IGeL Voraussetzung für Ausstellen einer Verordnung?

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1 Antwort

Anspruch haben Sie nur, wenn bei die Bedingungen der Hilfsmittelrichtlinien erfüllt sind: "Verordnungsfähig sind Kontaktlinsen – bei ausgeprägtem, fortgeschrittenem Keratokonus mit Keratokonus bedingten pathologischen Hornhautveränderungen und Hornhautradius <7,0 mm zentral oder am Apex" Quelle: BAnz. Nr. 61 (S. 462) vom 06.02.2009

Pathologische Hornhautveränderungen kann nur ein Augenarzt feststellen, ein Optiker (=Handwerker) kann und darf dies nicht. Die Topographie ist die zuverlässigste Methode, die Hornhautkrümmungsradien festzustellen.

Die Topographie ist bis heute keine Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung. Deshalb muss der Arzt diese Ihnen privat als Selbstzahlerleistung in Rechnung stellen. Außerdem sollten Sie immer auch eine optische Pachymetrie (Vermessung der Hornhautdicke) mit durchführen lassen (auch eine Selbstzahlerleistung).

Mir scheint, dass Sie eher auf die Gesundheitspolitik der letzten 10 Jahre (Stichwort Ulla Schmidt, Lauterbach, SPD) sauer sein müssten als auf Ihren Facharzt, der Sie offensichtlich korrekt und gut betreut. Und wenn bisher nur ein "Verdacht" auf Keratokonus besteht, dann haben Sie eben keinen Anspruch (!) auf Kontaktlinsen im Rahmen der Gesetzl. Krankenversicherung, weil die Voraussetzungen nicht vorliegen, die die SPD-Politikerin formulieren ließ.

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pfaba 13.05.2010, 10:05

Vielen Dank fuer Ihre Antwort der ich allerdings nur bedingt zustimmen kann.

Meine zentrale Frage war, ob es rechtens ist, dass der Arzt eine Verordnung nur unter der Bedingung der Inanspruchnahme einer IGeL Leistung ausstellt. Eine Antwort hierzu geben sie nicht.

Sie haben sicherlich recht, dass die Gesundheitsreformen einen grossen Anteil an der Misere haben.

Ein Optiker bzw. Kontaktlinsenspezialist kann allerdings sehr wohl Hornhautveraenderungen feststellen. Und ich wuerde behaupten, dass manche Anpasser dies sogar besser beherrscht als mancher Arzt. Zur Anpassung von Keratokonuslinsen muss der Optiker doch sogar eine Topographie durchfuehren und regelmaessig Wiederholen um Veraenderungen festzustellen und die Linsen neu anzupassen.

Zurueck zum Problem: die Topographie ist wie sie schrieben die beste Methode - allerdings eine IGeL Leistung - also freiwillig. Ist es denn dann nicht Noetigung wenn der Arzt dies zur Voraussetzung macht um eine Verordnung auszustellen, insbesondere wenn vom Arzt erstellte Topographien der letzten 2 Jahre sowie eine Topographie des Kontaktlinsenspezialisten vorliegen auf all denen der Hornhautradius zentral bei 4.5mm liegt? Warum ich als 'Verdacht auf KK' gefuehrt werde ist mir deswegen ein Raetsel.

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