Ich werde auf meiner Schule schlimm gehänselt und bloß gestellt, ich halte es nicht mehr aus?

10 Antworten

Ich würde ehrlich gesagt mit meinen Eltern darüber reden und mich an den Schulleiter wenden. Falls das nichts bringt, würde ich die Schule oder zumindest die Klasse wechseln.

Hallo Shdyjf,

viele junge Leute machen ähnliche Erfahrungen wie Du! Leider gibt es überall Personen, die darauf aus sind, anderen absichtlich zu schaden und sie auf die eine oder andere Weise zu quälen! Sie machen sich einfach nicht die Mühe, sich in die Lage eines anderen hineinzuversetzen und fragen sich auch nicht, wie sehr ihre Worte und Handlungen andere verletzen können.

Zunächst einmal die Frage: Warum gibt es überhaupt Menschen, die andere mobben? Da gibt es verschiedene Gründe. Zum Beispiel wurden manche Mobber früher selbst einmal gemobbt.

Manchmal sind es auch die schlechten Vorbilder, die Kinder zu Hause haben, wenn Kinder sehen, wie Eltern, ältere Geschwister oder auch andere in der Familie miteinander umgehen. Des weiteren kann auch die eigene Unsicherheit oder ein Minderwertigkeitskomplex dahinter stecken. Der Mobber spielt den Starken, um von seiner eigenen Unsicherheit abzulenken.

Wichtig ist auch zu wissen, wen sich Mobber gern als Opfer aussuchen. Das ideale Mobbingopfer ist jemand, der wenig Freunde hat und meistens allein dasteht. Auch kann ein andersartiges Aussehen, wie beispielsweise aufgrund der Hautfarbe, Religion, Nationalität oder Behinderung dem Mobbing Vorschub leisten.

Man wird auch dann schnell zum Opfer, wenn man wenig Selbstvertrauen hat. Der Mobber hat es bei solchen Personen ziemlich leicht, da sie sich meistens nicht wehren. Nun aber zum wichtigsten Punkt: Was kannst Du selbst tun, um aus der Opferrolle frei zu kommen?

Nun, wer andere mobbt, der überschreitet Grenzen, denn schließlich ist jeder Menschen verletzbar, wenn er lästerlich oder sonst wie unwürdig behandelt wird! Einem Mobber müssen einfach Grenzen aufgezeigt werden! Außerdem kannst Du durch entsprechendes Verhalten mit dazu beitragen, dass Du nicht weiter ein Mobbingopfer bleibst.

Versuche in kritischen Situationen z.B. gelassen zu bleiben. Wer gelassen und ruhig bleibt, auch wenn er herausgefordert wird, nimmt dem Mobber den Wind aus den Segeln. Er bietet ihm keine Angriffsfläche mehr, da dann seine Schikanen ins Leere führen.

Wenn man jedoch dem Mobber offen seine Gefühle zeigt, dann ist man ähnlich ungeschützt, wie in alter Zeit eine Stadt ohne Mauern - für jeden Feind eine leichte Beute! Wer jedoch seine Gefühle im Zaum hält, der ist für den Mobber gleichsam uneinnehmbar. Das sagt sich natürlich leichter, als es ist und erfordert eine Menge Selbstbeherrschung.

Trete den Rückzug an, wenn es gefährlich wird! Es ist immer das Beste, Situationen und Orte zu meiden, wo der Mobber ein leichtes Spiel hat. Hier gilt nicht das Motto "Angriff ist die beste Verteidigung" sondern der Rückzug. Das hat nichts mit Feigheit, sondern eher mit Klugheit zu tun.

Versuche bei hartnäckigem Mobbing die Sache klarzustellen. Manchmal lässt es sich nicht vermeiden, dem Mobber gegenüberzutreten und ihm mit fester Stimme zu sagen, dass man sein Verhalten überhaupt nicht mag, dass es nicht witzig ist und es einen verletzt (so zeigst Du ihm seine Grenzen auf). Dabei ist es jedoch sehr wichtig, nicht herausfordernd oder beleidigend aufzutreten.

Suche auf jeden Fall das Gespräch mit einem verantwortlichen Erwachsenen! Es wäre gut, ihm genau Deine Situation zu erklären und ihn um Unterstützung zu bitten. Wenn es wie in Deinem Fall um hartnäckiges Mobbing geht, dann solltest Du auf keinen Fall zögern, Deinen Vertrauenslehrer oder den Schuldirektor anzusprechen. Ganz wichtig ist es auch, dass Du Deinen Eltern von den schlimmen Vorgängen in der Schule erzählst!

Falls Du an Gott glaubst, mag Dich auch folgende Gedanken trösten: Gott versteht genau, was Menschen durchmachen, die gemobbt werden und sie sind ihm nicht gleichgültig. Ich fand einen Text der Bibel besonders trostreich, der sehr gefühlvoll beschreibt, dass sich Gott um die Benachteiligten und Schwachen kümmern wird:

"Denn er wird den Armen befreien, der um Hilfe ruft, Auch den Niedergedrückten und jeden, der keinen Helfer hat. Es wird ihm leid sein um den Geringen und den Armen, und die Seelen der Armen wird er retten. Von Bedrückung und von Gewalttat wird er ihre Seele erlösen, Und ihr Blut wird kostbar sein in seinen Augen "(Psalm 72:12-14). Dieses Versprechen schließt auch diejenigen ein, die von Mobbing betroffen sind.

Ich wünsche Dir, dass Du einen Weg findest, mit der Unterstützung anderer das Mobbing zu stoppen! Das geht natürlich nicht von jetzt auf gleich. Wenn Du jedoch die richtigen Maßnahmen ergreifst, sollte das Mobben allmählich nachlassen bzw. ganz aufhören.

LG Philipp

Hallo Phillip, im Prinzip hast du ja recht, aber vergiss bitte nicht, hier handelt es sich um einen Jugendlichen. Verständnis für Mobber aufzubringen fällt da schwer, besonders, wenn man ganz allein dasteht und nicht mal die Eltern hinter sich hat.

Ich will dir nicht widersprechen und du gibst immer sehr guten Rat, den ich wirklich sehr schätze. Leichter fällt es aber zu verstehen, was in dem Schüler vorgeht, wenn man selbst betroffen war und ebenfalls keinen familiären Rückhalt hat, keine Kontakt- oder Vertrauensperson greifbar ist.

Man steht dann da ziemlich allein in der Welt, ohne Selbstwertgefühl (wo soll das den herkommen?) und Rückhalt und wird auf diese Weise besonders leicht Opfer von Mobbern.

Mit denen kann man auch nicht reden, das macht keinen Sinn. Einzelne mögen vielleicht ansprechbar sein oder nicht gut finden, was da passiert. Vielleicht kannst du mit diesen tatsächlich reden. Aber sobald sie im Rudel zusammenkommen, werden alle Prinzipien sofort über Bord geworfen, denn lieber beteiligt man sich am Mobbing als das man selbst Opfer wird.

Und auch Rückzug und gar nicht reagieren hilft leider auch nicht immer. In meinem Fall ging der Spot bis zum Ende der Schulzeit, obwohl ich NIE darauf in irgendeiner Form reagiert hatte. Nie. Ich dachte immer, irgendwann muss ihnen das doch langweilig werden. Wurde es nicht. Den gleichen Prozess habe ich tagtäglich durchmachen müssen, bis zum letzten Schultag. Kein einziges Mal habe ich in irgendeiner Form reagiert.

Manchmal kommt man leider an solche Knallköpfe. Ohne Familienrückhalt wird es schwer. Denn problematisch ist immer der konkrete Nachweis des Mobbings, da Mobber versuchen, ihre Handlungen zu verschleiern. Da steht er allein gegen eine ganze Gruppe.

Das könnte auch der Grund sein, warum die Lehrer nicht reagieren. Die Mitschüler werden sich gegenseitig decken. Bestenfalls steht Aussage gegen Aussage.

Was er also bräuchte, wäre jemand, der gesehen hat, was passiert ist und auch den Mut hat, dies auszusagen. Und dann, gemeinsam zum Vertrauenslehrer zu gehen. Alles andere hilft nur temporär.

Wäre auch gut, wenn er sich überwinden könnte und seine Eltern informieren würde. Da er das aber bisher sich nicht getraut hat, sehe ich hier keine große Hilfe.

Ansonsten hilft nur ausharren. Er ist 16 und je mach Schulform geht seine Schulzeit in Kürze zu Ende. Das ist bitter, aber realistisch.

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@MarmotaBobak

Hallo MarmotaBobak,

ich kann Deinen Einwand verstehen. Es ging mir aber nicht darum, dem Fragesteller zu raten, er solle Verständnis für seine Mobber aufbringen, sondern, um die Hintergründe von Mobbing grundsätzlich zu verstehen.

Vielen Dank für Deinen Rat aus Deiner eigenen, traurigen Erfahrung heraus! Es tut mir leid, dass auch Du so schlimm von Mobbing betroffen warst! Es bleibt nur zu hoffen, dass der Fragesteller sich seinen Eltern anvertraut und auch die Schule bereit ist, ihm die nötige Unterstützung und Hilfe zu geben, um konsequent gegen die Mobber vorzugehen.

LG Philipp

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Schalte deine Eltern ein und dann geht zur Polizei und macht eine Anzeige. Vor allem gegen die Mobber. Aber auch gegen die Lehrer würde ich Schritte einleiten. Erst mal über den Rektor, wenn dass dann auch nichts hilft:Schulamt.

Mobbing ist KEIN Kavaliersdelikt und erst recht kein Spaß.

Mobbing selbst ist nicht strafbar. Jedoch sollte er die Verletzung der Privatsphäre anzeigen und mögliche Körperverletzungen, wenn er noch vor kurzem geschlagen wurde.

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@AnonymType

Doch. Mobbing kann durchaus eine Straftat sein. Und da muss es nicht zu körperlichen übergriffen kommen.

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@Nordseefan

Es gibt keine Straftat, die Mobbing heißt. Mobbing kann nur Straftaten beinhalten.

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@AnonymType

Schon irgendwo richtig, aber Mobbing beinhaltet halt Straftaten. Welche, das kommt immer darauf an wie gemobbt wird.

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@Nordseefan

Mobbing beinhaltet nicht immer Straftaten, es können Straftaten vorhanden sein.

Mobbing muss nicht immer Körperverletzungen, Beleidigungen oder ähnliches beinhalten.

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@AnonymType

Na ja doch schon irgendwie. Nenn mir mal ein Beispiel, wo Mobbing keine Straftat ist.

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@Nordseefan

Eine gewisse unbegründete Ausgrenzung oder eine Person spricht nur an was für billige Sachen er hat und lacht darüber. Sowas beinhaltet also auch Straftaten?

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@AnonymType

naja Ausgrenzung ist nicht unbedingt Mobbing. Und ja wenn jemand ständig niedergemacht wird was für billige Sachen er anhat dann kann das durchaus Psychische Gewalt sein, und auch die ist strafbar - solange man es eben nachweisen kann. Aber genau das Nachweisen können ist generell das Problem bei Mobbing.

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@Nordseefan

Wenn eine große Gruppe in deinem Umfeld dich unbegründet (heißt du hast nichts verwerfliches) gemacht absichtlich ausschließt ist es Mobbing. Das mit psychischer Gewalt kann ich verstehen, aber trotzdem beinhaltet Mobbing nicht immer eine Straftet. Mobbing kann eine Straftat beinhalten. Sonst kann ich dir auch nur zustimmen.

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@AnonymType

Was ist Mobbing?

Mobbing ist, wenn jemand systematisch schikaniert, drangsaliert oder ausgegrenzt und benachteiligt wird. Außerdem herrscht ein Machtungleichgewicht vor.

Das ist für sich genommen kein strafbares Delikt. Einzelne Mobbinghandlungen sind jedoch strafbar und können angezeigt werden.

Die Aktionen, die @Shdyjf beschreibt, gehören eindeutig dazu.

Insofern hat, spezifisch auf diese Frage angewendet, @Nordseefan recht mit seinem Rat.

Eine Grundsatzdiskussion über die rechtliche Einstufung ist schwierig, da es immer auf den Einzelfall ankommt und daher nicht besonders hilfreich.

Ich frage mich nur, warum sich der Schüler noch nicht an seine Eltern gewandt hat und ob er da wenigstens eine Vertrauensperson hat. Anscheinend leider nicht. Sonst wäre das längst passiert.

Wenn er allein zum Schulleiter (oder zur Polizei) geht, steht er vor dem nächsten Problem. Denn problematisch ist immer der konkrete Nachweis des Mobbings, da Mobber versuchen, ihre Handlungen zu verschleiern.

Er braucht also erstmal mind. einen Zeugen. Vielleicht kann er da Hilfe und Rat über den Vertrauenslehrer erhalten.

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@MarmotaBobak

Genau. Mobbing ist selbst nicht strafbar. Bestimmte Handlungen beim Mobbing jedoch schon.

Er sollte sich definitiv bei jemanden anvertrauen, aber das ist in so einer Situation für diese Personen nicht so einfach.

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mit deinen Eltern sprechen, dem Schulleiter sagen, die könnten auch schon wegen der Bilder einen Schulverweis bekommen. Ansonsten hättest du noch ein bisschen Zeit, die Schule zu wechseln.

Mit 16 die Schule zu wechseln ist riskant, denn je nach Schulform geht es in den Abschluss und sich da auf eine komplett neue Schule mit neuen Lehrern und Mitschülern einzustellen, ist nicht ohne. Vor Problemen weglaufen löst diese selten.

Besser ist es, wenn er sich an deinen weiteren Rat hält. Die Eltern sollte er auf jeden Fall informieren.

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Kannst du nicht mit deinen Eltern darüber sprechen? Du musst von dieser Schule weg. Wie alt bist Du? An der Schule muss es einen Vertrauenslehrer geben. Lehrer die so etwas ignorieren müssen angezeigt und bestraft werden. Ich kenne das. Bin als Kind manchmal mit Gehirnerschütterung heimgekommen.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Ich schäme mich, meinen Eltern das alles zu erzählen. Ich bin 16

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@Shdyjf

Ich verstehe das, aber es sind die einzigen die dir helfen können. Du wirst merken, dass deine Sorge unnötig ist. Ich habe auch nie gesagt was los ist. Das war mein größter Fehler. Es kam alles erst raus, als es so schlimm war, dass ich ins Krankenhaus musste. Meine Mutter hat das ganze Lehrerzimmer zerlegt, als sie erfahren hat, dass die Lehrer weggeguckt haben. Eltern lieben ihre Kinder, sie werden dich unterstützen.

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