Ich würde gerne beruflich Leute im Bereich der Homosexualität beraten?

...komplette Frage anzeigen

9 Antworten

Hallo!

Das ist etwas schwierig zu beantworten, denn da gibt es kein so konkretes Berufsbild dazu. Ja, es gibt in dem Bereich immer wieder Stellen. Meistens steht dann als berufliche Qualifikation "Studium in einem pädagogischen Bereich und Erfahrung in der LGBT*-Jugendarbeit" oder "in der LGBT*-Beratungsarbeit" o.ä. Manchmal ist das mit dem Studium auch ersetzt durch "pädagogische Qualifikation". Das ist dann schon etwas freier zu interpretieren.

Der Haken an der Sache ist, es gibt nur relativ wenige Stellen und wenn sie halt besetzt sind, sind sie besetzt bis jemand den Job wieder hergibt. Ein weiterer Haken ist, dass die Stellen meistens von Vereinen im LGBT*-Bereich ausgeschrieben werden. Das heißt zum einen, dass du von einem ehrenamtlichen Vorstand abhängig bist. Ich beneide unsere hauptamtlichen Pädagoginnen und Beraterinnen echt nicht dafür, dass sie mit uns als Vorstand arbeiten müssen. Alles, was ausgeführt wird, muss irgendwie vom ehrenamtlichen Vorstand abgesegnet werden. Der ehrenamtliche Vorstand macht die Arbeit in der Freizeit und ist im Vergleich zu einem "normalen" Arbeitgeber halt oft nicht direkt verfügbar. Das kann manchmal zu ziemlich viel Frust in der Zusammenarbeit führen. Der nächste Punkt ist, dass diese Stellen meistens über Fördergelder bezahlt werden. Das heißt, deine Stelle wäre von den Fördergeldern abhängig. Kommt ein Politikwechsel und die Fördergelder werden deutlich eingeschränkt, werden auch deine Stunden und dein Gehalt runtergefahren, da es eben an die Fördergelder angepasst ist.

Ach ja: Und wenn du unbedingt in dem Bereich arbeiten willst, solltest du deutschlandweit flexibel in deiner Ortswahl sein, da die wenigen Stellen, die ausgeschrieben sind, sich halt irgendwie auf Deutschland verteilen. Ich bekomme durch meine Vereinsarbeit die meisten solcher Stellenausschreibungen zugeschickt. Das heißt, wenn man erst mal drin ist in der LGBT*-Vereinsarbeit, ist man meistens dann auch irgendwann in den entsprechenden Verteilern gelandet und bekommt auch die Ausschreibungen - deutschlandweit - aus dem Bereich.

Und - sorry - noch ein Haken: Die allerwenigsten Vereine können hauptamtliche Kräfte mit ner vollen Stelle einstellen. Alle Vereine, die mir so einfallen, die überhaupt Hauptamtliche haben, haben häufig Menschen für halbe Stellen oder stundenweise o.ä. eingestellt. Viele machen das zusätzlich zu ner Selbstständigkeit in nem anderen Bereich oder so. Ich kenne im LGBT*-Bereich nur wenige, die wirklich mit vollen Stellen eingestellt sind - und die sind meistens auch so gut und so gut qualifiziert, dass sie außerhalb des LGBT*-Bereichs sofort Stellen finden würden, auf denen sie sehr viel mehr verdienen würden - und die eben dann häufig auch irgendwann wieder gehen, weil weder die Bezahlung noch die Arbeitsbedingungen so wirklich lukrativ sind.

Mein Tipp wäre: Wenn du Lust hast da drauf, dann engagiere dich irgendwo in einem Verein ehrenamtlich. Dann siehst du, ob dir das Spaß macht, wie du dich einbringen kannst, dann bekommst du die entsprechenden Ausschreibungen mit, hast auch bereits Vorerfahrung in der Arbeit im LGBT*-Kontext (das ist eh meistens als Voraussetzung in den Ausschreibungen mit angegeben) und wenn sich irgendwas in deiner Nähe an Stelle stundenweise anbietet, kannst du ja in deinem eigentlichen Job Stunden reduzieren und die Arbeit im LGBT*-Bereich zusätzlich mit übernehmen.

Das allermeiste in diesem Bereich geschieht halt immer noch in ehrenamtlicher Arbeit, die von Menschen geleistet wird, die anderen helfen wollen und an ihrer Idee einer gerechteren Welt hängen. ;)

P.S.: Natürlich kannst du auch einfach versuchen, Beratung anzubieten. Ich weiß nur nicht, wer dich dann dafür bezahlen sollte. Die, die deine Beratung in Anspruch nehmen? Die meisten Vereine bieten kostenlose Beratungen an. Und das ist auch gut so. Schließlich soll den Menschen geholfen werden - unabhängig von irgendwelchem Geld!

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Um Therapeutisch-beratend tätig zu sein, gibt es 2 Möglichkeiten: a) Studium im psychologischen Bereich, aber dazu brauchst du erstmal Abitur.

b) Heilpraktiker für Psychotherapie:

Voraussetzungen:

Um die Weiterbildung zum Heilpraktiker für Psychotherapie zu beginnen, sind vorerst keine Teilnahmevoraussetzungen notwendig. Du solltest aber in jedem Fall gerne Menschen helfen und zuhören können sowie großes Interesse für medizinische und psychologische Fragestellungen mitbringen.

Für die Zulassung zur amtsärztlichen Heilpraktikerprüfung gelten folgende Bedingungen:

- Du bist mindestens 25 Jahre alt.

- Dein Wohnsitz ist in Deutschland, 

- Du hast die EU-Bürgerschaft oder eine entsprechende Aufenthaltsgenehmigung.

- Du hast mindestens den Hauptschulabschluss.

- Du erbringst einen Nachweis zur gesundheitlichen Eignung.

- Du legst ein einwandfreies polizeiliches Führungszeugnis vor.

http://www.heilpraktiker-ausbildung.net/alternative-berufe/weiterbildung-heilpraktiker-fuer-psychotherapie

Die Ausbildung ist rein schulisch und somit kostenpflichtig, und für den Aufbau einer eigenen Praxis solltest du auch über genügend Grundkapital verfügen.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Fragant1995
06.02.2017, 16:40

Therapeutisch ist nicht mein Ziel! Ich will beraten.

0
Kommentar von Fragant1995
06.02.2017, 16:45

Sozialarbeit ist möglich hatte ich zuletzt noch im Unterricht, aber ich möchte nicht studieren :/

0

In welcher Hinsicht möchtest Du sie beraten? Willst Du beispielsweise Rechtsberatung machen, mußt Du Jura studieren. Das baut nun nicht unbedingt auf Altenpflege auf, aber man kann nach der Berufsausbildung auch noch ein Studium beginnen, wenn man die Zugangsvoraussetzungen erfüllt.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

lieber Fragant1995...tja is normalerweise so, ohne Studium, wie es der chog77 schreibt, is es echt schwierig da was zu machen; ich habe dir schonma geraten bei Rubicon (z.B. in Köln) anzurufen, die sagen dir ganz genau, was-wie-wo...frage vlt. auch ma nach Möglichkeiten im LSVD, z.B. Ortsverband Köln e.V. oder auch bei anderen Verbänden mir Lesben, Schwule, u.a.; du kannst ma : Lesben Schwule Verband Kökn, eingeben, da findest du reichlich, die dir helfen können, liebe Grüße und juute Nacht (um 5 muß ich ma raus, mitten in der Nacht:-)))

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Wozu? Was willst du da beraten? Homosexualität ist nichts schlimmes, da gibt es nichts zu "beraten".

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Inwiefern möchtest du die Leute denn beraten und worüber genau? Bist du selber auch homosexuell? 

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Fragant1995
06.02.2017, 17:35

Round about Homosexualität für Betroffene und Eltern. Ja bin ich :)

1

Du könntest den Beruf des Sozialarbeiters anstreben.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Was ist das denn für ein Quatsch?

Warum brauchen Homosexuelle eine Sonderberufsberatung?

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Fragant1995
06.02.2017, 16:34

Outing, bin ich überhaupt homosexuell, was ist Homosexualität, wie gehe ich damit um etc. etc., da gibt es enorm viel :)

1

Informier dich doch auf der Seite pro Familie 

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Was möchtest Du wissen?