Ich vertrage kein Mehl?

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7 Antworten

Hallo,

bisher konnte ich bei keinem Beitrag feststellen, dass überhaupt jemand Bescheid weiß über Antinährstoffe (engl. Anti Nutrients - es gibt nicht mal eine deutsche Wikipediaseite darüber) und ihre fatalen Folgen, wo sich kaum jemand auskennt und über die die Werbung schon gar nicht spricht. Und Ärzte? Kein Kommentar.

Antinährstoffe sind Stoffe, die in Getreide, Samen und Hülsenfrüchten und sogar (leider auch) in Pseudogetreide enthalten sind und von Natur aus der Abwehr von Schädlingen, Fressfeinden und Krankheiten dienen. 

Man kann sie sich wie eine Art Kampfstoffe der Pflanzenwelt vorstellen, die bei der Verarbeitung und beim Keimen freisetzt werden und - unbehandelt - im Stoffwechsel Mineralien und Enzyme lahmlegen - das ist ihre natürliche Aufgabe. Da der Mensch insofern auch ein Fressfeind ist, der aber - im Gegensatz zu Tieren - leider kein Sensorium dafür hat, um festzustellen, dass ein Nahrungsmittel diese gefährlichen Stoffe enthält, merkt er es erst, wenn es zu spät ist: dann kommen solche Beschwerden, wie sie der Grund für deine Frage sind.

Konkret gibt es Phytin bei Reis, Gluten bei Getreide, Solanin bei Kartoffeln, dann noch Histamin, Trypsin, Tannin, Enzyminhibitoren, usw. - im Netz findest du noch mehr darüber.

Es gibt die Möglichkeit, das Essen vorzubehandeln, also z.B. Getreide vor dem Kochen  24 Stunden lang einweichen  (keimen lassen) und mit frischem Wasser zubereiten - sonst isst man diese Kampfstoffe mit und sie machen das Essen schwerer verdaulich. Beim Backen wird es da schon schwieriger: einweichen - und dann? Mahlen geht erst, wenn man die Körner wieder getrocknet hat, also gedarrt - das machen viele afrikanische Kulturen bei der Brotzubereitung traditionell. Eine langwierige Prozedur. Fermentieren ist ein Ausweg.

Wer dafür empfindlich ist, kann möglicherweise schon eine Fehlfunktion der Schilddrüse haben. Da kann ich (aus eigener Erfahrung) die Webseite der Ernährungsberaterin Jutta.Bruhn.de (Berlin) empfehlen, die wundervolle Ratschläge und Ernährungslisten parat hat und ihre eigene Hashimoto-Erkrankung mit Umstellung auf eine Art Heilernährung losgeworden ist.

Bei ihr habe ich zum ersten mal etwas über diese Antinährstoffe erfahren - es war für mich wie die 'Vertreibung aus dem Backparadies', denn ich habe gern völlig unbedarft alles so direkt vom Bäcker gefuttert - völlig falsch.
Wenn man NOCH nicht empfindlich reagiert, dann ist es nur eine Frage der Zeit, wann der Organismus das nicht mehr verträgt und es auch losgeht, da moderne Getreidezüchtungen (Stichwort: Gentechnik) noch mehr Antinährstoffe zu bieten haben, die oft in Billigware zu finden sin.

Das einzige Brot, bei dem das Getreide auf diese Weise behandelt worden ist, ist das 'Essener Brot' und man kann es im Netz bestellen. Alle anderen - bis auf (bedingt) reines Sauerteigbrot - kann man glatt vergessen. 

Mehr Wissen darüber findest du hier:  

- www.pflanzenforschung.de/de/themen/lexikon/antinaehrstoffe-1484
http://histaminentzug.de/pseudogetreide-keimen/
- www.zentrum-der-gesundheit.de --> Stichwort Antinährstoffe (Suchfeld).

Ich hoffe, ich konnte dir etwas anders weiterhelfen und wünsche dir, dass du der Sache auf den Grund gehen kannst. Du bist auf einem guten Weg: wenn du die Ursache gefunden hast, kannst du die einzelnen Symptome selbst angehen und musst dir keinen Bären bzw. eine Diagnose aufbinden lassen.

Viel Erfolg!

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Kommentar von mimixxxxx
11.11.2016, 06:31

Wow danke für diese ausführliche Antwort:) Ich werde auf jeden Fall mal weiter recherchieren.

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Hallo, mimixxxxx,

der Begriff Mehl charakterisiert eher, wie fein vermahen ein Feststoff ist, nicht so sehr, was in ihm enthalten ist. Die Vermutung, dass Gluten eine Ursache für die Beschwerden hätte sein können, ist offensichtlich.

Was in allen Mehl-Produkten enthalten ist, ist Stärke. Deine Symptomatik erinnert an die Lactoseintoleranz, die durch den Mangel an Milchzucker verdauenden Enzym entsteht, so dass der Milchzucker in den Dickdarm gelangt und dort (über die Dickdarmbakterien) zu Blähungen (und Bauchschmerz) und über die Wasserbindung (osmotische Aktivität des Milchzuckers) zu Durchfall führt.

Solche Symptomatik könnte auch im Falle von Stärke entstehen, wenn Deine Bauchspeicheldrüse keine (oder zu wenig) Amylase mehr produziert, die zum Abbau der Stärke notwendig ist. die Stärke gelangt dann in den Dickdarm, wo dasselbe passierte, was ich oben für die Lactoseintoleranten beschrieben habe.

Siehe dazu auch:
http://www.medizinfo.de/gastro/beschwerden/enzymmangel.shtml
https://www.nortase.de/enzymmangel-der-bauchspeicheldruese/art-und-anzeichen-des-pankreasenzymmangels/

Für das Auftreten der oben beschriebenen Effekte reichen keine 'Spuren' von Stärke, sondern 'Mengen' von mind. 10 g. Sollten die Beschwerden  auch bei der Aufnahme von relativ reiner Stärke (z.B Kartoffelstärke) auftreten (z.B. aus Stärke und Zucker einen 'Pudding' kochen), würde sich dieser Verdacht erhärten.

Ich würde auf jeden Fall raten, die Beschwerden weiter ärztlich abklären zu lassen (ich bin selbst kein Arzt). Sollte Amylasemangel der Grund für die Beschwerden sein, lässt sich dieser durch Amylasetabletten behandeln (analog zur Behandlung der Lactoseintoleranz mit Lactase).

Bute Besserung!

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naja so gelesen ist es dann keine glutenunverträglichkeit, dennoch ist es dir nicht wohl wenn du auf jegliches Mehl verzichtest.

du machst dies aber an Broten fest, so zumindest beschreibst du es, das würde bedeuten, dass du dir Gedanken machen solltest über alles was in Broten drin ist

Ganz besonders fallen mir hier Hefe und Milcheiweiss ein. Zweites würde mich überraschen, denn das hättest du vorher schon gemerkt, denn ich hoffe du nimmst auch sonst erhebliche Mengen Milcheiweiss auf, Hefe wäre da schon realistischer, das würde aber bedeuten, dass du auch Probs hast bei Kuchen, Pizza u.ä. Dingen.

Ausschlussverfahren bei Selbstdiagnose ist die zuverlässigste Methode

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Kommentar von mimixxxxx
11.11.2016, 15:46

Von Brot habe ich doch gar nichts geschrieben... Und auch bei pizza, kuchen, keksen, nudeln etc. geht es mir nicht gut, deswegen würde ich hefe auch ausschließen.

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Wie geht es dir mit Zucker? Vielleicht hast du "einfach nur" Darmpilze. Mit einer entsprechenden Diät, Medikamenten gegen den Pilz und entweder einem Arzt, der sowas kann, macht und nicht dagegen wettern, sondern hilft oder sonst einem Heilpraktiker könntest du dich mal auf die Suche begeben.

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Kommentar von mimixxxxx
11.11.2016, 15:52

Zucker selber macht mir nicht wirklich was aus, mit mehlfreien Produkte wie Schokolade habe ich gar kein Problem.
Darmpilze oder ähnliches kann ich zu 100%iger Sicherheit ausschließen, das wurde schon untersucht.

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Das liegt wahrscheinlich am Auszugsmehl (Weißmehl).

Versuch es mal mit (reinem) Vollkornmehl. Leider darf in einem Vollkornbrot ein erheblicher Anteil  (ich glaube 30%) Auszugsmehl drin sein.

Also selber backen oder einen Bäcker deines Vertrauens wählen.

Meist besteht aber auch ein Zusammenhang mit Tierischem Eiweiß und Industriezucker, sowie sogenannten schlechten Fetten.

Das am Besten auch weglassen.

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Kommentar von mimixxxxx
10.11.2016, 17:17

Ich habe es auch schon mit Vollkorn, Buchweizen, Mais, Reismehl etc. versucht...
Nichts hat geholfen:/
Trotzdem danke:)

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Es gibt eine Art 'weizenallergie' meiner Mutter hat soetwas... Sie ist jetzt einfach kein Weizen mehr... Probiers mal damit

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Kommentar von mimixxxxx
10.11.2016, 17:15

Wie gesagt, ich vertrage Weizen nicht, alle anderen Mehlsorten allerdings auch nicht.
Als ich versucht habe mich weizenfrei zu ernähren ging es mir auch nicht wirklich besser...
Aber danke für die Antwort:)

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Ist natürlich sehr unangenehm, aber noch unklar mit dem Mehl.

Glutenunverträglichkeit ist ja jetzt modern und glutenfreie Lebensmittel bringen odentlich Geld ein.

Ist wa nun egliches Mehl (Weizen, Roggen) oder nur Weizen?

Ich verbacke gerne Dinkelmehl und gelegentlich Buchweizenmehl, auch manchmal Maismehl, alles meist als Vollkorn. Muss ich zwar nicht, aber es schmeckt!

Vielleicht kannst du das als Alternative vertragen. Bäcker haben so etwas selten, aber selber Backen macht ja auch Spaß, wenn man die Zeit dazu hat.

Passende Rezepte findet man im Netz genügend

Guten Appetit!

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Kommentar von mimixxxxx
10.11.2016, 17:36

Nein, es geht nicht nur um Weizen, ich vertrage anscheinend fast kein Mehl, bis jetzt habe ich Weizenmehl, Reismehl, Maismehl, Kichererbsenmehl, Buchweizenmehl, Dinkel etc. probiert.
Keins davon hat mir wirklich gut getan. Gar keine Probleme habe ich wirklich nur, wenn ich gar nichts mit Mehl esse. Auch die glutenfreien Produkte machen es nicht wirklich besser, ein klein wenig vielleicht, aber jetzt nicht unbedingt weltbewegend:p
Danke für die Antwort:)

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Kommentar von mimixxxxx
10.11.2016, 17:48

Das kann ich ehrlich gesagt gar nicht so genau sagen, ich esse eigentlich nur das verarbeitete Mehl (Brot etc.)

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Kommentar von mimixxxxx
11.11.2016, 15:50

Ja der gleichen Meinung bin ich auch... Mehlunverträglichkeit selbst halte ich eher für unwahrscheinlich, die Zusatzstoffe erscheinen mir da schon deutlich realistischer... Nur kenne ich mich leider nicht wirklich damit aus... Es wird langsam mal Zeit einen Spezialisten aufzusuchen:p

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