IGZ vertrag unbefristet trotzdem probezeit?

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2 Antworten

Nach dem iGZ-Tarifvertrag gelten die ersten 6 Monate eines Arbeitsverhältnisses als Probezeit: § 2 "Beginn und Ende
des Beschäftigungsverhältnisses
"; in Abs. 2.2 "Probezeit und Kündigungsfristen" heißt es im letzten Satz:

Probezeit und Kündigungsfristen gelten gleichermaßen für befristete Beschäftigungsverhältnisse.

Die Kündigungsfristen nach der Probezeit entsprechen des gesetzlichen Fristen nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch BGB § 622 "Kündigungsfristen bei Arbeitsverhältnissen"; für die Kündigung durch den Arbeitnehmer sind es immer 4 Wochen zum 15. oder zum Ende eines Kalendermonats (Abs. 1)

Die Kündigungsfristen nach dem Tarifvertrag iGZ während der Probezeit sind zum Teil erheblich kürzer als die gesetzliche Frist von 14 Tagen (BGB § 622 Abs. 3).

Im genannten § 2 Abs. 2.2 des Tarifvertrags sind es zu den Fristen:

In den ersten vier Wochen der Probezeit kann das Beschäftigungsverhältnis mit einer Frist von 2 Arbeitstagen gekündigt werden. Von der fünften Woche an bis zum Ablauf des zweiten Monats beträgt die Kündigungsfrist 1 Woche, vom dritten Monat bis zum sechsten Monat des Beschäftigungsverhältnisses 2 Wochen. Vom siebten Monat des Beschäftigungsverhältnisses an gelten die gesetzlichen Kündigungsfristen. Diese gesetzlichen Kündigungsfristen gelten beiderseits.

Wenn Du also schnell merkst, dass dieses Arbeitsverhältnis nichts für Dich ist, kannst Du relativ schnell "aussteigen".

Ich habe im Tarifvertrag keine Klausel gefunden, die es dem Arbeitgeber erlauben würde, von diesen Bestimmungen des Vertrag durch den individuellen Arbeitsvertrag (zu Deinem Nachteil) abzuweichen.

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gelten dort trotzdem 6 monate probezeit?

Ich bin seit letztes Jahr Juni in einer Zeitarbeitsfirma und weiß ganz genau dass die Probezeit gilt.

Ich habe bei Entleihern gearbeitet die mehrere Zeitarbeitsfirmen beauftragt haben und weiß aber auch das die sehr schnell mit Kündigungen sind, wenn ein Auftrag zu Ende ist oder der Zeitarbeiter gerade mal nicht vermittelt werden kann.

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Kommentar von Familiengerd
26.03.2016, 11:17

sehr schnell mit Kündigungen sind, wenn ein Auftrag zu Ende ist oder der Zeitarbeiter gerade mal nicht vermittelt werden kann

Einmal ganz objektiv betrachtet (ohne damit eine Diskussion über "Zeitarbeit" anstoßen oder die Zeitarbeit gar verteidigen zu wollen):

"Schnell kündigen" ist nur bei Anwendung eines der beiden Tarifverträge möglich, ansonsten gelten mindestens die gesetzlichen Kündigungsfristen auch für die Zeitarbeit.

Diese Möglichkeit der tariflich "erlaubten" schnellen Kündigung entbehrt auch nicht der Logik. Denn welcher Betrieb - ob Zeitarbeit oder nicht - kann es sich erlauben, Arbeitnehmer über eine längere Zeit zu bezahlen, wenn sie nicht beschäftigen kann und sie daher nicht durch ihre Arbeit Umsatz (der ja noch nicht einmal identisch ist mit "Gewinn") für den Betrieb generieren?!? Und Zeitarbeitsfirmen sind von dieser Situation nun einmal in einem besonderen Maße betroffen - einmal ganz unabhängig davon, ob man sie "mag" oder nicht!

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