Ich will meine Religion wieder 'lieben' können und dran glauben nur wie?

23 Antworten

Ich war für eine Zeit 'unreligiös' bzw ich habe keinen Glauben gegenüber
Allah und meine Religion mehr gespürt. Doch ich will das wieder zurück
und ehrlich gesagt bereue ich vieles, sehr vieles (hatte viel zu viele
Vorurteile)

Hm. Für glauben kann man sich nicht entscheiden. Entweder du glaubst, es würde ein gott existieren, oder du glaubst es eben nicht. Wenn deine vernunft dir sagt, dass die existenz eines gottes (bzw. die existenz eines gottes, der die eigenschaften hat, die göttern in religionen wie judentum, christentum oder islam zugeschrieben werden) sehr unwahrscheinlich ist... dann ist das nun mal so. Auch wenn du mit aller mühe versuchst, dich gegen diese erkenntnis zu wehren, weil du vielleicht denkst, du wärst glücklicher als gottgläubiger mensch - es wird nichts nützen. Am ende wirst du damit weder glücklich noch erfolgreich sein. Es ist nie die richtige lösung, sich selber zu betrügen.

Viel mehr solltest du dir die frage stellen, warum du plötzlich zu deinem glauben zurückkehren willst. Vielleicht fehlt dir etwas im leben, dass du gerne durch glaube/religion kompensieren möchtest. Dann wäre es aber wie gesagt keine gute idee, diese lücke dadurch zu füllen, indem du deine eigene vernunft betrügst. Was also ist es, was dir fehlt? Ein gruppenzugehörigkeitsgefühl? Hoffnung? Liebe (der eltern o.ä.)? Suche danach und überlege dann, wie du diese lücke schließen kannst, ohne dich selbst zu betrügen.

Übrigens musst du als atheistin (oder nicht-monotheistin oder meinethalben auch bloß nicht-muslima... was auch immer du momentan bist) den islam ja nicht automatisch hassen! Es ist schön und gut, wenn du bemerkst, dass du früher ein paar blöde vorurteile hattest. Vorurteile sind nie gut. Aber deine vorurteile und deine abneigungsgefühle dem islam gegenüber abzubauen, ist kein argument dafür, wieder muslima zu werden. Es genügt doch zu sagen, okay, früher war ich etwas voreingenommen, heute betrachte ich den islam differenzierter. Da gibt es sicher glaubensinhalte, die findet man okay und dann gibt es glaubensinhalte, die sind schwachsinn. Aber deswegen muss man sich nicht gegen seine vernunft stellen und sich selbst wieder dazu zwingen, zu glauben. Was du dir im moment denkst, ist: "Hmm, früher habe ich noch an den islam geglaubt und bloß wegen meinen vorurteilen, die im nachhinein nicht ganz richtig waren, hat sich eine abneigung entwickelt. Also müsste ich jetzt wieder muslima werden." Das ist aber ein denkfehler! Überlege dir mal, wieso du überhaupt gläubig geworden bist. Richtig, weil deine eltern dich so erzogen haben. Du hattest gar keine andere wahl. Wärst du in einer deutschen/atheistischen familie aufgewachsen, wärst du niemals erst gläubig geworden ;) Hier ist mein rat also eindeutig: Vorurteile und (rein emotionale) abneigung abbauen. Trotzdem rational und realistisch bleiben und sich auf die eigene vernunft verlassen.

Bei mir ist es genau so. Ich bin agnostischer atheist. Soll bedeuten, ich glaube nicht, dass so etwas wie ein gott existiert, weil dies schlichtweg unwahrscheinlich und irrational ist. Schon gar nicht glaube ich an die gottesversionen, die uns die religionen auftischen wollen. Ich würde aber nicht behaupten, dass ich wüsste, dass kein gott existiert. Deswegen "agnostisch". Auch wenn ich nicht gläubig bin und von religionen im allgemeinen nicht viel halte, respektiere ich trotzdem den glauben der vielen christen, muslime, juden etc auf dieser welt. Solange diese leute ihren glauben friedlich und auf basis unserer gesetze leben, ist doch alles in ordnung. Religion ist gut für den, dem sie gut tut. Islamhass, wie er von pegida oder der afd gesät wird, ist hingegen scheußlich. Ich denke, dass der islam in der richtigen auslegung gewiss menschen glücklich machen und ein gefühl von lebenssinn schenken kann. Das ändert aber nichts an der tatsache, dass das monotheistische glaubenskonstrukt absolut irrational ist :)

Ich hoffe du wirst noch weiterhin gründlich über dieses thema nachdenken.. denken ist immer gut. Philosophie ist die "liebe zur weisheit" :)

charismaticus, sehr gut und differenziert ausgedrückt!

Genauso halte ich es: ich bin Exkatholik (in sehr religiösem Umfeld aufgewachsen) und mit zunehmendem Alter ganz ohne mein Zutun Atheist geworden. Meine Vernunft hat sich einfach breitgemacht und mir keine Wahl gelassen.

Aber ich bin deswegen kein Kirchenhasser, im Gegenteil, ich verbinde nur gute Kindheitserinnerungen mit der Kirche. Mich hat kein Priester vergewaltigt, und die meisten Freizeitaktivitäten und alle Ferienlager verdanke ich als Kind armer Leute kirchlichen Organisationen. Auch finde ich gewisse Inhalte des NT nach wie vor sehr positiv, andere wiederum halte ich für Mist. Ich halte es mit den Empfehlungen der Bibel halt wie mit allen anderen: die guten ins Töpfchen, die schlechten auf den Müll.

Aber man kann nicht leugnen, dass Kirchen und Religionen sehr intrusiv und mit einem Leben als selbstbestimmender Erwachsener nicht vereinbar wären. Auch vehikulieren sie gewisse menschenrechtswidrige Ideen (manche mehr, manche weniger), weshalb mich blindgläubige Erwachsene schon ein bißchen beunruhigen.

Glaube ist allerdings davon unabhängig, ob man etwas gut oder schlecht findet. Er hängt davon ab, ob man etwas glaubwürdig findet oder nicht. Schliesslich glaubt man auch an den Teufel, obwohl man ihn böse findet.

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Warum willst Du zu einer fragwürdigen Religion zurück. Vor zwei oder drei Tagen hast Du Dich noch als so etwas wie eine "Ex-Muslima" bezeichnet.

An Deiner Stelle und insbesondere in Deinen jungen Jahren solltest Du Dich vielleicht eher mit Naturwissenschaften, als mit der Religion befassen. Das ist nicht nur sinnvoller, sondern auch mindestens ebenso interessant, wie die Religion. 

Damit meine ich allerdings nicht die angeblichen naturwissenschaftlichen Aussagen, die immer wieder in den Koran hineininterpretiert werden, sondern vielleicht einmal ein Buch von Stephen Hawking lesen.

http://www.sternfreunde-breisgau.de/dergrosseentwurf.pdf


Was vor ein paar Tagen war, war vor ein paar Tagen, weshalb sprichst du es heute, jetzt an, als hätte das noch irgendwie eine Bedeutung? Wie du in meiner Frage schon lesen kannst hatte ich sehr viele Vorurteile was den Islam und Religione an sich angeht. 

Ich kann mich mit Religion UND Naturwissenschaften, Kunst (ich liebe Kunst), unser Universum und und und beschäftigen. So schwer ist das nicht, außerdem muss ich mich ja nicht für etwas entscheiden. 

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@LuzifersBae

Wobei Du die Bedeutung der Religion allerdings zunächst einmal zurückfahren solltest. Insbesondere Dein Meinungsumschwung deutet darauf hin, dass Du erst einmal ein solides Grundwissen (auch in der Naturwissenschaft) und eine psychische Stabilität benötigst, um Dich nicht von religiösen Vorstellungen und Gedanken überwältigen zu lassen.

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@LuzifersBae

Ich darf mal zitieren, ja?

"Was vor ein paar Tagen war, war vor ein paar Tagen, weshalb sprichst du es heute, jetzt an, als hätte das noch irgendwie eine Bedeutung?"

Wenn Du so denkst, dann haben sich all deine "Probleme" sowieso schon erledigt. Oder?

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Wenn du das Gefühl hast dich mit deiner Religion nicht mehr identifizieren zu können, warum dies erzwingen? Es hat sicher seinen guten Grund, warum du nicht mit diesem Glauben im Einklang bist... Das Wichtige ist einer Religion aus eigener Überzeugung beitreten zu können.

Ich gehöre dem evangelischen Christentum an und wurde danach getauft und erzogen. Teilweise wurde ich sogar als Kind "gezwungen" an christlichen Aktivitäten teilzunehmen - Ich habe mich nicht wirklich dagegen gewehrt, aber es war einfach nervig und spießig dieses ständige Gottgelabere - Der Glaube an etwas, dass völlig irrational erscheint. Das ist der Grund warum ich mich später davon distanziert habe und in meiner Überzeugung religionslos wurde, obwohl ich auf dem Papier immer noch Christ war... ganz einfach weil ich mir keinen Glauben aufzwingen lassen wollte. Ich habe sogar mit anderen Religionen sympathisiert wie z.B. dem Buddhismus oder dem Hinduismus. Es ist später von ganz allein geschehen, dass ich wieder zu meinen Wurzeln zurückgefunden habe und auch mit meiner Religion wieder sympathisiere, ganz einfach weil ich in meinem Kreis sehe und beobachte, was die evangelische Gemeinde am Ende bringt: Sie verbindet Menschen aller Orte, übt Nächstenliebe und legt auf gegenseitigen Respekt besonders Wert, auch z.B. in Liebe, Ehe und Partnerschaft. Auch ist die Religion viel offener als der katholische Glaube. Das alles sind Gründe warum ich wieder Sympathie dafür aufgebaut habe, auch wenn ich deshalb noch kein Religionsfanatiker bin. Ich denke auch, dass das die wichtigsten Voraussetzungen sind, um überhaupt mit einer Religion in den Einklang zu kommen, oder vllt. darüber nachdenken sollte in einen anderen Glauben zu konvertieren. Doch meistens ist es dann so, dass man lieber seinem eigenen Glauben folgt, als von der gebürtigen Religion in eine andere Religion zu wechseln.

Wenn du das Gefühl hast dich mit deiner Religion nicht mehr identifizieren zu können, warum dies erzwingen? Es hat sicher seinen guten Grund, warum du nicht mit diesem Glauben im Einklang bist... Das Wichtige ist einer Religion aus eigener Überzeugung folgen zu können.

Ich gehöre dem evangelischen Christentum an und wurde danach getauft und erzogen. Teilweise wurde ich sogar als Kind "gezwungen" an christlichen Aktivitäten teilzunehmen - Ich habe mich nicht wirklich dagegen gewehrt, aber es war einfach nervig und spießig dieses ständige Gottgelabere - Der Glaube an etwas, dass völlig irrational erscheint. Das ist der Grund warum ich mich später davon distanziert habe und in meiner Überzeugung religionslos wurde, obwohl ich auf dem Papier immer noch Christ war... ganz einfach weil ich mir keinen Glauben aufzwingen lassen wollte. Ich habe sogar mit anderen Religionen sympathisiert wie z.B. dem Buddhismus oder dem Hinduismus. Es ist später von ganz allein geschehen, dass ich wieder zu meinen Wurzeln zurückgekehrt bin und auch mit meiner Religion wieder sympathisiere, ganz einfach weil ich in meinem Kreis sehe und beobachte, an was die evangelische Gemeinde jeden Tag erinnert: Sie verbindet Menschen aller Orte, zeigt Solidarität und Nächstenliebe und legt auf  gegenseitigen Respekt besonders Wert, auch z.B. in Liebe, Ehe und Partnerschaft. Auch ist die Religion viel offener als der  katholische Glaube. Das alles sind Gründe warum ich wieder überzeugter und stolz auf meine Religion bin, auch wenn ich deshalb noch lange kein Religionsfanatiker bin und den Glaube an Gott als eher etwas Symbolisches sehe! Ich denke auch, dass Menschlichkeit und Gemeinschaft die wichtigsten Voraussetzungen sind, um überhaupt mit einer Religion in den Einklang zu kommen. Ansonsten kann man durchaus auch darüber nachdenken in einen anderen Glauben zu konvertieren. Doch meistens ist es dann doch so, dass man lieber seinem eigenen Glauben folgt und religionslos bleibt, als von der gebürtigen Religion in eine andere Religion zu wechseln...



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