Ich würde mich gerne vegan ernähren, bin mir aber nicht sicher ob man sich als Veganer ausgewogen..

14 Antworten

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Die Amerikanischen Gesellschaft der Ernährungswissenschaftler (ADA) sagt folgendes:

Die Amerikanische Gesellschaft der Ernährungswissenschaftler (ADA) und der Verband kanadischer Ernährungswissenschaftler (DC) vertreten die Position, dass eine vernünftig geplante vegetarische Kostform gesundheitsförderlich und dem Nährstoffbedarf angemessen ist sowie einen gesundheitlichen Nutzen für Prävention und Behandlung bestimmter Erkrankungen hat. Etwa 2,5% der erwachsenen Bevölkerung in den USA und 4% der Erwachsenen in Kanada ernähren sich vegetarisch. Eine vegetarische Ernährung wird als eine Kostform definiert, die weder Fleisch, Fisch noch Geflügel enthält. Das Interesse am Vegetarismus scheint zu wachsen; viele Restaurants und Versorger von Bildungsstätten bieten routinemäßig vegetarische Mahlzeiten an. Ein beträchtliches Wachstum im Umsatz mit Nahrungsmitteln, die Vegetarier ansprechen, ist zu verzeichnen, und diese Lebensmittel finden Eingang in viele Supermärkte. Dieses Positionspapier untersucht die aktuellen wissenschaftlichen Daten in Bezug auf die wichtigsten Nährstoffe für Vegetairer, einschließlich Protein, Zink, Kalzium, Vitamin D, Riboflavin, Vitamin B12, Vitamin A, n-3-Fettsäuren und Jod. Eine vegetarische wie auch die vegane Ernährung entsprechen den gegenwärtigen Empfehlungen für alle diese Nährstoffe. In manchen Fällen kann die Gabe angereicherter Nahrungsmittel oder von Nahrungsergänzungsmitteln hilfreich sein, um den Bedarf für einzelne Nährstoffe gemäß den aktuellen Empfehlungen zu decken. Gut geplante vegane und andere Formen der vegetarischen Ernährung sind für alle Phasen des Lebenszyklus geeignet, einschließlich Schwangerschaft, Stillzeit, früher und späterer Kindheit und Adoleszenz. Vegetarische Ernährungsformen bieten ernährungswissenschaftlich eine Reihe von Vorteilen. Hierzu zählen niedrigere Werte an gesättigten Fettsäuren, Cholesterin und tierischem Eiweiß sowie ein höherer Gehalt an Kohlenhydraten, Ballaststoffen, Magnesium, Kalium, Folat, Antioxidanzien wie die Vitamine C und E sowie Phytochemikalien. Berichten zufolge weisen Vegetarier niedrigere Körpermasseindices auf als Nichtvegetarier, ebenso ist die Todesrate für ischämische Herzerkrankungen geringer. Vegetarier haben darüber hinaus niedrigere Cholesterin-Blutwerte, einen niedrigeren Blutdruck, leiden seltener an Bluthochdruck, Diabetes Typ 2 sowie Prostata- und Darmkrebs. Auch wenn eine Anzahl staatlich finanzierter und institutioneller Ernährungsprogramme den Bedürfnissen von Vegetariern gerecht werden kann, gibt es zurzeit wenige Angebote, die für Veganer geeignet sind. Wegen der Verschiedenartigkeit der Ernährungspraktiken von Vegetariern sind individuelle Bewertungen der jeweiligen Nahrungsaufnahme erforderlich. Es liegt in der Verantwortung von Ernährungswissenschaftlern, Interessierte bei der Aufnahme einer vegetarischen Ernährung zu unterstützen und zu ermutigen. Sie können eine Schlüsselrolle einnehmen bei der Aufklärung von Vegetariern über Nahrungsmittelquellen spezifischer Nährstoffe, Nahrungsmitteleinkauf und -zubereitung sowie bei der Modifikation von Kostzusammenstellungen, die eventuell notwendig ist, um den individuellen Bedarf zu decken. Die Aufstellung eines Speiseplans für Vegetarier kann durch Benutzung eines Nahrungsmittelführers, der Angaben zu bestimmten Nahrungsmittelgruppen und Portionsgrößen enthält, vereinfacht werden.

J Am Diet Assoc. 2003;103:748-765. (Zusammenfassung des Thensenpapiers)

http://www.vebu.de/files/ADApositionpaper_2003.pdf

Die ADA hat fast 67.000 Mitglieder, davon ungefähr 75% registrierte Diätassistenten/Diaetologen/Ernährungsberater, 4% registrierte "diätetisch-technische" Assistenten (dietary technicians) für Diätetik und Ernährungsberatung.

Der größte Teil der Nahrung sollte aus viel verschiedenem Obst und Gemüse bestehen. Man sagt 5 Portionen pro Tag, möglichst von jeder Farbe etwas. Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte und in Maßen Nüsse, Samen und gute Öle sind ebenfalls wichtig, um mit allem was der Körper braucht versorgt zu sein.

Es gibt sonst keinen Inhaltsstoff in Tierprodukten, den in pflanzlichen Nahrungsmitteln nicht deutlich häufiger vorkommt. Mohn hat 25 mal soviel Calcium wie Milch. Leinsamen hat 30 mal soviel Omega 3 Fettsäuren wie Lachs. Getersilie hat 30 mal soviel Eisen wie Rindfleisch. Nur um mal ein paar Spitzenreiter aufzuzählen. Informiere dich einfach gut, dann wirst du wunderbar vegan leben können. Ein paar Basics beachten und cdann ist es ein Klacks.

Der einzige Streitpunkt ist B12. B12 kommt nur in den Ausscheidungen bestimmter Mikroorganismen vor. Diese befinden sich auch im menschlichen Darm. Einige behaupten, dass sie bei einer gesunden Darmflora ausreichend B12 produzieren, das ist aber nicht wissenschaftlich belegt. Wäre aber eine Erklärung dafür, dass es vegane Naturvölker gibt, die besonders hohe b12werte haben. Dass heutzutage kaum noch B12 auf pflanzlicher Nahrung zu finden ist, liegt daran, dass der Mensch durch Spritzmittel und (übertriebene) Sauberkeit die Mikroorganismen und ihre Ausscheidungen entfernt. Da finde ich es vollkommen ok, wenn man es der Nahrung anschließend wieder zuführt, wenn man nicht auf naturbelassene Nahrung zurückgreifen kann. B12 ist heutzutage in etlichen Säften, Kellogs, Bonbons, Drinks usw. enthalten. Übrigens wird mittlerweile auch Massttieren oft B12 gespritzt, da sie durch den hohen Einsatz von Antibiotika und die schlimmen Haltungsbedingungen einen B12mangel haben - auch keine bessere Art der Versorgung.

Tolle Entscheidung! Nicht nur für deine Gesundheit, unser Klima, die Umwelt, den Regenwald, hungernde Menschen und natürlich unsere Mitgeschöpfe, die Gefühle und Bedürfnisse haben, aber viel zu oft wie Dreck behandelt werden.

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@Paschulke82

Perfekte Antwort, dem gibts nichts hinzuzufügen!

(Ich selbst lebe übrigens seit 6 Jahren mittlerweile vegan, bei Fragen kannst du dich also auch gern an mich wenden.)

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@Paschulke82

Es gibt keine guten Öle. Auch wenn z.B Olivenöl nur monounsaturated fats hat und leinöl ALA, sind alle inflationär. Das heißt die Zellen werden angegrifen, es kommt zu körpereigenen Stress und Oxidation was viele, wenn auch in Maßen nicht all zu schlimme Reaktionen im Körper herbeiführt.

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Die ADA hat fast 67.000 Mitglieder, davon ungefähr 75% registrierte
Diätassistenten/Diaetologen/Ernährungsberater, 4% registrierte
"diätetisch-technische" Assistenten (dietary technicians) für Diätetik
und Ernährungsberatung.

Also Leute, die mit diesen Märchen Geld verdienen.

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@BigBene

Ach, und die selbstlose Tierprofitlobby tut das nicht, wenn sie uns weismachen will, wie wichtig, natürlich und notwendig Fleisch und Co. angeblich doch sei ?

Alles klar ! ;)

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Veganer werden dir jetzt antworten dass man sich vegan ernähren kann ohne gesundheitliche Probleme fürchten zu müssen. Die Mehrzahl der Ernährungswissenschaftler und Mediziner ist anderer Ansicht. Fest steht allerdings, dass zu hoher Konsum von tierischem Eiweiß verschiedene Krankheiten begünstigt. Die Entscheidung liegt bei dir.

Welcher Ernährungswissenschaftler oder Mediziner behauptet das? Dann möchte ich aber mal hören woran es fehlen sollte. Klar, falsach ernähren kann man sich mit und ohne Fleisch, aber wer sich etwas informiert kann sich ohne Frageausgewogen vegan ernähren. Vor allem möchte ich dann gerne mal wissen, warum Veganer dann im Schnitt länger leben als der Durchschnitt und viel seltener an Krebs, Herz-Kreislauferkrankungen, Gicht, Rheuma, Diabetes, Arthrose, Allergien und Asthma erkranken.

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Also die ADA ist schon mal unserer Ansicht, und das ist schließlich die größte Ernährungsorganisation weltweit. :)

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Mich würde intressieren welcher Ernährungswissenschaftler das sagt. Übrigens haben Medizinstudenten nichtmal das Thema in ihrem STudium. Auf den Hausarzt würde ich z.B. nicht unbedingt hören. Man muss einfach mal selber sich belesen und nachdenken. Wenn alle Nährstoffe in pflanzlicher Ernährung drin stecken, wieso sollte dann was fehlen?

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@blondiendh

"Auf den Hausarzt würde ich z.B. nicht unbedingt hören."

Also auf niemanden hören der dieser Ernährungsform kritisch gegenüber steht! Auch die "Deutsche Gesellschaft für Ernährung" und das ist nicht die Metzgerinnung, steht dem kritisch gegenüber und warnt vor allem Schwangere vor veganer Ernährung. Sei es wie es sei, ich akzeptiere wenn jemand für sich diese Ernährungsform gewählt hat. Ich kann auch keine Entscheidung in der Frage treffen, ob die Einwände berechtigt sind oder nicht.

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@blondiendh

Ich habe von Medizinstudierenden gehört, die folgendes zu dem Thema gelernt haben.

"Irgendwelche verwirrten Eltern haben ihr Kind vegan ernährt und es ist gestorben"

Dabei ging es darum, dass die dem Kind irgendwie nur Früchte gegeben haben oder so, so ne Art Steinzeitdiät. Nur weil man sich vegan auch falsch ernähren kann, heißt das nicht, dass man sich nicht auch richtig ernähren kann. Auch mit Fleischkonsum kann man sich gesund ernähren... machen allerdings viele nicht. Das Beispiel sagt allerdings aus, wie "objektiv" das Thema teilweise an Universitäten behandelt wird... Und diese Menschen werden später unsere Hausärzt*innen.

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@Aliha

Tja, gibt genauso Studien, die das anders belegen. Paschulke z.B. zitiert immer von der ADA die riesig groß is und zum andren Schluss kommt (google mal falls es dich intressiert). :)

Ich bin gerne für andere Meinungen offen und beschäftige mich damit, ich bin selber nicht vegan. Aber zu sagen es wäre nicht gut ist Quatsch. Wie gesagt, man muss einfach mal die Nährstoffe angucken, die man braucht und dann merkt man dass sie pflanzlich zu bekommen sind. Pure Logik, dass dann kein Mangel entstehen kann ;)

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@ecoraider

Ja, man kann sich mit beiden Ernährungsformen gesund oder ungesund ernähren. Mich nervt nur dieses pauschale "ist ungesund".

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@ecoraider

Richtig, diesen Fall gibt es. Das Kind hatte einen B12 Mangel. Aber fast alle Veganer ernähren sich sehr bewusst und wissen um die Dringlichkeit der B12 Substitution. 

Viel mehr sind die vegan aufwachsenden Kinder sehr gesund. Suche auf Youtube gerne nach Dr. med. Bracht und Videos von veganen Babys ( für den live-Beweis :D)

Bevor du denkst, dass B12 jetzt ein Argument für Fleischkonsum ist: auch du nimmst künstliches B12 zu dir - halt nur indirekt. Die Tiere werden nämlich mit B12 Tabletten gefüttert, bevor sie von dir gegessen werden.

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@cellini2O11

Nein, allerdings auch keine Kuhmilch - denn menschliche Babys haben völlig andere Bedürfnisse als ein Kalb, das innerhalb weniger Monate groß und stark werden soll !

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@BBXBLOXX

Hi, das find ich witzig, dass wir uns hier bei dieser steinalten Frage treffen...;) Schönen Sonntag, falls du das heute noch liest !

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du solltest viel obst und gemüse essen und auch zink wäre nicht schlecht. über deine gesundheit brauchst du dir keine sorgen machen sofern du dich richtig ernährst. wenn du willst kann ich dir rebzepte für eine woche geben die gerade für das einsteigen gut sind. du musst allerdings jeden tag kochen ^^

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