Ich will echt gerne Pilot werden!

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5 Antworten

Die Frage wird hier mittlerweile jeden Tag gestellt und auch jeden Tag beantwortet. Ich selbst hab sie bereits mehrfach beantwortet. Bemühe mal sie Suchfunktion in GF - hier findest Du wirklich jede Menge Informationen zu Deinen Fragen.

Einen Mangel an Bewerbern bzw. Piloten auf dem Markt gibt es nicht. Denzufolge können sich auch die Unternehmen die Rosinen rauspicken. Wenn Du z. B. den Eignungstest bei LH meinst: Nein - den kannst Du nicht wiederholen, wenn Du ihn versiebt hast. Aber es gibt genug andere Brötchengeber.

Du kannst es nur versuchen, dann weist Du, ob Du geeignet bist. Aber es gibt wie gesagt noch viele andere Möglichkeiten. Schau Dich um auf den Seiten der einzelnen Airlines. Bei jeder Airline ist auf der entsprechenden Seite was dazu zu finden.

Der Beruf des Piloten lebt mehr von seinem Mythos als von der Wirklichkeit. Viele, die den Wunsch "Pilot werden" hegen, haben sich nicht mit der Wirklichkeit des Pilotendarseins auseinander gesetzt. Sie sehen die tolle Uniform (wo man sich bei 35 Grad alles rausschwitzt, was man sich rausschwitzen kann!) und denken an die tollen Reiseziele. Dabei ist es völlig wurscht, ob man für Condor, Lufthansa oder sonst irgendeine andere Airline arbeitet. Natürlich gibt es bei den Arbeitgebern Unterschiede, aber auch LH ist nicht DER tolle Arbeitgeber, was viele immer denken.

Der Pilotenberuf hat seinen Nebenwirklungen: Früh aufstehen, Jetleg, jede Nacht in einem anderen Hotel pennen, Leben aus dem Koffer, unmenschliche und familienfeindliche Arbeitszeiten (wenn Du Lust hast, Abends um 23 Uhr noch wegzufliegen, wenn Du den ganzen Tag schon auf den Füßen bist?), keine Familienfeier und kein Feiertag wie Weihnachten, Ostern oder Pfingsten ist planbar, wenn Du den Dienstplan für den Folgemonat am 20. des Monats erst bekommst. Das ist besonders lustig, wenn man selbst kleine Kinder hat. Wie lange Du dann wirklich unterwegs bist, hängt vom Job oder von der Airline ab. Es gibt Piloten, die arbeiten im Werksverkehr für irgendeine große Firma und es gibt welche, die fliegen Fracht in alle Welt. Da bist Du schon mal mehrere Wochen weg, wenn es dumm läuft!

Natürlich ist der Beruf des Piloten noch "beliebt", aber oftmals setzen sich die Leute nur mit den positiven Dingen auseinander - und die Negativen verdrängt man, weil sie man sie auch gar nicht hören will. Selbstverständlich hat der Job auch was Positives. Aber das hat jeder andere Job auch. 'Tolle Auslandsaufenthalte in tollen Hotels mit mehreren Tagen frei gehören der Vergangenheit an. Auch die Entlohnung ist nicht bei allen Arbeitgebern das, was die Leute immer denken.

Ich habe in der Vergangenheit leider genug Negativbeispiele kennen gelernt. Hohe Verschuldung nach der Ausbildung, Arbeitslosigkeit, gesundheitliche Probleme, Verlust des Medicals. Dazu kommen hohe monatliche Summen für die Rückzahlung der Darlehen, teuere Versicherungsprämien für die Loss of Licence Versicherung etc.

Viele, die ich in diesem Job kennen gelernt habe, sind mit zunehmenden Alter an die Grenzen ihrer Belastbarkeit (insbesondere im gesundheitlichen Bereich) bekommen. Das sind aber durchaus keine Weicheier. Der Werdegang ist aber zu teuer und zu aufwändig, um den Job nach ein paar Jahren an den Nagel zu hängen.

Mal angesehen davon, daß man keine abgeschlossene Berufsausbildung in der Tasche hat. Ja - ich weiß, ich habe Dir jetzt vielleicht vieles erzählt, was Du gar nicht hören wolltest.

Darum: Prüfe genau, was zu Dir passt und was Du wirklich willst.

Das mit den Augen lasern stell Dir mal nicht so einfach vor. Mit gelaserten Augen hast du z. B. bei Lufthansa keine Chance mehr! Kein Fliegerarzt gibt Dir nach dem Augenlasern einfach so ein Medical, weil alles in Ordnung ist. Das ist es nämlich keinesfalls! Auch hierzu ist des GF Forum voll von Informationen, da auch diese Frage bereits mehrfach beantwortet wurde.

Die Voraussetzungen für das Medical Klasse I, welches Du für die berufliche Fliegerei brauchst, kann man auch im Internet nachschlagen. z. B. hier: http://www.lba.de/DE/Luftfahrtpersonal/Flugmedizin/Flugmedizin_node.html

Die Medizinischen Voraussetzungen sind aber nicht immer gleich zu setzen mit den Auflagen der Airlines. Die Airlines kochen hier oft ihr eigenes Süppchen und machen ihre eigenen Einschränkungen.

Vtw097 04.12.2013, 18:24

Wow das ist echt hart... Können wir uns vielleicht auf irgendeinem Wege unterhalten?

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Vtw097 04.12.2013, 19:08
@Pilotflying

Ich weiß du hast mir jetzt sämtliche negative Punkte erläutert aber wenn du es wüsstest würde ich gerne wissen worin genau ich gut sein muss um den Eignungstest "erfolgreich" zu bestehen und auch was genau abgefragt wird, so in welcher Richtung. Danke im Vorraus!!!

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Pilotflying 05.12.2013, 10:36
@Vtw097

Schau mal auf die Seite des DLR, dort gibt es ein FAQ zur Pilotenauswahl. Da dürften die meisten Fragen schon beantwortet sein.

Auch auf der Seite von Lufthansa (such im Google nach Lufthansa Pilot) findest Du einige Informationen dazu

Dann auf Eignung klicken. Ganz unten rechts in der Ecke findest Du dann auch die FAQ´s dazu.

Irgendwie kann ich keine Links einfügen, das mag das System nicht.

Natürlich kannst Du im Vorfeld schon etwas "üben". Die thematischen Inhalte der BU sind Mathematik (Kopfrechnen, Textaufgaben), Englisch ( Übersetzung, idioms und synonyme), Physik (allgemein und technisches Verständnis), räumliches Vorstellungsvermögen, TOM- Test (Test für operative Mehrfacharbeit), Wahrnehmungsvermögen (akustisch und visuell) und Tests zur Psychoanalyse und zu Flugwissen.

Die Garantie, den Eignungstest zu bestehen, hast Du aber auch damit nicht, denn wenn Du auf bestimmten Gebieten ein zu großes Defizit hast, funktioniert es halt nicht. Natürlich kann man bestimmte Schwächen durch gezieltes Vorbereiten und Üben etwas verbessern. Schwachpunkte im Fähigkeitsbereich bleiben aber halt zeitlich stabil und es kommt zu keinen anderen Ergebnissen. Daher kann der Eignungstest auch nicht wiederholt werden.

Du brauchst eine bestimmte, durchschnittliche Begabung auf vielen Gebieten. Da ist das Entscheidende. Wenn Du auf nur ein oder zwei Gebieten ein Freak bist - um vom Rest keine Ahnung hast, bringt das nichts. Es wird immer auch die psychosoziale Komponente von mehreren Psychologen in Rollenspielen abgeprüft - und das ist das Schwierge an der Geschichte. Hierauf kann man sich nicht vorbereiten, man ist so, "wie man ist".

Der Platz würde hier nicht ausreichen, um auf alles einzugehen. Such Dich mal im Internet auf den angegebenen Seiten durch.

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Hallo,

hier ein paar harte Fakten:

Viele Interessenten werfen hier gerne etwas durcheinander. Du willst Pilot werden und meinst mit dem Eignungstest wahrscheinlich den des DLR und der LH, da fast alle Bewerber zur Lufthansa wollen. Den LH-Test kannst Du in der Tat nur einmal für alle Konzerngesellschaften machen, die beim DLR testen lassen.

Aber schon bei der SWISS (fliegt ja im LH-Konzern) wäre eine eigene Bewerbung möglich, da sie nicht beim DLR testet.

Das DLR testet für verschiedene Arbeitgeber. Da ist ein neuer Test, z. B. statt als Pilot als Fluglotse durchaus möglich. Schau mal auf der DLR-Seite nach. Da wird das erklärt.

ABER: Wenn das DLR sagt, dass Du nicht als Pilot geeignet bis, solltest Du Deine Fähigkeiten auch selbst realistisch einschätzen und Dich damit abfinden. Schließlich ist das DLR eine neutrale Forschungseinrichtung und der Test wird immer den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen angepasst. Wenn Du es also nicht schaffst, gibt es bestimmte Gründe dafür.

Airlines mit eigenen Flugschulen gibt es nicht so viele. Natürlich kannst Du an einer privaten Schule Deine Lizenz machen. Allerdings verlangen die Airlines IMMER eine bestimmte Flugstundenanzahl auf einem großen Muster, vorzugsweise einem, dass sie selbst in ihrer Flotte haben. Außerdem steht immer noch ein Einstellungstest an, der aus Assessmentcenter, Medical und Simulatorscreening besteht. Einfacher ist der Weg auch nicht.

Ob Piloten "selten" zuhause sind, ist subjektiv. Die Einsatzpläne von Kurz- und Langstrecke unterscheiden sich schon deutlich, sind aber auch je nach Airline verschieden.

Die EU-OPS, die Vorschrift für den gewerblichen Luftverkehr, beschränkt die jährlichen Flugstunden auf 900, das sind 75 pro Monat. Maximal erlaubte Flugzeit pro Tag sind 13 Stunden, danach ist eine Pause zwingend vorgeschrieben, die mindestens 12 Stunden umfassen muss.

Bei deutschen Gesellschaften kommen dazu noch 30 Urlaubstage (die dienstfreien Tage zählen ja nicht), aber neben dem Flugdienst stehen ja auch noch Simulatortrainings, Seminare und Flottenmeetings an.

rudim1950 04.12.2013, 07:51

Hi, die Grenzwerte für die Augen hatte ich noch vergessen:

Für Berufspiloten gilt:

Refraktionsfehler AMC1 MED.B.070 (d)


- Bei Erstuntersuchung eine Hyperopie +5 Dioptrien; Myopie -6 Dioptrien


- Bei Verlängerung/Erneuerung maximal +5 Dioptrien.

In den AMC, den "Acceptable Means of Compliance and Guidance Material to Part-MED1" (also den Hinweisen für die Fliegerärzte) steht im

"Subpart B - Specific requirements for class 1, class 2 and LAPL medical certificates":

Annex to ED Decision 2011/015/R

"AMC1 MED.B.070 - Visual system (s. Seite 24/25)

(d) Refractive error

(1) At initial examination an applicant may be assessed as fit with:

(i) hypermetropia not exceeding +5.0 dioptres;

ii) myopia not exceeding -6.0 dioptres;

iii) astigmatism not exceeding 2.0 dioptres;

iv) anisometropia not exceeding 2.0 dioptres

provided that optimal correction has been considered and no significant pathology is demonstrated."

Diese Werte dürfen also auch mit optimaler Korrektur keinesfalls überschritten werden.

Bei LH, die ja früher nur +/-3,5 dpt. zuließ, heißt es jetzt unter Bezug auf die neuen AMCs: "Gutes Sehvermögen, d.h. Grenzwert für Refraktionsfehler +/- 3,0 Dioptrien, für Astigmatismus 2 Dioptrien. Bei einem Refraktionswert über +/- 3,0 bis max. +/- 5,0 Dioptrien bzw. Astigmatismus > 2 Dioptrien erfolgt eine Einzelfallprüfung durch den LH Medizinischen Dienst bzw. das Luftfahrtbundesamt."

Jede Abweichung von der Norm ist nach den neuen Regeln, die von der EASA zum 08.04.2013 eingeführt wurden, eine Einzelfallentscheidung durch den flugmedizinischen Dienst der jeweiligen Luftfahrtbehörde. Da muss sich auch LH anpassen.

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Also Wenn man Den schein selber finanziert (ca 60.00€) wird es bei Der jeweiligen Fluggesellschaft noch Eignungstests geben allerdings nicht so Viele Wie normalerweise. Am Anfang fliegt man eh nur kurze strecken z.B : München -Berlin Und dass Dann mehrmals am Tag Also ist man am Anfang abends relativ Viel zu Hause .allerdings Wenn man spater langstreckenfluge fliegt ist es meistens so dass bei Linienflugen ist man Eine Nacht im Ausland(Also zB :München -NYC Und Dann bleibt man Eine Nacht in NYC Und fliegt Dann zurück) .Wenn es Aber keine linienfluge sind ist es meistens so dass Die Crew ein paar tage am ankunftsort verbringt Umd Dann Woeder zurückflieht . Mit Familie usw ist Das Dann eher nicjt so leicht Aber machbar.Mit Den Augen ist es meines Wissens so dass man nur 1,2 dioptrin haben darf (Bin nicht sicher ) allerdings ist Mit einer laserbehandlumg ist alles in Ordnung. Vorteile für Den Job sind : -Guter Orientierungssinn -Gute rechenfähigkeit -Konzentration "Auf knopfdruck" Ich hoffe Ich konnte helfen

Pilotflying 04.12.2013, 08:16

Mit einer Augenlaserung ist "gar nix in Ordnung!"

Vielleicht solltest Du auch mal selbst einen Fliegerarzt befragen. Auch mit Deinen 1,2 dpt. liegst Du völlig daneben.

Hier wird wieder viel Halbwissen von Hobbyfachleuten weitergegeben.

Laßt die Fragen halt einfach von denen beantworten, die es wissen - und lasst Eure "Meinungen" mal außen vor. Sie helfen doch keinen weiter!

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Luftkutscher 04.12.2013, 12:15

Mit einer Laserbehandlung ist alles in Ordnung? Wohl kaum, denn eine Laserbehandlung zur Verbesserung der Sehstärke führt grundsätzlich zur Fluguntauglichkeit.

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Ich kann dir so viel sagen dass ich mich da auch mal schlau gemacht habe und das mit der Ausbildung läuft so ab : du bewirbst dich als Pilot (bei der LH zb. ) dann bilden die dich aus. Die ausbildung kostet ca 100 000€ wovon du 40 000 selber finanzieren musst. Dieses Geld wird dir vorgestreckt und du kannst es wenn du dann gutverdiendender Pilot bist zurückzahlen..

Pilotflying 04.12.2013, 08:13

Leider liegst Du etwas daneben. Ds hat sich geändert.

http://www.lufthansa-pilot.de/ausbildung/finanzierung/finanzierung.php

Dein Eigenanteil liegt bei 70.000 EUR - und Du kannst es nicht zurückzahlen, sondern Du MUSST! Das ist ein gravierender Unterschied!

Mit einem Einstiegsgehalt von ca. 63000 EUR ist das nicht zu unterschätzen, wenn Du auch noch leben willst, ne ordentliche Loss of licence Versicherung brauchst und am Anfang jeden Monat noch mindestens 300 EUR - eher mehr für die Rückzahlung weggehen.

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Meines wissen ist der Grenzwert für Kurzsichtigkeit 0,0.... Da EINFACHST sit, du erkundigst dich bei deienr Fluggesellschaft direkt.... Schneller und sicherer...

Pilotflying 04.12.2013, 08:08

Am einfachsten ist, Du erkundigst Dich bei einem Fliegerarzt. Wenn der Grenzwert 0,0 wäre, gäbe es fast keine Piloten mehr!

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