Idealisierung (und Abwertung) von Personen?

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7 Antworten

Normalerweise würde ich sagen, dass du keinen perfekten Menschen kennenlernen wirst, egal, wie alt du mal wirst.

In deinem Fall liegen aber gewisse Störungen und Wahrnehmungsstörungen vor. Von daher versuche ich es mal so herum: Insbesondere an der Natur kannst du erkennen, dass es keine Perfektion braucht, um als schön oder angenehm wahrgenommen zu werden.

Und das kannst du versuchen, auch auf die Menschen zu übertragen. Auch wenn sie ihre Ecken und Kanten haben, können sie dir helfen, zuhören, für dich da sein, usw. Dafür braucht es keine 100%, 70 oder 80% tun es auch. Denn mal rein von dir ausgehend möchtest du sicher auch nicht rund um die Uhr das Strahlemädchen sein, oder?

Dass du nun besonders die Fürsorge und Geborgenheit von Mutterseite aus vermissen musstest, ist natürlich nicht schön (gewesen). Wenn du das zum Beispiel bei Freundinnen anders erlebt hast, liegt es natürlich nahe, sich das als Kind auch so zu wünschen und sich dann in so ein Verhalten und Denken wie deines zu verlieren.

Aber auch diese Mütter und Frauen laufen nicht 24 Stunden gutgelaunt herum. Was bedeutet, auch sie haben ihre Eigenheiten, werden mal laut oder sauer.

Vielleicht findest du mal die Kraft und den Mut, mit deiner Mutter ein klärendes Gespräch zu führen, warum sie dir gegenüber so distanziert war und ist.

Wie ist denn das Verhältnis zwischen deiner Mutter und deiner Oma, was die Mutter deiner Mutter ist?

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Kommentar von watsonemma
25.07.2016, 19:57

Danke für deine Antwort :) Mir ist bewusst, dass diese Personen keineswegs perfekt sind, teilweise kenne ich die Personen nicht mal, sondern sie sind mir in der Stadt nur schnell über den Weg gelaufen o.ä. Ich stelle mir aber einfach nur vor, wie diese Person sich um mich kümmern würde, also alles, was ich selbst so nicht erlebt habe.

Das Verhältnis von meiner Mutter zu meiner Oma war/ist leider nicht besser. Da war es auch ziemlich egal, wenn es meiner Mutter nicht gut ging, usw. Aber sie wurde so zu einem sehr emotionalen Menschen, der 24/7 von ihren eigenen Problemen spricht und somit Aufmerksamkeit sucht. Ich bin ein ziemliches Gegenteil, spreche nie über Gefühle und mache alles mit mir selbst aus. Aber trotzdem ist ja dieses Verlangen nach Nähe und Beachtung da und deshalb idealisiere auch Menschen so stark.

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Meine Ideen dazu:

Alle Menschen streben danach geliebt zu werden. Meistens versuchen sie es dadurch, einem perfekten Bild ähnlich zu werden: Für uns Frauen heißt das: eine super Hausfrau, Sportlerin sein, toll aussehen, erfolgreich sein aber auch eine Top-Mutter, immer jung sein usw. Je mehr wir es schaffen, diesem Bild ähnlich zu werden, desto gößer, denken wir, ist die Chance geliebt zu werden.

Es ist ein Irrtum. Das Geheimnis ist: Je mehr man sich selber achtet und akzeptiert, also liebt, desto größer ist die Chance, geliebt zu werden, weil man genau das ausstrahlt.

Wenn du Personen idealisierst, projezierst du möglicherweise diese Liebe Achtung und Akzeptanz, die du für dich selber bräuchtest, aber nicht aufbringen kannst, nach außen, auf andere Personen, die zunächst einem super Bild nahe kommen. Sie wären damit praktisch deine Stellvertreter. Ihre Fehler enttäuschen so sehr, weil sie damit zeigen, dass sie nicht >liebenswert<, perfekt sind, was in diesem Fall auch auf dich zurückfallen würde.

Ob das so zutrifft, keine Ahnung, es sind nur Gedanken.

Aber ich bin sicher, dass du profitieren wirst, wenn du an deiner Selbstliebe und Selbstakzeptanz arbeitest. Alles Gute

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Hallo, Watsonemma 

Im allgemeinen wurden dir ja schon recht gute Antworten und Ratschläge gegeben. 

Meiner Meinung nach wurde aber nicht ausreichend auf deine Bemerkung, das der Verdacht auf eine Borderline-Erkrankung besteht, eingegangen. 

So wie du dich selber im Kontakt mit anderen Menschen wahrnimmst und auch erklären kannst geht schon sehr in diese Richtung .

Gerade die von dir beschriebene Art der Idealisierung von einzelnen Personen und auch das sich diese positive Wahrnehmung aus dem kleinsten Anlass in Ablehnung oder sogar Verachtung wandeln kann ,ist ein ganz typisches Symptom dieser Erkrankung. 

Auch das du keine beständigen emotionalen Beziehungen eingehen kannst , die  Unsicherheit gegenüber deinen eigenen Gefühlen und dieses schwarz-weiß-denken, (gut/böse , Freund/Feind ),alles klassische Merkmale dieser Erkrankung. 

Daher könnte es sich lohnen dem bestehenden Verdacht auf eine Borderline-Persönlichkeitsstörung doch einmal nachzugehen. 

LG und alles Gute für dich

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Hallo du. Deine Therapeutin ist nicht optimal gewesen für dich. Das macht mich betroffen, wenn ich das lese, denn gerade mit diesen Gefühlen, die du ihr gegenüber hast sollte sie prima arbeiten können und dich leiten, das durch zu stehen. Hast du ihr gegenüber auch mal eine tiefe Anziehung gespürt oder nur die Ablehnung? Dieses Idealisieren kenne ich auch. Nicht so stark vielleicht. Meiner Erfahrung nach lässt dieses Idealisieren nach, wenn ich die Frau z.B. "entmysthifiziere", wie ich es nenne. Sie näher kennen lernen,  herausfinde was ich mir von ihr wünsche und mir versuche das selbst zu geben. In guten Fällen, in denen mein Gegenüber empathisch genug gewesen ist, hat es mir auch geholfen, ehrlich über mein Empfinden ihr gegenüber zu sprechen. Dann ließ es meist auch nach. ( außer ich war wirklich verliebt...) Wenn du dich traust irgendwann, dann arbeite mit deinem "inneren Kind". Aber nicht alleine. Eins noch: Auch wenn sich speziell Eltern scheinbar nicht ändern gibt es durchaus erstaunliche kleine Wunder, die dich sprachlos werden lassen. Konzentriere dich erst mal auf dich, werde dir klar was du brauchst, sei liebevoll zu dir selbst, auch wenn es schmerzt, dann kannst du dich deiner Mutter zuwenden. Sie ist vielleicht genau so verzweifelt wie du. 

Alles Liebe.

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Das könnte gut zum schwarz/weiß denken was.

Weiß denken:
Das autorisierten denken bei den Personen die schaffen alles, haben ihr Leben im Griff usw.

Schwarz denken:
Wie du sagst durch Fehler machen, nicht nachdenken usw. Das die Leute nicht gut genug sind.

Du schreibst das du einen "Mutterersatz" sucht. Das kann durch reinziehen.

Der andere Gedanke: hast du einen Partner? Falls nein, könnte das vielleicht auch heißen das du einen suchst der fehlerlos ist?

Sind nur Gedanken/Überlegungen

Es ist aber schön, dessen dir nach deiner Therapie besser geht.

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Kannst du dabei denn bewerten, was die Person im Gegenzug für dich tut?

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Kommentar von watsonemma
25.07.2016, 19:50

Wie genau meinst du das? Die Person muss gar nichts für mich tun. Einfach existent sein und mich beachten, dann bin ich "glücklich".

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Du brauchst jemanden in deiner Nähe, einen Freund, einen Mann. Dann kommst du auch immer weniger auf die Idee, Menschen nur in Gut und Böse zu unterteilen. Sobald du mit deinem Leben zufrieden bist, bist du auch mit den Menschen um dich herum zufrieden.

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Kommentar von watsonemma
25.07.2016, 19:59

Ich komme leider überhaupt nicht mit Nähe klar (sowohl emotional als auch körperlich), habe demnach null Interesse an einer Beziehung. Mein Verlangen nach Liebe und Zuneigung stille ich praktisch durch dieses Idealisieren, da ich mir vorstelle, wie es wäre, wenn die Person mir Zuwendung schenkt, usw. Das ist zwar nicht real, aber es reicht für mich völlig aus, um nicht durchzudrehen :D

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