Identität = Selbst- & Fremdbild?

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3 Antworten

Empirisch gesehen entsteht das Selbstbild erst durch äußerliche Erfahrungen, als auch das Fremdbild.

Aber das Fremdbild ist genauso vom Selbstbild abhängig, weil ohne bestimmte "Eigenschaften" kein Bild entstehen könnte. Es scheint also ein unendliches Verhältnis zwischen Fremdbild und Selbstbild zu sein...

LG

Vereinfacht, bist Du männlich oder weiblich in der Identität, das ist einfach wie übersichtlich.

Nun wechselt Du die Rollen, sagen wir von Mann zu Frau oder von Frau zu Mann (Transgender), gleich aus welchem Grund.
Im jeweiligen Rollenverständnis werden per Konvention Erwartungen an Dich gestellt die Du zu erfüllen hast.
Im äußerlichen eben die gegengeschlechtliche Kleidung tragen.
Ein klassisches Fremdbild.

Denn es würde für Deine Identität keine Rolle spielen, ob Du nun Hose oder Rock trägst.
Kodierung durch Kleidung, ein Rock ist weiblich determiniert, gleich ob Du Mann oder Frau bist.

Einen Schritt weiter wird es schon weniger übersichtlich.
Unbenommen ob Du nun Hose oder Rock trägst, eventuell bist Du heteorosexuell, nicht homosexuell, in Deiner Identität.
Was aber sehen die Leute, zwei Frauen, eben im Rock, ergo lesbisch.
Oder einen Transgender im Rock und einen Mann in Hosen, ergo homosexuell (schwul).
Eine Fremdbestimmung, Du selbst würdest Dich als hetero identifizieren.

Gehen wir noch einen Schritt weiter, hauts Dir gleich die Synapsen auseinander.
Eine gewöhnliche Klotür, die eine zeigt eine Figur in Hosen, die andere eine Figur im Rock.
Warum geht eine Frau in Hosen durch die Tür mit der Figur im Rock?
Weil ihre Identität weiblich ist.

Eine vereinfachte Darstellung, zugegeben. Ließe ich beliebig auf andere
Themen ausdehnen.
Deine Identität ist fremdbestimmt.

Ich denke, das Fremdbild ergänzt das Selbstbild und beides bildet dann die Identität. 

Wenn es Unstimmigkeiten zwischen den beiden Eindrücken gibt, kommt es zu Selbstzweifeln, die entweder überwunden werden (zB. wird das Fremdbild abgelehnt oder das Selbstbild angepasst.) oder aber bestehen bleiben. 

Es ist ungesund, nur eine der beiden Seiten zu betrachten, denn beides bedingt das andere - und das ist auch gut so, ansonsten gäbe es vermutlich kein persönliches Wachstum.

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