Ich weiß langsam nicht mehr weiter. Was soll ich noch tun?

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6 Antworten

Also dein Problem liegt nicht an oder bei dir. Dein Problem sind eigentlich deine Eltern. Sie hassen dichnicht, aber wenn sie alkoholsüchtig sind, sind sie nicht mehr sie selbst. Die Krankheit ist das eine bei deinem Vater...ich bin auch (physisch) schwer krank und werde wahrscheinlich nie wieder gesund und kann physisch nicht so wie ich gerne würde, aber ich bin trotzdem für meine Kinder voll und ganz da und mache alles was möglich ist, vor allem alle finanziell abzusichern falls ich irgendwann nicht mehr da bin da will ich sie wenigsten finanziell sorgenlos zurücklassen.

Deine Eltern haben wahrscheinlich aus gesundheitlichen Gründen mit dem Alkohol angefangen, aber das löst keinerlei Probleme sondern verschlimmert alles nur.

Normalerweise müsstest du dafür sorgen dass sie in eine Entzugsklinik kommen, wenn nicht freiwillig dann müssten sie eben vorher endmündigt werden. Ein solches Verfahren anzuleihern und durchzukriegen kostet aber Geld und Zeit und du bist dafür mit deinen 17 Jahren noch zu jung um das überhaupt hinzukriegen. Reden, damit sie freiwillig in einen Entzug gehen wird nicht helfen, zum einen weil ein Entzug nicht schön ist also werden sie nicht wollen, und eingestehen würden sie es sich auch nicht.

Du bist aber auch schon wieder fast zu alt um dich an das Jugendamt zu wenden, da du fast volljährig bist.

Ich würde dir raten dich so viel wie möglich von zuhause abzukapseln, so früh wie möglich auszuziehen, mit Freunden, mit einem Partner zusammen, in eine Wg., etc. und ansonsten bleib bei Freunden oder dem Partner und konzentriere dich nur auf dich, ansonsten gehst du mit ihnen unter. Dann, wenn es so weit ist dass sie psychisch so instabil sind um keine Psychologen oder Behandlungen mehr abzulehnen, dann kannst du ihnen helfen indem du den psychologischen Dienst informierst, einen Krankenwagen rufst, etc., und sie in eine Entzugsklinik einweisen lässt. Gehen sie denn überhaupt noch arbeiten oder auch nicht mehr?

youisalliwant 20.04.2017, 21:01

Mein Vater ist arbeitsunfähig und meine Mutter geht nur einmal die Woche arbeiten für circa eine Stunde... mir ist bewusst , dass jeder seine eigenen Probleme hat, und damit auch klar kommen muss, aber bei mir ist es einfach so viel, dass ich mich kaum auf die Schule konzentrieren kann und auch in der Familie niemanden habe, bei dem ich unterkommen kann...

Ich kann einfach nicht mehr ...

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Kathyli88 20.04.2017, 21:19

Vor mir brauchst du dich nicht rechtfertigen, ich verstehe dich voll und ganz. Das ist für dich auch grade schwierig weil du noch in der Pubertät bist und durch die Hormonumstellung ist der Stresspegel etwas niedriger, dann kommen noch einige Veränderungen in nächster Zeit vom jugendlichen Kind zum vollwertigen Erwachsenen. Und das in Kombination mit einem unguten Elternhaus ist natürlich nicht einfach zu verarbeiten oder zu meistern. Mein Päckchen ist noch in allen Lebenslagen weitaus schwerer mir ist auch manchmal alles zu viel. Aber was macht man wenn alles zu viel ist? Man macht weiter. Irgendwie. Meistens weiß man im Voraus nicht wie, aber es geht trotzdem immer irgendwie.

Ich würde dir raten, mache dein Abitur fertig. Konzentriere dich auf die Schule. Halte dich von deinen Eltern weitestgehend fern. Wenn du die Schule verpatzt, glaube mir, das interessiert später niemanden mehr dass du eigentlich gut gewesen bist aber dein Elternhaus so schwierig war. Du bist dann für dich selbst verantwortlich, vollumfänglich, auf deine Eltern kannst du dich nicht verlassen, ein Psychologe kann dein Problem nicht lösen, Medikamente bringen dir erst recht nichts. Mit dir ist psychisch alles in Ordnung.

Deine Eltern kannst du momentan nicht zu einem Entzug zwingen. Leider.

Wenn alle anderen schwächer sind, musst du umso stärker sein.

Das wird schon. Dein Leben ist wahnsinnig viel wert. Lass es dir nicht ruinieren. Das ist für deine Kinder später auch einmal wichtig. Denn dann bist du ein Elternteil mit Verantwortung.

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youisalliwant 20.04.2017, 21:29

Vielen Dank für deine wirklich gute Antwort !! :)

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Ich würde dir anraten aus Selbstschutz ein Hobby und Lernraum ausserhalb deines Daheims zu suchen. Und die Eltern ihre Probleme selbst lösen zu lassen. Heisst Distanziere dich innerlich von ihren Problemen, versuch nicht zu helfen, oder dich da reinzuziehen. Helfen soll man immer, aber nur wenn man nicht selber draufgeht. Dann ist man nämlich keine Hilfe sondern eine weitere Bürde (für die Eltern).

Geh deinen Weg, schau das du gute Freunde, schöne Hobbies, einen guten Schulabschluss bekommst und psychisch gesund bleibst. So hilfst du ihnen und dir am Meisten.

Bald ist diese schwere Zeit für dich vorbei und es wird besser, auch da du ab 18 erwachsen bist und du besser auf eigenen Beinen stehen kannst. Das macht sehr viel aus. Frau dich darauf und den Abschluss deiner Schule (und das Studium danach). 

Alles gute.

Um dich nochmal zu Beruhigen: IQ hat nichts mit Schulischer Leistung zu tun. Ich denke nicht das du dümmer bist als der durchschnittliche Gymnasiast.

Du könntest die Schule abbrechen und eine Ausbildung anfangen. Mit dem Lehrgeld welches du bekommst kannst du dir mit Sicherheit eine kleine Wohnung leisten und Zuhause rauskommen, dir ein eigenes Leben aufbauen. 

Die Situation mit deinen Eltern ist traurig, aber als Kind sollte es nicht deine Aufgabe sein deine Eltern zu retten (Klingt hart, aber jeder sollte seine Meinung haben dürfen).

Das du keine Kraft mehr hast kann ich gut nachvollziehen, vor allem bei so einem Elternhaus. Klar das Leben ist hart, aber manchmal musst man härter sein.

Du schaffst das und wirst dein Leben schon meistern, die letzten Jahre hast du schließlich auch überlebt!

Jedoch musst du dich entscheiden:

=> Schule abbrechen und Ausbildung anfangen

=> Schule beenden (und etwas anderes machen)

Du hast es in der Hand, aber mach etwas draus!

"Ich war schon einmal bei einem Psychologen, der jedoch selber meinte, dass an meiner Problematik nicht viel zu machen sein, da meine Probleme leider unlösbar sind."

Sorry aber da frag ich mich bei was für einen komischen Psychologen du warst. War es überhaupt ein Psychologe/Therapeut, oder war es ein Psychiater? Dass ein Psychiater nicht viel machen kann außer dir Medikamente zu verschreiben ist ja wohl klar.

Ein Therapeut/Psychologe kann immer Wege finden die dir helfen könnten. Da gibt es nicht soetwas wie "deine Probleme sind unlösbar"...

Hallo!

Wende dich mal an Nacoa.de. Dort findest du Jugendliche, die durch die Alkoholkrankheit der Eltern ähnliche Probleme wie du haben und Lösungen gefunden haben.

Jeder Mensch, hat sein Päckchen zu tragen. Entwickle deine eigene Strategie um damit fertig zu werden, was mir hilft könnte dir schaden. 

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