Im jungen Alter schneller intelligenter?

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Man muss ein bisschen vorsichtig sein. Tatsächlich können Kinder schneller lernen, weil noch viel mehr synaptische Verbindungen vorhanden sind, aber das ist nicht allein der Grund. Guck mal einem Kind beim Laufenlernen zu. Es steht auf, läuft zwei Schritte, fällt hin, steht auf, läuft zwei Schritte, fällt hin. Das kann den ganzen Tag dauern. Es übt unermüdlich, bis es irgendwann klappt. So viel Zeit und Geduld haben wir doch alle nicht mehr. Wir sind viel schneller frustriert und brechen dann ab. Oder schau dir die Sprachentwicklung des Kindes an- viele sagen, dass Kinder besser Sprachen lernen als Erwachsene. Tatsächlich erfassen sie Regeln intuitiv, die wir verstehen oder auswendig lernen und uns immer wieder vor Augen halten müssen, aber sie brauchen dafür genausolange. Viele Kinder können wirklich fließend, also auch grammatikalisch einwandfrei und mit einem weit entwickleten Wortschatz sprechen, wenn sie in die Schule kommen- das heißt, sie haben sechs Jahre Zeit zum Lernen gehabt. Wenn du sechs Jahre in einem Land lebst, in dem eine bestimmte Sprache (sagen wir Russisch) gesprochen wird und du diese Sprache auch regeläßig intensiv übst, dann wirst du danach auch perfekt Russisch beherrschen. Das heißt, auch im Erwachsenenalter hat man noch viele Möglichkeiten, wenn man beharrlich ist.

Intelligenzforschung ist ein Feld, in dem vieles noch unbekannt ist, aber eins gilt doch als relativ sicher: Unser IQ ist festgelegt. D.h. ob ich einen IQ von 80 oder 130 habe, kann ich nicht selbst beeinflussen, sondern das wurde mir in die Wiege gelegt. Aber natürlich kannst du durch Übungen und Intelligenztrainings und intellektuelle Herausforderungen jeder Art das Potential, das dir mitgegeben wurde, ausschöpfen.

Natürlich lässt sich in der Kindheit die Hirnleistung besser steigern als im fortgeschrittenen Alter. Die Ergebnisse des jugendlichen Hirntrainings lassen sich je nach Nutzungsgewohnheiten im höheren Alter auch mehr oder weniger erhalten, natürlich nicht voll.

Pädagogische Frühförderung hat sich bezogen auf schulische Leistungen als unwirksam erwiesen. Die geförderten Kinder haben schnell einen deutlichen Vorsprung, können ihn aber nicht halten. Die nicht geförderten Kinder lernen ganz von allein, was die anderen ihnen voraus hatten.

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