Im Ausland , spreche spanisch schon ganz gut aber warum verstehen mich manche Leute nicht?

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3 Antworten

Hallo, das fehlende rollende r ist natürlich ein Manko. Außerdem überbetont man im Deutschen eher, im Spanischen fließen dagegen Worte ineinandern.

Jetzt nicht für Argentinien anwendbar, weil dort das Perfecto praktisch nicht angewandt wird, aber ein gutes Beispiel:

Se ha ido. Ein Deutschsprecher achtet unterbewusst drauf, dass man hört, wo die einzelnen Worte aufhöhren. Auch angeln wir uns gerne von Konsonant zu Konsonant. Spanischsprecher von Vokal zu Vokal.

Ein Spanischsprecher spricht se ha ido wie folgt aus: seaído.

Dann sprechen Spanischsprecher auch weicher, die Zunge ist weiter vorne am Gaumen. Man redet viel schneller.

Jedes Land bzw. jede Region hat seinen eigenen Rhytmus, wie Silben und Betonungen im Satz angeordnet werden, wie die Essenz der Aussage hinausläuft etc.

Kurzum: das braucht alles seine Zeit.

Und auch die Themen sind Kultur ist völlig anders. Dazu noch Doppeldeutigkeiten. Gerade in Argentinien. Und gerade dort gibt es noch eine weitere Besonderheit: die Leute reden manchmal "al revés", also verkehrtrum, genauer gesagt mit verdrehten Silben (z.B. dorima statt marido, oder chacón statt concha). Klar, das wird nicht erwartet, ist auch mehr ein Insiderspaß, aber es soll nur aufzeigen, dass das Hörverständnis völlig andere Nuancen besitzt, als man das so im deutschen Sprachraum gewohnt ist.

In Deutschland ist es so, dass wenn jemand nicht verstanden wird, derjenige langsam redet. Im Spanischen funktioniert das nicht. Die Leute reden schneller, es geht der Sinn flöten, wenn man nun die Worte zerhackt.

Am besten gehst du vor, wenn du dir typische Sätze und Redewendungen, die ständig vorkommen (und da gibt es in Argentinien eine Hand voll) hernimmst, und diese nachahmst und laut für dich übst. Und angle dich von Vokal zu Vokal. Im argentinischen Spanisch ist auch oft das S im Wortinnern nur angehaucht, den SCH-Laut für LL oder Y hast du ja mitbekommen. Denk auch ein bischen an Italienisch, denn argent. Spanisch hat eine andere Sprachmelodie, etwas zwischen Galicisch und Italienisch.

Naja warum die Dich nicht verstehen, da kann ich mir gut vorstellen das es zum Teil an der Aussprache hapert.
Es wird nicht anders sein als bei uns in Deutschland. Ich verstehe "ZUM TEIL" auch nicht was z.B. Leute aus anderen Bundesländern mir erzählen. Ich wohne an der Grenze zwischen Bayern/Schwaben und Franken. Doch bei extremen Bayrisch/Schwäbisch oder Fränkrisch muß ich schon sehr gut aufpassen. Obwohl es die Deutsche Sprache ist!
Ich denke da ist es genauso, das Du einfach mehr an der Aussprache üben mußt und das am besten mit einem Lehrer. Der bringt Dir bestimmt auch ein paar Tricks und Übungen bei wie Du bestimmte Buchstaben bzw Laute besser aussprechen kannst. Nur Übung macht den Meister;)

Wahrscheinlich sprichst du (immer noch) nicht gut genug.

Eine schlechte Aussprache kann bereits von Anfang an eine gute Kommunikation erschweren. Da musst du auf jeden Fall als erstes ansetzen, bevor du es nur noch schwer bis gar nicht verbessern kannst. Dein Vorschlag ist da schon ganz gut, die Person, die korrigiert, sollte aber auch Ahnung davon haben und das vernuenftig erklaeren koennen. Ein Blick auf das IPA (internationales phonetisches Alphabet), die Laute des Spanischen und wie diese gebildet werden, kann auch ganz hilfreich sein. Man sollte sich auch theoretisch mit der Sprache beschaeftigen, die man lernt und Aussprache wird da gerne mal uebersehen.

Hat man eine gute Aussprache, dann verzeihen Muttersprachler auch eher schonmal einen grammatikalischen Patzer oder einen komischen Satz. Klingt man aber ganz untypisch fuer diese Sprache und einfach nur krum und schief, dann kannst du noch so korrekt sprechen, man wird dich nicht verstehen oder verstehen wollen. Uebrigens ist Aussprache nicht nur die Produktion von Lauten, sondern auch Akzent, Intonation, etc. Damit solltest du dich auch auseinandersetzen.

Dann wird es auch darauf ankommen, was du da von dir gibst. Hast du dir mal von jemanden neutral erklaeren lassen, wie deine Saetze auf Muttersprachler wirken? Machst du sehr viele Fehler? Sind deine Saetze zwar grammatikalisch in Ordnung, aber nicht spanisch genug? Sprache hat auch viel mit Kultur zu tun. Wenn deine Saetze beispielsweise einfach bloss uebersetzte deutsche Saetze sind, dann kann es sein, dass du unverstaendlich bist, weil du einen Sachverhalt nicht so ausdruecken kannst, wie ein Spanier das machen wuerde. Da hilft dann viel zuhoeren und lesen und nachmachen.

Auch wird es darauf ankommen, mit wem du sprichst. Jemand, der international eingestellt ist, selbst Fremdsprachen spricht und auch viel mit Auslaendern zu tun hat, kann sich auch schonmal denken, was gemeint ist, selbst wenn du eine schlechte Aussprache hast oder Saetze falsch oder fuer die Sprache untypisch sprichst. Die Oma, die ihr Dorf nie verlassen hat und bloss Spanisch spricht, wird das nicht so einfach koennen....

Das sind jetzt bloss ein paar Gedanken. Vielleicht ist ja was dabei, was dich betrifft. Wenn du dich verbessern willst, dann solltest du nicht einfach alles alleine versuchen und hoffen, dass das schon wird. Gerade im Bereich der Aussprache solltest du dir einen Experten (Spanischlehrer; bloss Muttersprachler reicht hier oft nicht) zu Rate ziehen. Vergiss auch nicht, dass du in Argentinien bist. Hier kann einiges anders sein, als in Spanien (auch wenn ich jetzt in dieser Antwort beispielhaft bloss von Spanien gesprochen sein).

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