Ich will etwas mit Kampf"sport" machen. Weiß aber nicht wo und wie ich das machen soll. Bin auf mich allein gestellt. Könnt ihr mir bitte irgendwie helfen?

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4 Antworten

Im Grundsatz: Es gibt keine "überlegene" oder "die beste" Kampfsport/Kunstart, um sie zur Selbstverteidigung zu nutzen. Gerät ein unbedarfter Angreifer an einen jahrelang trainierten Judomeister, liegt er binnen einer Sekunde im Gras - und segelt dann im Würgegriff ins Reich der Träume, dies nur als Beispiel.

Ob ein Kampfsport zur Selbstverteidigung angewendet werden kann, ist
vor allen Dingen von der Gesamtdauer (Erfahrung) der Trainingspraxis -
und zum zweiten natürlich auch von der Qualität des Trainings selbst
abhängig. Leider tummeln sich in der Szene zu viele selbsternannte
"Kampfkunstlehrer", die den Neulingen wahre Wunder versprechen, was aber
in der Realität einer Überprüfung meisten nicht standhält. "Unbesiegbar
in 10 Doppelstunden"? Kannste munter vergessen.!

Ich betreibe zum Beispiel seit inzwischen genau 25 Jahren
Shotokan-Karate, also quasi der "Klassiker" des japanischen Karate, dies
auch eine Zeitlang als Übungsleiter. Gestaltete ich das Training vorzugsweise so, dass regelmäßig Kampfübungen mit dem Partner (mal "frei", mal "halbfrei" und auch gerne mal "unfrei") eingebaut werden, führt dies über die Jahre der
Trainingszeit zu einem Automatisierungsgrad. Der Aktive denkt also
nicht länger über die Bewegungsfolgen nach, sondern lässt sie einfach
"flutschen". Selbstverständlich erhöhen diese über die Jahre gesammelten
Kenntnisse in der Anwendungsform auch deine Chancen in der
Selbstverteidigung, egal um welchen Sport es sich dabei handelt.

Trainierst du jedoch zum Vergleich bei einem Karate-Lehrer, der evtl.
in frühreren Zeiten eine erfolgreiche Wettkampfkarriere in der
Disziplin "Kata" (= Form) hinter sich hat, dann triffst du zwar
sicherlich auf einen exzellenten Techniker. Falls aber schwerpunktmäßig
dadurch die Kampf- und Partnerübungen im Training zu kurz kommen
sollten, wird der Nutzen für die Selbstverteidigung nicht allzu groß
werden, denn Selbstverteidigung bedeutet immer auch "Timing". Eine
Abwehr und ein Gegenangriff, die zu spät kommen, sind nutzlos - auch
wenn sie technisch brilliant sind.

Ich empfehle dir grundsätzlich:

Suche dir in deinem näheren Umkreis einen eingetragenen Verein des
Deutschen Sportbundes (nicht unbedingt eine Privatschule = meistens zu
teuer und zu oft qualititativ fragwürdig. "Kampfkunstlehrer" ist kein
geschützter Begriff; jeder selbsternannte "Guru" kann sich so nennen und
eine selbstgebastelte Urkunde vorlegen), und mach dort ein
Probetraining mit. Auskünfte bekommst du im Rathaus deiner Stadt / Gemeinde - oder im Netz. Das Kampfsport-Genre ist dabei eher Geschmackssache, du hast also die Qual der Wahl. Gefällt es dir, dann bleib dabei. Ein zwei- bis dreimaliges Training pro Woche ist dabei ausreichend, es sei denn, du willst es als Leistungssport betreiben. Und über die Jahre wird sich auch der Nutzen in puncto Selbstverteidung ganz automatisch einstellen.   

Freue mich, wenn ich dir helfen konnte.

 

Shiranam 07.07.2017, 14:39

Ich möchte noch hinzufügen, dass es sehr wohl gute und günstige Privatschulen gibt. Ich trainiere seit ca 5 Jahren in einer solchen und bin mit der Qualität des Unterrichtes äußerst zufrieden.

Davor habe ich 9 Jahre anderweitig trainiert, habe also schon eine gewisse Erfahrungen in Sachen Unterrichtsqualität.

Privatschule sollte daher KEIN Ausschlußkriterium sein. Alles steht und fällt mit der Kompetenz des Trainers, sowie dessen Einstellung.

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  • Kampfsport ist Sport mit Regeln und Wettkämpfen
  • Kampfkunst ist regellos und ohne Wettkämpfe, oft mit Formen (festgelegte Bewegungsabläufe, allein oder zu zweit)
  • Selbstverteidigung ist auch regellos und ohne Wettkämpfe und m.E.n. gehört auch viel Situationstraining, wo man nicht unbedingt kämpft, sondern redet, dazu. 

So die grobe Einteilung hierzulande. Viele nennen aber oft alles einfach Kampfsport als Oberbegriff.

Suche also nach dem Begriffen Kampfsport und deinen Wohnort. Also ich würde es einfach mit allen drei Begriffen + Wohnort versuchen. So stellst Du fest, was es alles in deiner Umgebung gibt. 

Dann ruf dort an, wo es Dir interessant erscheint und vereinbare kostenlose Probetrainings. Wo Du Dich am wohlsten gefühlt hast, da fängst Du dann an.

Kampfsport und Selbstverteidigung sind zwei verschiedene Dinge.

Du kannst dich nach Kampfkünste oder Kampfsport in deiner Nähe erkundigen.
Als Kampfkunst empfehle ich dir Ninjutsu.

Ich empfehle dir, in einen Judo Verein zu gehen. 

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