Ich verletze mich selber kann mir Jemand helfen?

13 Antworten

Hallo Ankribot,

auch wenn Du schreibst, dass es Dir sehr schwerfällt zu reden: Es wäre sicher gut, wenn Du Dich irgendwann dazu durchringen könntest, mit jemandem über Dein Ritzen bzw. dem selbstverletzendem Verhalten (=SVV) zu sprechen. Es sollte jemand sein, der Dich und Dein Problem ernst nimmt und der Dich nicht unter Druck setzt. Wenn Du also jemandem davon erzählst, kann allein das Dir große Erleichterung bringen. Hast Du schon einmal daran gedacht, Deine Eltern deswegen anzusprechen? Wahrscheinlich fällt Dir dieser Schritt nicht ganz leicht und sie mögen nicht gleich so reagieren, wie Du es Dir wünscht. Habe daher Geduld mit Ihnen und sei nachsichtig. Sollte es Dir jedoch nicht möglich sein, vernünftig mit ihnen zu reden, dann hast Du die Möglichkeit, Dich hier zu melden:

- Telefonseelsorge unter der Nummer 0800-1110111 oder 0800-1110222.
Die Mitarbeiter der Telefonseelsorge hören Dir gut zu, nehmen an Deinen Problemen Anteil und können Dich bei Bedarf auch an entsprechende Einrichtungen verweisen. Du kannst Dich hier zu jeder Tages- und Nachtzeit anonym beraten lassen.

- Für Kinder und Jugendliche gibt es eine spezielle Telefonnummer: 0800-1110333 unter der Beratungseinrichtungen verschiedener Art, vor allem solche vom Kinderschutzbund, genannt werden.

- Dann gibt es in jeder Gemeinde den Sozialpsychiatrischen Dienst, der Menschen in psychischen Krisen Beratung und auch weitergehende Hilfen bietet. Oft findest Du diesen Dienst im Gesundheitsamt oder kannst Adresse und Telefonnummer über das Gemeindeamt erfragen.

Was könntest Du immer dann tun, wenn der Drang, Dich zu verletzen, erneut in Dir entsteht? Wenn Du weinen musst, dann versuch es auf keinen Fall zu unterdrücken, denn Weinen kann ein Ventil für das sein, was sich seelisch aufgestaut hat. Körperliche Bewegung, wie joggen, spazieren gehen oder Sport zu treiben eignet sich ebenfalls gut dazu, inneren Stress abzubauen.

Hast Du es schon einmal mit Ablenkung versucht, z. B. mit einem Hobby, Hausarbeiten oder Musik hören? Auch etwas völlig Neues zu lernen (wie z. B. ein Musikinstrument) oder sich kreativ zu betätigen (malen, Gedichte oder Tagebuch schreiben) kann ein wichtiger Schritt sein, der Dich von dem SVV wegbringt.

Falls Du dazu neigst, Dich von anderen zurückzuziehen, wäre es besser, den Kontakt zu suchen. Triff Dich mit Freunden und unternimm etwas mit Ihnen, halte telefonischen Kontakt oder schreibe Dich mit Ihnen über das Internet. Du wirst sicher schon gemerkt haben, dass der Drang, Dich selbst zu verletzen, immer dann am größten ist, wenn Du alleine bist. Vermeide es daher, wenn immer möglich, zu lange allein zu sein und suche den direkten Kontakt zu Dir vertrauten Menschen. Manchen hat es auch schon geholfen, sich ganz bewusst etwas Gutes zu tun. Das könnte ein entspannendes Bad sein, ein leckeres Essen oder eine schöne Tasse Kaffee. Dir fallen sicher noch eine ganze Reihe weiterer Möglichkeiten ein.

Was Dir in der konkreten Situation noch helfen könnte, wären Ersatzhandlungen für SVV. Es geht also um Dinge, die Du Dir zufügst und die einen gewissen Reiz (Schmerzen) auslösen, ohne Dich dabei zu verletzen. Beispiele dafür sind: Ein Gummiband um die Hand wickeln, anspannen und zurückflitschen lassen, kalt duschen, auf etwas Scharfes beißen (z. B. Peperoni etc.) Diese Ersatzhandlungen sind jedoch bestenfalls als eine Zwischenlösung anzusehen, können allerdings nicht das eigentliche Problem beheben oder zu einer Heilung führen.

Eines solltest Du jedoch auch nicht vergessen: Es gibt auf jeden Fall jemanden, der Dich versteht und Dir helfen kann. Ich spreche hier von Gott, von dem Du wahrscheinlich am wenigsten Hilfe erwartest. Sein Interesse gilt jedoch besonders denen, die verzweifelt und schmerzbeladen sind. Das geht sehr deutlich aus folgendem Text in der Bibel hervor: "Weil er seine Zuneigung auf mich gerichtet hat, werde ich auch für sein Entrinnen sorgen. Ich werde ihn beschützen, weil er meinen Namen kennengelernt hat. Er wird mich anrufen, und ich werde ihm antworten. Ich werde bei ihm sein in der Bedrängnis. Ich werde ihn befreien und ihn verherrlichen. Mit Länge der Tage werde ich ihn sättigen, und ich werde ihn die von mir [bewirkte] Rettung sehen lassen" (Psalm 91:14-16).

Viele junge Menschen haben festgestellt, dass ihnen ein enges Verhältnis zu Gott hilft, mit dem Problemen des Lebens besser fertig zu werden. Vielleicht glaubst Du ja gar nicht an Gott. Denke jedoch daran, dass wir Menschen eigentlich mit dem Bedürfnis erschaffen wurden, nach Gott zu fragen. Deswegen ist auch der Glaube ja so alt wie die Menschheit. Erst wenn man sich auf "Entdeckungsreise" begibt, merkt man vielleicht, dass es da vielleicht doch etwas gibt. Ist es nicht einen Versuch wert?

Ich wünsche Dir, dass Du die benötigten Hilfen bekommst, damit Du wieder seelisch gefestigter wirst und die Probleme, die ursächlich für Deine Selbstverletzungen sind, allmählich in den Griff bekommst. Alles Gute und viel Kraft!

LG Philipp

Hallo :D

Wenn ich du wäre , würde ich mit deinen Freunden oder deiner Familie darüber reden. Ich weiß du sagtest dass du es nicht willst, aber man fühlt sich besser wenn man mit jemanden redet der für einen da ist. Es könnte sein dass du im moment viele Gedanken oder etwas in der art hast die dir Angst verursachen. Aber genau in diesen Situationen sollte man sich trauen mit jemanden vertrauten über diese Themen zu reden. Vielleicht findest du dann gemeinsam mit Freunden oder Familie eine Lösung dass du diese Reflexe vermeidest. Ich als außenstehender kann nicht genau wissen was du genau fühlst oder was dir gedanken macht. Aber ich denke es ist eine gute Idee mit Vertrauten Personen darüber zu reden (deine Sorgen von der Seele redest).. Ich hoffe ich konnte dir irgendwie helfen .. Ih drücke dir auf jeden Fall die Daumen und denke du wirst diese Reflexe duch hilfe von Familie oder Freunden los ;D

Inwiefern geht es dir denn schlecht?
Du magst das vielleicht nicht hören, aber es kann wirklich an der Pubertät liegen, dass du dich öfter mal schlecht fühlst oder dir trübsinnige Gedanken machst.

Du sagst, du ritzt dich nur aus einem Reflex heraus? Dann müsste es eigentlich nicht schwer sein, damit aufzuhören, wenn du anfängst, dir die jeweilige Situation, in der du dich befindest, absichtlich bewusst zu machen und zu hinterfragen, ob du das wirklich brauchst.
Wenn nicht, dann ergründe doch mal für dich, warum du es machst, was daran so reizvoll ist und ob du irgendeinen nicht selbstzerstörerischen Ersatz dafür finden kannst.
Ein Grund bei mir war zum Beispiel, weil ich die Farbe des Blutes auf der Haut wunderschön fand. Statt dessen habe ich dann angefangen zu malen^^'

Dass du nicht zum Psychologen willst, kann ich gut verstehen, darauf hatte ich auch nie Lust bzw hat es das eine Mal, wo ich es aus einem sehr spezifischen Grund versucht habe, so ziemlich gar nix gebracht...
Aber es ist trotzdem immer zu empfehlen, seine Gedanken und Gefühle in irgendeiner Weise zu teilen. Am besten ist es natürlich, es jemandem zu erzählen und das muss niemand sein, der dir helfen kann. Aber es hilft dir selbst dabei, zu verarbeiten. (Hast du schon mal über Seelsorge nachgedacht...?)
Wenn du es nicht erzählen magst, kannst du es optional auch aufschreiben. Das muss nicht schön und geordnet sein, schreib einfach drauf los. Das hilft wirklich, wenn auch nur begrenzt.

Und zu deinem letzten Punkt:
Es ist natürlich aus gläubiger Sicht nicht gut, das, was Gott dir gegeben hat, zu zerstören, aber deshalb wird er dich nicht fallen lassen. Sei dir dessen bewusst, dass er bei dir ist in all deinen Problemen und dich nicht allein lässt.
Der Glaube an sich ist ja kein Allheilmittel, deshalb darfst du auch von dir selbst nicht zu viel verlangen. Das macht dich nicht zu einem schlechteren Menschen.

LG

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