Ich werde am 9.11 beschnitten, ich bin 17 Jahre alt, was kommt nach der Operation auf mich zu? ich bin ziemlich empfindlich dort, ich habe ein bisschen "Angst"?

13 Antworten

Hallo VonBerufAngeber,


im Zuge der Beschneidung ( http://flexikon.doccheck.com/de/Zirkumzision ) werden die etwa 20.000 hochsensiblen Nervenenden der Vorhaut entfernt, es verbleiben etwa 4.000 lediglich drucksensible Nerven in der Eichel, die nach der Kreatinisierung und Desensibilisierung weiter an Empfindungsfähigkeit einbüsen, sodass letztendlich 20 - 25 % der ehemaligen Empfindungsfähigkeit verbleiben ( http://flexikon.doccheck.com/de/Sexuelle_Auswirkungen_der_Zirkumzision). Auch kommt es regelmäßig zu Komplikationen (Schmerzen  (Dysurie) oder Schwierigkeiten beim Wasserlassen werden nach Zirkumzisionen sehr häufig beobachtet. Rund 60% aller beschnittenen Jungen leiden nach dem Eingriff an Schmerzen oder Schwierigkeiten beim Wasserlassen. Aufgrund dieser hohen Häufigkeit wird diese Folge der Zirkumzision nicht als Komplikation der Zirkumzision aufgefasst ( http://flexikon.doccheck.com/de/Komplikationen_der_Zirkumzision ). Vor diesem Hintergrund ist zumindestens davon auszugehen, dass du nach der Beschneidung keine Probleme mehr mit einer empfindungsfähigen Eichel haben wirst, durch die Desensibilisierung wirst du am Ende glücklich sein, überhaupt noch etwas zu fühlen.

Wenn du nach einer Aufklärung über all die anstehenden Nachteile weiterhin beschnitten werden willst (wogegen deine in der Frage zum Ausdruck kommenden Zweifel sprechen), wird bei einer Lokalanästesie ein Narkosemittel in den Schaft des Penis gestochen, diese Einstichstelle kann noch Monate nach der OP Schmerzen bei der Bewegung des erigierten Penis verursachen. Nach Abklingen der Betäubung ist es möglich, dass die garvierende Verletzung, denn die Vorhaut wird einmal rundrum abgeschnitten, und dabei werden auch die Adern und Venen, die den oberen Bereich des Penis versorgen, in Mitleidenschaft gezogen. Die Meatitis, die Entzündung der Harnröhrenöffnung (Meatus urethrae), ist eine häufige Begleiterscheinung der Beschneidung, die ebenfalls als Komplikation gesehen werden kann. Für die Meatitis werden in der Literatur Häufigkeiten zwischen 8 und 31 Prozent angegeben. Durch die Zirkumzision kommt es, je nach Radikalität, zu einem Verlust von ungefähr 50 % der gesamten Haut des Penis wie auch zum oben beschriebenem Verlust von sensorischen Nervenenden, einschließlich fast aller spezialisierten Nervenenden und dadurch bedingtem Sensibilitätsverlust. Zusätzlich können durch die Durchtrennung der die Vorhaut versorgenden Nerven nahe der Zirkumzisionsnarbe histologisch nachweisbare Neurome entstehen, die zu zusätzlichen Beschwerden führen können. Durch die fehlende Schutzfunktion der Vorhaut kommt es insbesondere mit steigendem Lebensalter zur Keratinisierung (Verhornung) der Eicheloberfläche, was einen weiterem Sensibilitätsverlust zur Folge hat. Zusätzlich zur Keratinisierung der Glansoberfläche ist der Meatus direkter äußerer Irritation ausgesetzt. Durch die zwangsläufige Durchtrennung der Frenulumarterie kommt es zumindest zeitweise zur Blutunterversorgung der oberen Harnröhre und des Meatus, der Harnröhrenöffnung, so dass all diese Faktoren zu  einer Meatusstenose führen können, die in etwa 1 - 2 % der Fälle auftritt). Anschließend entsteht eine Wunde, bei der es bis zu drei Wochen dauert, bis sie verschlossen ist und nach etwa vier bis sechs Wochen ist sie soweit verheilt, dass schmerzlose Erektionen möglich sind. Die erforderliche Desensibilisierung der Restnerven in der Eichel dauert etwa eineinhalb bis zwei Monate und im Verlauf der kommenden Jahre verhärtet die Eichel zunehmend und wird immer weiter desensibilisiert. Des Weiteren kommt es immer mal wieder vor, dass die Beschneidungswunde zu einem Narbenring verheilt, dieses teilweise verhärtete und unflexibele Narbengewebe kann dann bei jeder Erektion zu einem schmerzhaften Schnürring werden, der es stark erschwert, eine sexuelle Eregung zu genießen. Studien besagen darüber hinaus, dass vor allem im höheren Alter beschnittene Männer deutlich häufiger Erektions- und Orgasmusprobleme haben, als intakte Männer.

Dies alles könntest du wahrscheinlich sehr gut vermeiden, wenn du den Arzt wechselt und die einen Jugendarzt suchst, der sich mit der Durchführung einer Salben- und Dehnungsthearapie auskennt, die bringt dem Arzt zwar nicht in 30 Minuten die nächste Monatsrate für die schicke Praxisausstattung oder den neuen Porsche, erhält dir aber die Möglichkeit eines erfüllten Sexuallebens. Darüber hinaus kannst du eine angeborene Vorhautverengung auch ohne Probleme selbst behandeln. Besorg dir in einer Apotheke eine freiverkäufliche kortisolhaltige (z. B. Ebenol 0,5 %) und creme damit den vorderen Bereich der Vorhaut dreimal täglich (morgens, nachmittags und zur Nacht) ein. Wenigstens einmal davon ziehst du dann die Vorhaut im schlaffen Zustand so weit zurück, dass es spannt, aber auf keinen Fall soweit, dass es wehtut, und hälst diese Position einige Sekunden und greifst dann die Vorhaut mit dem Daumen und Zeigefinger beider Hände am oberen Rand und ziehst nach links und rechts bis es spannt, aber nicht so weit, dass es wehtut. Diese Prozedur wiederholst du dann etwa zehn bis fünfzehn Minuten lang und achtest beim Greifen aber darauf eine neben der vorherigen Stelle liegende Position zu nehmen. Wenn es hierbei zu einer Versteifung kommt ist dass kein Problem, denn die Behandlung ist sowohl im schlaffen als auch im steifen Zustand durchzuführen. Bei einer konsequenten, möglichst täglichen Durchführung dieser Dehung solltest du die Verengung in etwa vier bis sechs Wochen überwunden haben und danach mit der vollen sexuellen Empfindungsfähigkeit des Penis den Sex und die Masturbation genießen können.

Wirksamer als die freiverkäufliche Salbe wäre eine verschreibungspflichtige höher dosierte kortisolhaltige Salbe. Und sebst für den Fall, dass diese Dehnung, die - anders als von beschneidungsbefürwortenden Ärzten gerne behauptet - auch einem höheren Alter in sehr vielen Fällen zu Erfolgen führt, doch nicht wirken, kann mit einer sogenannten Triple Inzision - sogar in Fällen vernarbter Stellen  an der Vorhaut - vorhauterhaltend operiert werden. Da diese Methode vom Arzt eine höhere Kompetenz, Sorgfalt und Zeit verlangt und - anderes als das einfache alles ab - nicht so schnell einen vollen Umsatz
bringt, wird sie Patienten gerne als alternative Maßnahme vorenthalten.

wow warum gibt es penis experten aber keine norwegen experten die mir helfen können :D

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@HardwareFist

Ich weiß nicht ob es genügend mit Norwegen getagte Fragen gibt, bei denen hinreichend viele hilfreichste Antworten abgegeben werden können, um die Mindestbedingungen für einen Community-Experten zu erfüllen.

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Na ja, kann sein, dass du die ersten Tage leichte Schmerzen hast. die Narbe kann auch ein wenig verkrusten und zwicken. 

Die ersten Tage wirst du wahrscheinlich etwas breitbeinig laufen, weil die Eichel anfangs ja noch sehr empfindlich ist. aber das legt sich nach en paar Tagen. Trag auf alle Fälle bequeme Jogginghosen und so und schau das du dem Rat des Arztes Folge leistest, was die Wundheilung betrifft. 

Ansich brauchst du aber keine Angst davor haben. jede OP birgt zwar gewisse Risiken, im Endeffekt is es aber ne Millionenfach durchgeführte Routine OP. 

also... toi toi toi  😉

Moin VonBerufAngeber,

direkt nach der OP wirst du nicht so viel merken. Eventuell werden die Fäden ein wenig ziepen. Besonders wenn du Nachts eine unkontrollierte Erektion bekommst, könnte das ganze auch ein klein wenig schmerzen.

Wichtig ist, dass du die Stelle in den kommenden Tagen und Wochen sauber hältst. Dies tust du am besten ohne Seifen mit künstlichen Inhaltsstoffen, sondern mit einer Kamille-Lösung. Dies macht zugleich auch die Fäden der Naht geschmeidiger und wirkt somit indirekt schmerzstillend.

Da "dort unten" alles relativ schnell zusammenwächst, solltest du schon nach ein paar Tagen keinerlei Probleme mehr damit haben :)

Nur von Sex/Selbstbefriedigung solltest du zunächst absehen.

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