahme erzählte mir, ich hätte eine "Appendizitis mit perityphillischen Abszess", und ich wurde gleich notoperiert. 

Dabei zeigte sich dann aber, dass sich massiv Eiter im Bauch gebildet hatte, und dazu ein ganz anderes Problen dafür ursächlich war, als der Blinddarm (bzw. Wurmfortsatz). Statt der Laparoskopie gab es plötzlich eine Laparatonie, was ich alles auch erst im Nachhinein erfahren habe. Und meinen Blinddarm habe ich heute noch.

....Fehler im Medizinwesen soll es eigentlich nicht geben, aber anscheinend geschehen sie doch!

Manche klagen dann durch einen Anwalt, in solchen Fällen. Aber wie groß Ihre Chancen wären, da zu gewinnen, weiß ich nicht. Ich selbst würde mir da keine allzu großen Hoffnungen machen, da als Sieger hervorzugehen, sollten Sie so etwas womöglich in Erwägung ziehen.

...Ausserden wundert es mich, dass Sie sich über das erste Krankenhaus beschweren in dem Sie Sonntags waren. Aber Sie sagen nichts gegen Ihren Hausarzt, bei dem Sie einen Tag später waren.

...Der wäre meiner Meinung nach noch mehr in der Pflicht gewesen, "was zu erkennen", bzw. sich den Patienten überhaupt anzusehen (was er ja anscheinend nicht gemacht hat, nach Ihren Kommentar).

Das Krankenhaus hat natürlich sehr fahrlässig gehandelt, sowas darf natürlich niemals vorkommen.

Aber du musst auch mal einen blick über den Tellerand wagen. Viele Notfallaufnahmen sind leider völlig überlastet. Und viele Patienten kommen auch wegen Nichtigkeiten in die Notfallaufnahme und erwarten dann die Maximalversorgung. Leider werden so Kapazitäten blockiert für Leute die Dringernder hilfe erwarten.

In der Notfallaufnahme wird nach dem Manchester-System gearbeitet. Die Patienten werden nach dringlichkeit sortiert.

Vermutlich ist dein Vater unter die Kategorie Blau gerutscht. Das Beduetet nicht dringlich, sollte am besten zu normalen Zeiten wiederkommen.

Das ist natürlich ein grober Fehler.

https://de.wikipedia.org/wiki/Manchester-Triage-System

Dickerchen123 10.08.2017, 13:33

Das hat mit einem Blick über den Tellerrand nichs zu tun. Das war einfach nur grob fahrlässig. Sicher sind viele "Notfälle" keine, aber das heißt nicht, dass man so behandelt werden darf

Das meine ich jetzt nicht böse :)

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Hallo,

ja, das ist schlimm, aber ob er richtig behandelt worden wäre in diesem Krankenhaus, wo er zurückgeschickt wurde, bezweifle ich, also irgendwie ist diese "Panne" zu etwas gutem gewesen...

Natürlich kann man das Krankenhaus, das ihn abgwiesen hat, verklagen, aber der Ausgang ist ungewiß, und zu dem Streß, der durch die Erkrankung deines Stiefvaters verursacht wurde, kommt auch noch die Belastung eines Prozesses... Euch bleibt natürlich überlassen zu klagen. Man kann auch das Krankenhaus bei der Ärztekammer melden, oder so was, die bekommen dann eine Rüge...

Wenn du wirklich klagen willst, mußt du dich an einen spezialisierten Anwalt wenden - Patentenrecht -

Alles Gute, Emmy

maxim65 10.08.2017, 22:36

Der Punkt ist doch das er eben nicht abgewiesen wurde. Er fühlte sich nur nicht adäquat behandelt. Im Nachgang richtig. Ob es zum Zeitpunkt im KH schon erkennbar fraglich. Der HA ist das eigentliche Problem der hat ja lt. Aussage nicht behandelt. Über den wird sich aber nicht beschwert. Warum nicht?

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Ich wurde damals auch üben angeschnauzt von der Frau am Empfang. Als dann klar war was ich habe hat mein behandelnder Arzt erst mal die Frau angeschnauzt, dass man 1. nicht mit Leuten so redet, die kaum vor Schmerzen stehen können und 2. sie nicht die Qualifikation hat sich da Urteile zu bilden. Die wollte mich nämlich auch weg schicken, was fatal hätte enden können.

Da war in der Notfallpraxis sogar gar nichts los gewesen außer mir, also nichts von wegen Stress, die einzige andere Patientin war gerade am gehen als ich kam...

Wenn das Bauchgefühl sagt da stimmt was nicht entweder darauf bestehen, dass es sich ein Arzt anguckt auch wenn man ewig wartet oder zur Not selber in ein anderes KH fährt.

Leider gehen dort wirklich viele Leute hin die übertreiben oder sich einfach extrem anstellen, da ist es für die auch schwer zu prüfen was man ist. In 99% liegen sie vielleicht richtig, es ist harmlos und der normale Hausarzt könnte es sich amnächsten Tag angucken. Besonders wenn eben schon viel los ist. Es gibt dannaber eben auch die Fälle, wo sie falsch handeln, das ist eben leider einfachmenschliches Versagen…  

Weg schicken heißt ja nicht, dass das nichts ist was ein Arzt angucken sollte. Nur dass die Notaufnahme deren Meinung nach die falsche Adresse ist. 

Ich habe z.B. festgestellt, dass ich Schmerzen recht langeaushalten kann und selbst wenn ich starke Schmerzen habe nicht leidend genugaussehe. (das meinte der Arzt danach, er hätte selber nicht gedacht, dass es soschlimm ist, da ich noch so gut aussah)

Ich lerne daraus, da ich z.B. weiß, dass sowas bei derGeburt auch wichtig sein kann. Da haben viele überlastete Krankenhäuser nämlichauch ihre Einstellung wie lange es wohl auf Grund des Aussehens und Verhaltennoch dauert, bis die Geburt wirklich los geht. Da werde ich dann wohl auch drumkämpfen müssen, dass die kommen bevor ich total schlimm aussehe, denn daspassiert oft einfach nicht.

Wendet euch an die Ärztekammer. Allerdings wurde der Vater doch behandelt (Creme und Tabletten), jedoch wurde er nicht stationär aufgenommen. Wer weiss, ob eben das 2. KH am Sonntag nicht die gleichen Schlüsse gezogen hätte. Einen Behandlungsfehler muss man auch nachweisen können und das wird schwierig!

Nebenbei: wenn ich am WE notfallmäßig in einer Notfallpraxis oder sogar in der Notaufnahme behandelt wurde, gehe ich direkt am nächsten Wochen-Tag zu meinem Hausarzt.

Das hört man leider immer wieder..sei es durch Überlastung der Ärzte oder sonstwas.Oft sind auch nicht die richtigen Ärzte vor Ort...wenn man zb was an den Ohren hat hilft einem ein Kardiologe auch nicht wirklich.Ich denke das wurde einfach nicht erkannt.Es ist schwer zu beweisen das ein Arzt fahrlässig war...weil der bestimmt nicht absichtlich so gehandelt hat.Man hat natürlich das Recht sich Anwaltlich beraten zu lassen.

Das ist nicht so einfach zu beurteilen. Ihr hättet am Montag zum normalen Arzt gehen können. Ob es am Sonntag schon so einfach erkennbar war wie zwei Tage später ist schwierig von Nichtmedizineren zu beurteilen. Man hat eine Diagnose gestellt darauf hin behandelt und im Nachhinein hat es sich als falsch herausgestellt. Das ist das was passiert ist.

Sammymaus63 10.08.2017, 11:59

Er war am nächsten Tag beim Hausarzt. Hat ihn ohne Fuß anzusehen nach Hause geschickt.

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maxim65 10.08.2017, 12:08
@Sammymaus63

Und warum beschwerst du dich dann nicht über den HA? Der hat in meinen Augen deutlich falscher gehandelt wenn er ohne anzusehen nicht behandelt hat.Wie gesagt ich weiss nicht ob man so eine Diagnose so ohne weiteres stellen kann. Es sollte nicht vorkommen was da passiert ist aber leider sollten auch in einer Notaufnahme keine Leute mit einem Schnupfen sitzen. Sei froh das am Ende alles gut gegangen ist. Klagen bringt bei der Lage die du beschreibst nichts ausser Ärger. Schaden ist keiner entstanden, Hilfe wurde geleistet. Also was bleibt?

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Da bleibt Euch nur der Weg zum Anwalt für Medizinrecht. Ich sage aber lieber gleich, dass es gerade im Medizinrecht häufig anders ausgeht, als man anfangs erwartet hätte.

Ich habe auch mal gegen einen Arzt geklagt, welcher definitiv einen Fehler gemacht hat. Letztendlich hieß es zum Schluss nur, dass ich vor OP mit meiner Unterschrift erklärt habe, dass Nervenschäden und sonstige Verletzungen auftreten könnten. Schon war der Arzt aus der Haftung raus.

Bei Euch ist das aber ja ein anderer Fall. Da habt Ihr ja nichts unterschrieben, sondern wurdet trotz Notfall weggeschickt. Da sind die Chancen auf unterlassene Hilfeleistung und Schmerzensgeld gleich viel größer.

Also wie gesagt ... ich würde an Deiner Stelle zum Anwalt gehen. Ohne Anwalt klappt das nicht bzw. wird zu unübersichtlich für Euch.

Ich wünsche Dir und Deinem Stiefvater alles Gute und Deinem Stiefvater gute Besserung

Sternenmami 10.08.2017, 12:00

Ach ja ... und die Krankenkasse würde ich auch informieren. Die interessieren sich nämlich brennend dafür, wenn deren Gelder mal eben so verjubelt werden. Manchmal macht es auch Sinn, über die Krankenkasse zu klagen (also dass sie als Kläger eintritt und Ihr nur Nebenkläger seid).

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Sternenmami 10.08.2017, 12:04

Ich hatte mal ein ähnliches Beispiel. Da hat man mich in der Notaufnahme auch zur Sau gemacht, was ich denn da wolle und ein bisschen Übelkeit und Herzrasen kein Notfall wäre. Man hat mir zur Sicherheit Blut abgenommen und als die Werte dann da waren, wurde es auf einmal ganz hektisch und keine 5 Minuten später fand ich mich auf der Intensivstation wieder. Hätten die mich nach Hause geschickt, wäre ich vermutlich noch am gleichen Tag verstorben.

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Hallo

die Krankenkassen haben extra für solche Fälle Ärzte, die beurteilen, ob sich eine Klage lohnt. Wende dich an die zuständige Kasse. Die übernehmen bei Aussicht auf Erfolg auch die weitern Schritte.

Die wollen ja dann Geld für die Fehlbehandlung zurück.

Alles Gute

LG

Erst dachte ich an eine Anzeige wegen unterlassener Hilfeleistung. Dann aber ist mir aufgefallen, dass sie ja nicht nichts gemacht haben, sondern es wurden ihm ja sogar Medikamente gegeben. Insofern dürfte das schwierig werden.

Eventuell mal mit einem Anwalt sprechen. Oder aber einfach einen geschmalzenen Brief an die Ärztekammer und die Krankenhausleitung schreiben und dort nicht mehr hingehen. Bei einer Klage käme vermutlich eh nix raus und im Prinzip ist ja kein Schaden entstanden - Dein Vater wird ja trotz allem gesund.

Sammymaus63 10.08.2017, 11:57

Ja, Medikamente - Ibuprofen...lach. Doch, es hätte ein Schaden entstehen können: Schlaganfall, Herzinfarkt, Verlust Zeh/Fuß - er war kurz davor und nur der erneute Besuch in einem anderen Krankenhaus hat dies verhindert. Bei Ischälgie geht es um kurze Zeit und ist definitiv immer ein Notfall.

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ohwehohach 10.08.2017, 11:57
@Sammymaus63

Naja, wie gesagt. Ihr könnt ja zum Anwalt gehen und Euch da beraten lassen. Vermutlich hat er sogar Glück, dass er in diesem Krankenhaus nicht behandelt wurde ...

Außerdem kann es immer passieren, dass sie eine Diagnose im Nachhinein als falsch herausstellt. Dass im zweiten KH die Schwester den Notfall erkannt hat, kann ja auch daher kommen, dass die Symptome jetzt viel spezifischer waren.

Ich will das nicht schönreden - ich sehe nur für eine Klage wenig Aussichten.

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Als Kassenpatienten, die vom Staat nur gemolken werden, aber keine Leistungen erhalten, haben wir keine Rechte.

Unsere Nachbarin ist wegen so einem Fall, sie hatte keine Zehschmerzen, sondern Brustschmerzen gestorben.

Sie war 80 und hatte große Schmerzen in der Brust, nein, sie war kein Notfall, die Ärztin schickte sie wieder nach Hause, sie habe nur Husten. Am nächsten Tag stand der Notarztwagen vor dem Hause, der Rettungssanitäter erkannte sofort, dass es ein Herzinfakt war, sie starb aber im Krankenhaus.

Noch am Tage bei der unfähigen Ärztin hätte man die alte Frau retten können.

Als Kassenpatient hat man gegen solche Behandlungen absolut keine Chance, aber 300 bis 400€, die können wir jeden Monat bezahlen.

Meine Schwester wurde von einem Auto angefahren und stand blutend in der Notaufnahme, erst als sie herumschrie, ob sie hier verbluten soll hat sich jemand um sie gekümmert. Vorher sollte sie sich doch bitte zu den Wartenden setzen, das Blut wartet ja auch und läuft nicht weiter heraus.

emily2001 10.08.2017, 12:03

Ich kann leider nur dem zustimmen, was du sagst..

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tommy40629 10.08.2017, 12:07
@emily2001

Und da sagt einer, dass es bei uns besser ist als in der USA. Das war vielleicht mal in den 80-ern so.

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Das nennt man Ischämie. Dumm gelaufen, sowas passiert leider immer mal wieder. Ich hätte mich nicht wegschicken lassen.

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