Ich und ein paar Banausen wollen einen kleinen Western drehen, habt ihr ne Ahnung wie viel das kostet oder wie realistisch das is?

... komplette Frage anzeigen

4 Antworten

Puuh!! kommt drauf an ich drehe selber Filme habe aber schon das Equipment. Aber hier ist mal eine Liste mit der Ausrüstung die ich empfehlen würde, wenn ihr einen guten Film drehen wollt:

500-600€ für eine gute Kamera könnt aber auch einen billigen Camcorder nehmen.

100-200€ für ein Objektiv (optional)

50€ für einen Billigen Nd Filter (Wenn ihr mit ner 400ter Iso und einer 4er Blende dreht)

60€ für ein Stativ

evt. noch 40€ Für eine Steadycam.

Aber ihr könnt es auch mit einem normalen Handy drehen und eigentlich ist die Kreativität das Wichtigste. 

Lg Leo

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Hey du!

Erst vor Kurzem haben wir eine kleine Filmsequenz für ein Theaterstück gedreht. Ich spiele seit vielen Jahren in einem Laienspielverein und wir peppen unsere Stücke oft und gerne dadurch auf, dass wir an bestimmten Stellen Filmsequenzen per Beamer auf eine Leinwand projizieren. 

Auch im aktuellen Stück ist das eben wieder der Fall. Genau genommen werden vor Beginn des Stückes etwa anderthalb Minuten Film gezeigt und am Ende des Stückes noch einmal ca. drei Minuten. Das stellt quasi den Prolog und den Epilog dar. Das Stück selbst spielt in einem Krankenhaus. Im Prolog sieht man aus der Sicht eines am Boden liegenden Mannes wie zwei Rettungssanitäter versuchen ihn wiederzubeleben. Im Epilog sieht man erst die gleiche Szene, dann wechselt aber die Perspektive und man sieht einen Unfallort mit einem Schwerverletzten auf der Straße, zwei Rettungssanitätern, die sich über ihn beugen, einem Feuerwehrauto, mehreren Passanten, etc.

Wir sprechen also von etwa vier Minuten Bildmaterial. Dafür haben wir einen Monat lang geplant. Wir mussten uns das Feuerwehrauto beschaffen, eine Location suchen, ein Drehbuch schreiben, die Leute zur rechten Zeit an den rechten Ort bestellen, eine gute Kamera finden, jemanden finden, der mit der Kamera umgehen kann, jemanden finden, dem wir das alles erklären und der uns das Filmmaterial dann nachbearbeitet, Kostüme beschaffen, Requisiten beschaffen, etc. 

Als wir das alles hatten, haben wir uns an einem Samstag um zehn am vereinbarten Ort getroffen. Alle waren pünktlich da und wir hatten eine genaue Vorstellung davon, wie es am Ende aussehen soll. Unsere Kameraleute hatten auch schon vorher ein Briefing bekommen und wussten, was wir wollen. Wir haben alle Fahrzeuge an die richtige Stelle gefahren. Das hat gedauert. Denn erst sah es auf der Kamera dann gar nicht so aus, wie wir uns das gedacht hatten. In der Zwischenzeit haben sich die Schauspieler ihre Kostüme angezogen. Für die war es leider nicht lustig, denn der Film sollte im Hochsommer spielen, dementsprechend waren die Kostüme und es schien zwar die Sonne, aber es hatte grade mal 15 Grad. 

Wir haben dann den Teil gedreht, der aus der Sicht des am Boden liegenden gefilmt wird. Die Kameraleute mussten erst einmal ausprobieren, wie das wirkt, wie sie sich am besten positionieren, etc. Das haben wir gefühlt hundertmal gedreht. Dazwischen haben wir immer wieder angeschaut, was gefilmt wurde und Instruktionen gegeben, was wir gern wie anders hätten. Alle anderen konnten die meiste Zeit nur rumsitzen und auf ihren Einsatz warten.

Danach haben wir den Rest gedreht. Wir hatten Glück und jemand hatte gute Connections, deswegen hatten wir sogar jemanden da, der eine Drohne hatte. Damit haben wir dann nochmal hundert Aufnahmen gedreht, bei denen zuerst ganz nah die Unfallstelle gezeigt wird und dann das Bild langsam in die Vogelperspektive übergeht. Hier mussten die Schauspieler jedes Mal genau das gleiche machen, also hundert Mal von A nach B laufen und dabei skeptisch auf den Unfall schauen, zum Beispiel. 

Es gab noch einige andere Einstellungen. Jede einzelne hat ewig gedauert. Erst alles herrichten, dann ausprobieren, dann verändern, dann nochmal drehen, dann nochmal schauen, ...

Am Nachmittag gegen fünf waren wir dann endlich fertig. Der, der Ahnung vom Schneiden hat, hat das dann alles mitgenommen. Tonnen von Filmmaterial. Das musste er alles sichten, sich raussuchen, was passt und dann so zusammenschneiden, wie wir es ausgemacht hatten. Nach zwei Wochen haben wir die erste Rohfassung zu sehen bekommen. Daraufhin musste er noch viel ändern, alle paar Tage gabs eine neue Version, immer gabs Kleinigkeiten, die wie anders wollten. Manche Sachen konnte er nicht so machen, wie wir uns das gedacht hatten, weil er zu wenig Filmmaterial hatte. 

Jetzt - drei Monate später - haben wir eine Version, die wir benutzen können, die aber immer noch nicht das ist, was wir uns anfangs gedacht hatten. Man kann so etwas hundertmal erklären, jeder hat eine andere Wahrnehmung und nie kommt exakt das raus, was man sich gedacht und erklärt hat.

Und jetzt nochmal zusammengefasst: für vier Minuten fertiges Bildmaterial haben wir vier Monate Arbeit investiert und das Ergebnis ist immer noch nicht perfekt. Was ich sagen will: Unterschätzt nicht, wie viel Arbeit so ein Film macht! Das macht enorm Spaß, keine Frage, aber es ist auch sehr, sehr zeitintensiv. Und am Ende kann es sein, dass das Ergebnis immer noch nicht euren Vorstellungen entspricht. 

Mal abgesehen davon, dass ihr jemanden braucht, der Equipment hat, der sich mit Schneidesoftware auskennt, der die auch beherrscht, der Zeit hat, ... Also wir haben das mit Freiwilligen gemacht, die kein Geld dafür genommen haben. In unserem Theaterverein gibt es Gottseidank ein paar davon. Sonst hätten wir wohl allein für den mit der Drohne mehrere hundert Euro bezahlt, für zehn Sekunden Bildmaterial, das am Ende zu sehen ist...

Trotzdem: viel Erfolg!

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Das teuerste habt ihr ja schon mittlerweile haben Handys eine krasse schärfe was Videos angeht wen einer von euch gut mit Video Editors ist passt alles

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

N Pferd is schonmal jut

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Was möchtest Du wissen?