Ich will mich von meiner (Rest-) familie trennen und zwar endgültig?

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7 Antworten

Bist Du ganz sicher, dass Du mit dem Leben besser zurechtkommst, wen Du Dich von Deiner (Rest-)familie endgültig trennst?

Du stellst Deine Entscheidung nach meinem Eindruck hier zur Diskussion.

Es mag sein, dass das Nicht-Verstehen zwischen Euch ein solches Ausmaß angenommen hat, dass der Bruch unausweichlich erscheint. Mit jeder Begegnung werden die Gräben eher noch vertieft.

Wenn Du an Deine Schwester denkst, bist Du von Hass erfüllt.

Wenn wir von Hass beherrscht werden, ist ein verstehender Austausch nahezu unmöglich.Jeder von Euch kreist dann eigentlich um sich selber. Da ist es zurzeit wohl wirklich angesagt, dass Du den Kontakt meidest.

Die Beziehung zwischen Dir und Deiner Mutter ist ja wohl – wie Du schreibst – „etwas komplizierter“ - aber möglicherweise für sie und auch für Dich sehr wichtig (!?)

Wenn wir im Alter im Pflegheim leben müssen, gibt es für uns wohl kaum etwas Wichtigeres, als den Kontakt zu den eigenen Kindern.

Deine Mutter hat vielleicht jetzt nicht mehr die Kraft, alles was falsch gelaufen ist mit ihren Kindern so zur Sprache zu bringen, dass die Gräben zugeschüttet werden können. In den vielen einsamen Stunden, die sie jetzt erleben muss, wird sich ihr Fühlen und Denken sehr intensiv um all das Drehen, was zwischen ihr und ihren Kindern schief gelaufen ist.

Ich finde, dass wir uns im fortgeschrittenen Alter klar machen sollten, dass die Zeit der Vorwürfe gegen die Ungerechtigkeiten in der Familie vorbei ist.

Auch wenn es Dir sehr schwer fällt, könnte es für Sie aber auch für Dich von großer Bedeutung sein, wenn Du es fertig bringst,  Begegnungen mit ihr so zu gestalten, dass ihr beide Spaß dran habt, dass ihr etwas miteinander tut, was nichts mit Eurer Vergangenheit zu tun hat, sondern nur mit einer lebendigen Gegenwart.

Vielleicht kannst Du mit Deiner Mutter eine Veranstaltung besuchen, die Euch beide interessiert, oder ihr geht gemeinsam in ein Café, das Euch beiden gefällt, oder ihr macht einen gemeinsamen Ausflug………

Auf jeden Fall etwas, bei dem die Last der Vergangenheit außen vor bleibt.

Das wäre auch gut für die Beziehung zwischen Dir und Deiner Schwester.....

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Kommentar von Eidolon150
18.09.2016, 13:12

Danke für Deine Antwort. Früher war es vorallem die Oma -als heimliches Familienoberhaupt- und der Vater, mit denen sowohl meine Mutter (konnte der Oma nichts recht machen) als auch ich
konfrontiert waren. Ich konnte meinem Vater nichts recht machen und hab teilweise sehr darunter gelitten. Das erklärte Lieblingskind dagegen war meine Schwester, die sich jetzt aufspielt, wie einst der Vater. Dass Sie meine Mutter mit ins Boot geholt hat, macht es für
mich nicht einfacher. Und das Fehler zugeben ist halt so eine Sache.
Ich kann mir ehrlich gesagt nicht vorstellen, dass hier noch Gräben zugeschüttet werden, nein, im Gegenteil! Solange ich hier den Sündenbock geben muss, werde ich mich nicht ändern, sorry!
Und wenn ich nicht an meinem PC arbeite, oder zum Einkaufen  oder zum Essen gehe - bin ich auch einsam! Ich komme mir vor wie im falschen Film, nur dass jetzt meine Mutter sich nun ebenfalls in einen Gegner verwandelt hat, wie mein Vater in der Kindheit. Da ist es  kein Wunder, wenn alte Wunden wieder aufreißen!

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Hallo Eidolon,

ich habe den Eindruck, daß es höchste Zeit wird, daß Du etwas für Dich selbst tust. 

Die Vergangenheit kannst Du nicht ändern, aber Du darfst Hilfe für Dich zulassen. Einsamkeit ist keine Lösung.

In einer Psychotherapie kannst Du den Ursachen für das Verhalten von Mutter und Schwester auf den Grund gehen und lernst, Dich selbst wahrzunehmen, Deine Bedürfnisse zu erkennen und einzufordern, was Du brauchst.

Es gibt auch im Internet Literatur über Kriegskinder und Kriegsenkel. Ob Deine Familie von der Situation betroffen ist, vermag ich ohne weitere Informationen nicht zu beurteilen, aber Du kannst Dir selbst Überblick über die Lage verschaffen.

Ich wünsche Dir, daß Du eine Lösung finden kannst, mit der Du zukünftig besser leben kannst als bisher. Du hast mit Ende 50 noch einige Jahre vor Dir.

Alles Gute für Dich,

Giwalato 

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Kommentar von Eidolon150
18.09.2016, 12:11

Die Familie ist für mich schon lange kein Halt mehr, sondern eher eine Schlangengrube mit ständigen Angriffen!

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Du hast keine genaue Frage formuliert, aber ich denke mal, dass Du Dich in einer Situation befindest, in der Du nicht mehr genau weißt, was wirklich richtig ist. Für Deine Äußerungen wird es Gründe geben, die vermutlich schwer wiegen. Ich kann Dir dazu nur sagen "Familie hat man, aber Freunde kann man sich aussuchen". Wenn einem die Familie nicht gut tut - man dafür aber selbst nicht verantwortlich ist, dann sollte man sich selbst schützen und den Kontakt abbrechen. Das macht man bei Freunden, die einem nicht gut tuen in der Regel auch. Jedoch sollte man sich im Vorfeld fragen, ob man nicht selbst auch Schuld an dieser Situation ist und ob man durch sein eigenes Verhalten nicht einiges hätte in eine andere Richtung lenken können.

Wenn Du also der Meinung bist, dass es besser wäre, wenn Du Deinen eigenen Weg gehst - ohne Deine Familie -, dann stehe zu diesem Entschluss.

Einsamkeit kann man entgegen wirken. Wenn man will, kann man sein ganzes Leben noch einmal unkrempeln, einen Neuanfang starten. Das wird nicht einfach, ist aber zu schaffen, wenn man selbstbewusst und zielstrebig nach vorne schaut.

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Kommentar von Eidolon150
18.09.2016, 09:17

Etwas anderes als ein kompletter Neuanfang wird mir wohl nicht erspart bleiben. Mit 57 hat man keine Träume mehr!

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Hast Du das Problem schon einmal angesprochen ?

Gehe Deine Mutter doch einmal besuchen und sage ihr wo Dich der Schuh schon sehr lange drückt und dass Du dies nicht mehr länger mit machst...

Entweder ändere sich etwas oder Du würdest Dich vollkommen von der Familie distanzieren.

Eventuell wird es aufgenommen und ihr könnt gemeinsam Frieden schliessen oder Du kannst Dich so tatsächlich von der Familie verabschieden, um Dich gut um Dich zu kümmern.

Viel Glück wünsche ich Dir.

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Kommentar von Eidolon150
18.09.2016, 09:37

Die letzten 2 Weihnachten habe ich alleine in meiner Wohnung verbracht. Ich wollte nicht zu meiner Schwester eingeladen werden. Da habe ich schon anklingen lassen, dass der Sündenbock die Schnauze voll hat. Ich feiere selbst schon lange keine Geburtstage mehr und werde auch nicht zu Geburtstagen der Verwandschaft gehen. Nahezu jedes Wochenende habe ich bisher meine Mutter im Heim besucht. Einmal monatlich muss ich mir ihr zum Einkaufen. Das hasse ich besonders.

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Kommentar von Eidolon150
18.09.2016, 11:18

Bis vor ca. 2 Jahren wohnte ich noch mit meiner Mutter unter einem Dach. Die Jahre davor waren für mich die Hölle. Sie hat mir fast täglich unterstellt, dass ich (alter Knacker:-) ihr Juckpulver ins Bett streue, bzw. ihr Mineralwasser vergifte, damit sie nicht schlafen kann! Jetzt - im Pflegeheim - ist das Problem mit dem Schlafen trotz neuem Bett immer noch da. Nur sind es jetzt die Pflegerinnen, die ihr angeblich Placebos verabreichen oder mit Juckpulver hantieren.
Jedesmal, wenn ich auf Besuch komme, geht das wieder los. Nun soll auch eine Pflegerin ihr Handy verstellt haben -und ich solls richten! Einmal behauptete Sie, dass man ihr Ziersteine entwendet haben soll. Die waren in einer unbeschrifteten Kiste auf dem Schrank (Ich habe sie gefunden, es war alles da!). Angeblich werden Schubladen durchsucht, Knospen von Blumen abgezwickt, und anderes mehr. Sie ist unbelehrbar und nicht zur Vernunft zu bringen.
Ich frage immer: Wer soll das tun, und warum, und glaubst du nicht, dass auch Pflegekräfte um ihren Job bangen müssen, wenn an diesen Vorwürfen etwas dran ist?

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Kurz gesagt: dann gehe diesen Schritt. Ich bin ihn selber vor zwei Jahren gegangen und es geht mir gut dabei. Manchmal ist es für das persönliche Wohl besser.

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Dann kläre die Fronten und gut ist. Sich wortlos abwenden bringt dich jedenfalls auch nicht weiter.

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Kommentar von Eidolon150
18.09.2016, 08:59

Zum einen bin ich sehr einsam, zum zweiten tut mir meine Mutter noch irgendwie leid! Ich kann nicht anders, aber es soll  für meine Mutter so schonend wie möglich abgehen...

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