Im falschen Körper geboren - Wie soll es weiter gehen?

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5 Antworten

Hey,

die meisten Antworten hier weisen schon darauf hin, was du als erstes tun solltest: Geh zu einer Selbsthilfegruppe in deiner Nähe oder nimm Kontakt zu denen auf und kümmere dich so schnell wie möglich um einen Termin bei einem Psychotherapeuten, der mit Transgendern Erfahrung hat. Vor den Selbsthilfegruppen brauchst du keine Angst zu haben: Die Leute dort sind überwiegend ganz normale Leute und der Zusammenhalt unter Transgendern ist sehr hoch. Man wird dir also gern weiterhelfen und vielleicht triffst du dort auch ein paar neue Freunde. ;)
Die Leute in den Selbsthilfegruppen können dir auch mit Erfahrungen weiterhelfen wenn es ums Outing, Kleidung, rechtliche Grundlagen, etc. pp. geht. Nur Mut! :-)

Den Weg, denn du nun einschlägst ist ein harter,aber das härteste hast du schon hinter dir: dein Inneres Outing.
Wenn du also auch in Zukunft als Junge oder Mann Leben willst, dann beginne auch sobald wie möglich, dein Äußeres etwas mehr anzupassen: Kurzhaarfrisur, maskuline Kleidung, etc. Mach dir über deine bisherige Erscheinung keinen Kopf! Von Mädchen wird ein weibliches Äußeres erwartet. Wenn du charakterlich wenig rebellisch veranlagt bist, dann ist es ganz normal, dass du Erwartungen erfüllen wolltest und jetzt merkst, dass du dieses Rollenbild nicht leben kannst.

Dass du dies tust ist sehr wichtig! Denn auf dem Wege zum Mann verlangen verschiedene Institutionen, dass du einen sog. Alltagstest absolvierst. Er ist als Erprobungsphase gedacht, hm die andere Geschlechtsrolle zu testen und herauszufinden ob es wirklich das Richtige ist. Die meisten outen sich in dieser Erprobung, benutzen einen neuen Vornamen, etc. Das ist eine wirklich harte Zeit, bei den meisten lohnt es sich aber! Diesen "Test" musst du mindestens 1,5 Jahre durchhalten bevor du von der Krankenkasse Kostenzusage für OPs bekommst! Fang also bald an!

Die Krankenkasse zahlt einige medizinische Maßnahmen. Aber nur unter bestimmten Voraussetzungen. Diese sind folgende:
Mind. 1,5 Jahre psychotherapeutische Begleitung
Mind. 1,5 Jahre Alltagstest (bestenfalls während psychotherapeutischer Begl.)
Mind. 6 Monate gegengeschlechtliche Hormontherapie
(Quelle: Begutachtungsantleitung zur Behandlung Transsexuellen, MDK, Fassung von 2009)

Die meisten erfahrenen Psychotherapeuten stellen auf Wunsch nach 6 Monaten in der psychotherapeutischen Begleitung die Indikation für die Hormone, die dir dann vom Endokrinologen verabreicht werden und eine 2. Pubertät einleiten. Wenn du dich noch in der 1. Pubertät befindest, dann werden evtl. Hormonblocker eingesetzt,um deine weibliche Pubertät zu stoppen. Sobald du volljährig bist, bekommst du dann Testosterone. Dafür müsste deine Mutter mitmachen, aber das besprchst du besser mit deinem Therapeuten.

Das alles sollte man sich sehr gut überlegen. Da du aber ja schreibst, dass du deinen Wunsch mehrfach überprüft hast und weißt, dass es keine Phase ist. Vielmehr hat sich bei dir ein bereits recht hoher Leidensdruck entwickelt, der nur durch entsprechende Maßnahmen gelindert werden kann.

Hoffe, das hilft dir etwas. Falls du Fragen hast,dann frag mich gern. Ich kann dir viele Tipps geben und kann aus eigener Erfahrung einiges Berichten. ;)

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Von deiner Mutter kannst du kein Verständnis erhoffen. Das würde sich erst nach langer Zeit (Jahren) einstellen, nachdem du dein eigenes Leben angefangen hast zu leben (wie auch immer das aussehen würde). Wende dich tatsächlich mal an einen Arzt oder Psychologen.

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Naja, sehe es auch so, dass Du von Deiner Mutter wohl nicht die Hilfe erwarten kannst, die Dich weiter bringt, leider :(. Aber soweit ich weiß, gibt's Beratungsstellen von der Caritas zum Beispiel oder von der AWO. Welcher Träger bei Euch vor Ort diese Beratung anbietet, musst Du bei den Trägern direkt erfragen, dass ist regional unterschiedlich. Die Beratung selbst ist immer kostenfrei und dort kann man Dir auch ggf. Psychologen und Ärzte empfehlen, die auf das Thema spezialisiert sind und Dich ernst nehmen und Dir helfen können. Und denk dran, Du bist nicht der einzige Mensch, dem es so geht, vielleicht gibt's bei Euch vor Ort auch Selbsthilfegruppen. Wenn, dann bekommst Du die Kontaktdaten auch bei den Beratungsstellen. Sei ruhig mutig und wende Dich dorthin. Dort triffst Du ganz sicher auf Verständnis und nicht, wie bei Deiner Mutter und vielleicht anderen Menschen auf Ablehnung. Du schaffst es - viel Erfolg :).

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Hallo,

bitte schau dringend auf diese Seite

http://trans-nrw.de/selbsthilfegruppen/

Dort bekommst Du alle Antworten die du so dringend brauchst und auch die notwendige Hilfe.

Dein Weg wird nun schwer werden, aber du musst es nicht alleine durchstehen und das ist für Dich enorm wichtig.

Transgender zu sein bedeutet für Dich ständig im Kampf zu sein und zwar so lange bis Du in dem Körper steckst in dem Du dich auch "zuhause" fühlst.

Die Selbsthilfegruppe wird Dir Ärzte und Psychologen benennen, die sich mit dem Thema auskennen und Dir somit auch die optimale Unterstützung geben können.

Bitte auf keinen Fall verzweifeln, DU BIST NICHT ALLEINE.

ich wünsche Dir viel Kraft und Erfolg

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Wenn es dir wirklich ernst ist kannst im Internet Selbsthilfegruppen in deiner Nähe suchen bzw über Mail Kontakt Infos einholen. Auch in Facebook gibt es einige gute Gruppen. Dein erster Weg wird aber zum Hausarzt sein und das der dich zum Psychiater überweist. Dir muß aber immer bewußt sein, das es kein leichter Weg ist.

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