Ich würde gerne nach Brasilien auswandern, wie stelle ich es am geschicktesten an?

10 Antworten

Ganz schön viele Fragen. ;-)

Ich denke einer der wichtigsten Punkte ist: Schau Dir Brasilien vorher mal an. Inbesondere die Stadt in die Du auswandern willst, denn Brasilien ist nicht überall gleich. Und versuch es nicht aus der Sicht eines Urlaubers zu sehen, denn Du wirst nicht im Hotel leben. Die besten Erfahrungen wie es sich in Brasilien lebt, bekommst Du, wenn Du ein paar Monate in einer brasilianischen Familie lebst oder bei Freunden, die bereits in Brasilien leben. Geht natürlich nur, wenn Du schon Kontakt hast.

Ich denke Rio kann man beispielsweise vergessen. Dort sind Mieten und Kaufpreise für vernünftige Wohnungen inzwischen teurer als in München, allerdings verdient man in Rio lange nicht so viel wie in Deutschland.

In der Favela leben ist sicherlich viel günstiger. Damit muss man aber klarkommen. Dort leben die Menschen ziemlich einfach und selbst wenn man sich eine luxuriösere Innenausstattung leisten kann als die Nachbarn, sollte man das lieber bleiben lassen. Favelas sind außerdem meistens nicht so gut erschlossen, lange Fußwege bis zur nächsten Straße sind da nicht selten.

Portugiesisch ist in Brasilien ein Muss. Es gibt sehr viele Menschen, die nicht oder nicht gut Englisch sprechen, ganz einfach weil es an vielen Schulen nicht unterrichtet wird. Spanisch ist zwar recht ähnlich und erfahrungsgemäß sind Brasilianer durchaus hilfsbereit gegenüber spanischsprechenden Touristen, aber eine dauerhafte Lösung ist das nicht.

Der Job muss natürlich passen. In Sao Paulo gibt es sehr viele Firmen aus allen möglichen Industriezweigen, auch viele deutsche Firmen sogar mehr als in jeder anderen Stadt der Welt. Aber Sao Paulo ist halt eine gigantische nicht sonderlich schöne Stadt, die zu weit weg vom Meer ist, als das man pendeln könnte. Bei allen anderen Städten muss man vorher recherchieren, ob der Job in der Stadt auch gefragt ist.

Wenn Du dauerhaft in Brasilien leben willst, wirst Du auch brasilianische Versicherungen und das brasilianische Rentensystem akzeptieren müssen. Das ist dort alles nicht so prickelnd, Krankenversicherungen sind zum Beispiel sehr viel teurer gerade im Verhältnis zum Einkommen.

Wenn man nichts mit Drogen zu tun und nicht mit viel Geld oder teuren Gegenständen oder teuere Kleidung rumläuft, ist die Kriminalität wohl vernachlässigbar. Wenn man überfallen wird, sollte man rausrücken was man hat. Und wenn man viel hat, erhöht man die Wahrscheinlichkeit, dass man überfallen wird.

Die Staatsangehörigkeit bekommt man nur, wenn man Kind von Brasilianern ist. Alle anderen können höchstens eine Permanencia bekommen, eine dauerhafte Aufenthaltserlaubnis. Diese oder zumindest ein längerfristiges Visum mit Arbeitserlaubnis bekommt man beispielsweise in folgenden Fällen:

  • Heirat mit einem Brasilianer oder jemandem, der eine Permanencia hat
  • Investition (meines Wissens mindestens 100.000 €)
  • Festanstellung bei einem Unternehmen in Brasilien, wobei das Unternehmen nachweisen muss, dass sie unbedingt Dich brauchen und keinen Brasilianer dafür bekommen
  • Studium
  • Entwicklungshilfe? (gab's früher mal, bin mir nicht sicher)

Kommt drauf an wie hoch deine Ansprüche sind.

Für ein komfortables Leben ist Brasilien wirklich extrem teuer. Alles was in einer Fabrik produziert wird, ist dort extrem teuer.

Die Mittelschicht die wohnt in Plattenbau-Hochhäusern, aber aber nicht so heruntergekommen sind wie die Deutwschen pendants. 30 bis 40 Prozent der Brasilianer leben in Favelas.

Für brasilien eine arbeitserlaubnis zu bekommen dürfte sehr schwierig sein. Die braslianische Bürokratie ist wirklich extrem gefürchtet und bedeutet du stehst tagelang für irgendwelche Papiere an. Wie man das ganze mit ein paar Geldschienne beschleunigen kann, diese Kunst beherrschen da nur Einheimische, als Ausländer hast du im jeden Fall da schon verloren.

Ich will dir nicht deine Idee verhageln. Fakt ist, Brasilen ist (zu) teuer, somit koenntest du dich umorientieren auf ein kleines Land darunter Uruguay.

Ein Land mit suptropischem Klima, die Amtssprache ist Spanisch.Die Kuestenlinie betraegt ueber 300 Km am Atlantik, es liegen kleine Orte und Stadte an der Kueste, wo man sich mit allem versorgen kann.

Versuche es mal, das Internet ist voll von Uruguay, Deutsche sind auch reichlich vor Ort und die Einwanderung ist moderat.

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