Ich will nicht den Reiterhof wechseln. Könnt ihr mir helfen?

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4 Antworten

Eltern sind doch eigentlich sachlichen Argumenten gegenüber nicht verschlossen. Du solltest mal versuchen es in einem ruhigen Gespräch zu erklären. Reiterhöfe sind überwiegend mehr Schein, als sein...bei jedem Hof gibt es etwas auszusetzen, vieles ist vom Besitzer abhängig, aber viele Fakten werden auch durch andere Einsteller geschaffen. Grundsätzlich ist es doch wirklich schöner, wenn die Bindung zwischen Reiter und Pferd nicht zum Pferd ansich besteht, sondern zu einem bestimmten Pferd. Eigentlich sollte auch Deine Mutter die Bindung zu diesem Tier verstehen. Zwischen Pferd und Reiterin besteht oft eine Art von Liebe. Kluge Eltern sollten sich nicht der Liebe Ihrer Kinder sinnlos in den Weg stellen. Es werden vollkommen Gefühle wie Sehnsucht und Trauer erzeugt, doch sind das doch Gefühle, die man seinem Kind nicht wirklich wünscht. Solche Entscheidungen sind nicht immer vollständig durchdacht. Ich war 10 Monate mit einem Mädchen mit Pferd zusammen und vermisse jetzt beide..., denn auch das Pferdi habe ich sehr lieb gewonnen in der Zeit. Ich würde mich an Deiner Stelle hinsetzen und ein sachliches Gespräch führen, wie es Erwachsene in diesem Fall auch tun würden. Die Tatsache, dass Du minderjährig bist hält Dich doch davon nicht ab. Ich wünsche Dir viel Glück

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Kommentar von gutefragegirl02
10.04.2016, 09:52

Dankeschön, ich seh das genauso wie du und werde es auch mal so versuchen 😊

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Warst du mit auf dem anderen Hof ? Schau dir den Hof, die Pferde und die Leute dort doch erstmal in Ruhe an, BEVOR du deiner Mutter in den Ohren liegst, dass du dort nicht hinwillst.

Es kommt auch für eine Diskussion immer besser an, selber beide Seiten zu kennen und deshalb mit Fakten argumentieren zu können, als nur zu sagen "ich will das nicht".

Das Leben besteht nun mal aus Veränderungen, was einem in dem Moment als große Katastrophe erscheint, kann sich im Laufe der Zeit als bestes Ereignis herausstellen, weil es deinem Leben eine neue Richtung gibt, die neue Chancen & Möglichkeiten bieten.

Ich kann verstehen, dass du an diesem einen Pferd auf dem alten Reiterhof hängst, aber dieses ist ja nicht komplett aus der Welt, sondern vielleicht lässt sich ja ein Arrangement finden, bei dem du auch den Kontakt zu dem Pferd und dem alten Reiterhof nicht verlierst. Das liegt ja auch an einem selber - nur weil man einen Ort verlässt, heißt es ja schließlich nicht, dass er nicht mehr existiert, sondern nur, dass es halt ein bißchen mehr Mühe macht, den Kontakt zu halten. Aber wenn man das wirklich will, nimmt man diese Mühe auch auf sich.

Wie du deine Mutter von den Wechselplänen abbringen kannst, hängt auch ein Stück weit davon ab, inwieweit deine Mutter selber Pferdevernarrt ist oder ob sie nur "Fahrerdienste" für dich und deine Schwester leistet. Deine Mutter wird schon Gründe dafür haben, warum sie plötzlich diesen Hof vorzieht. Frag du sich doch mal ernsthaft danach und wie gesagt, guck dir den anderen Hof an.

Das wirkt auf deine Mutter dann auch viel Erwachsener als theatralisches "ich will das nicht" und damit kannst du sicher auch punkten.

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Wichtig ist vor allem, dass Du Deiner Mutter mit Respekt und Vertrauen begegnest. Und voller Dankbarkeit, dass sie Dir das Reiten überhaupt ermöglicht. Das ist nämlich schon mehr, als viele andere Kinder erwarten können.

Sprich mit ihr in Ruhe - vielleicht kannst Du sie ja umstimmen. Aber sei auch bereit, ihre Entscheidung zu aktzeptieren, falls sie nicht Deinen Wünschen entsprechen sollte. Möglicherweise hat sie ja auch Gründe für den gewünschten Wechsel, die Sie Dir nicht erklären kann.

Und leider besteht das Leben aus sehr viel Abschied nehmen...Auch da muss man lernen, mit klar zu kommen.

Vielleicht könntet Ihr auch einen Kompromiss finden, dass Du dieses Pferd ab und zu mal noch besuchen darfst...?

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Ein Problem, das mich meine ganze Jugend lang und auch später noch hatte (ich habe mit 6 Jahren begonnen zu reiten und mit 33 Jahren mein erstes eigenes Pferd gekauft), mit dem ich lernen musste, umzugehen: Die Pferde, die man so reitet, gehören einem nicht und irgendwann muss man sie immer verabschieden. Selbst das eigene geht an seinem Lebensende. Das ist immer ein Einschnitt, so schlimm das ist.

Was mich bei der Entscheidung für oder gegen einen Reitstall viel mehr beeinflussen würde:

  • Werden in beiden Ställen die Pferde artgerecht gehalten? Haben sie 24 Stunden Auslauf? 24 Stunden Zugang zu Raufutter? Immer andere Pferde um sich?
  • Wie sind die Hufe der Pferde? Ist es mit meinem Gewissen vereinbar, mich da drauf zu setzen oder sind sie grundlos beschlagen oder einfach schlecht bearbeitet?
  • Was bekommen die Pferde an Kraftfutter?
  • Wird die Ausrüstung regelmäßig überprüft? Wird dazu auch ein Sattler zurate gezogen oder macht man das "pi mal Daumen"?
  • Wie wird gelehrt, ist die Reitlehre dort mit den klassischen Grundsätzen vereinbar und individuell oder werden einfach Ausbinder rein geschnallt und die Schüler in der Abteilung per "Selbsterhaltungstrieb" geschult?

Wenn wirklich alles bestens ist, lässt sich damit auch sachlich argumentieren zu bleiben. Wenn nicht, ist meist dem Pferd, das man so gern hat nicht damit geholfen, dass man bleibt. Dann wäre es sogar besser, der Betrieb müsste mangels Reitschülern schließen und das Pferd würde von einem Menschen mit Pferdeverstand gekauft, so schlimm das jetzt klingt.

Genau das habe ich mit 33 zum xten Mal erlebt ... wenn ich jetzt wirklich nur die Pferde zähle, die ich so gerne für immer behalten hätte, waren das vorher ca. 15 Pferde. Und dann eben wieder. Mein jetziges Pferd war Schulpferd und ich bin dort geritten, weil mich das Pferd fasziniert hat. Nach der ersten Reitstunde und dem Erlebnis, wie er dort lebt, habe ich begonnen, "Geld zu zählen". Ich wollte mir noch Zeit nehmen, um nach einem Stall zu schauen, nach einem Hausarzt, einem Sattler etc. und dann dem Besitzer der Reitschule den Vorschlag machen, das Tier zu kaufen. Dann gab er kurzfristig seinen Betrieb auf. Zum Glück war ich mit "Geld zählen" schon fertig, wusste mit 33 Jahren, ich bin sesshaft, ich bin im Berufsleben, ich könnte eigentlich ... zwei Tage später war ich Pferdebesitzerin. Vorher ging sowas halt nicht und ich musste die Tiere alle ziehen lassen und da waren genug dabei, die ich über weit mehr als 10 Jahre begleitet hatte und die echt weh taten, aber das ist halt so im Leben.

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