Ich übe einen Minijob auf 450 Euro Basis aus. Ich war von Dezember 2016 bis April 2017 krankgeschrieben, also 5 Monate. Verfallen die anteiligen Urlaubstage?

2 Antworten

Nein. Tun sie nicht.

Der letzte Absatz ist für Dich dann wohl der wichtigste...

Was aber passiert mit Ihren Urlaubsansprüchen, wenn Sie erkranken oder
gar im Urlaub krank werden? Erkranken Sie während Ihres Urlaubs, werden
die Tage, an denen Sie krank waren, als Urlaubstage gutgeschrieben.
Diese stehen Ihnen zu einem späteren Zeitpunkt zur Verfügung.

Wichtig
zu wissen: Sie können Urlaubsansprüche nur dann geltend machen, wenn
Sie wieder gesund in den Betrieb zurückgekehrt sind. Ihr Urlaub
verlängert sich nicht automatisch, sondern endet so wie ursprünglich
beantragt. Die Tage der – durch ärztliches Attest nachgewiesenen –
Arbeitsunfähigkeit während des Urlaubs werden nicht auf den
Jahresurlaubsanspruch angerechnet. Das bestimmt der § 9 aus dem
Bundesurlaubsgesetz (BUrlG). Sie haben Anspruch auf die übliche
Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall. Die wegen der Erkrankung nicht in
Anspruch genommenen Urlaubstage können Sie nur über einen neuen
Urlaubsantrag nutzen.

Grundsätzlich steht Ihnen ein angemessener bezahlter Jahresurlaub zu,
der im laufenden Kalenderjahr gewährt und genommen werden sollte. Wie
viele Tage das sind, ist im Bundesurlaubsgesetz (BUrlG) genauestens
geregelt. Danach haben Sie einen gesetzlich verankerten Mindestanspruch
auf Erholungsurlaub pro Jahr. Das sind 20 Werktage bezogen auf eine
Fünftagewoche und 24 Werktage bei einer Sechstagewoche. Je nach Arbeits-
oder Tarifvertrag, können es auch mehr Tage sein. Schwerbehinderte mit
einer Fünftagewoche haben fünf Tage mehr Jahresurlaub

Wer über Monate oder Jahre krank ist, verliert nicht gleich seine
Urlaubsansprüche. Das Bundesarbeitsgericht (BAG) hat 2012 entschieden,
dass bis 15 Monate nach Ablauf des Urlaubsjahres noch der
Urlaubsanspruch im Krankheitsfall geltend gemacht werden kann. Das heißt
ganz konkret, dass Ihr Urlaubsanspruch, wenn Sie länger krank waren,
auch ohne entsprechende tarifvertragliche Grundlage erst am 31. März des
übernächsten Kalenderjahres verfällt (BAG, Az.: 9 AZR 353/10). Dieser
Zeitraum wird auch Übertragungszeitraum genannt.

Die Unverfallbarkeit setzt aber voraus, dass der Urlaub bis zum 31.03. des übernächsten auf das Anspruchsjahr folgenden Jahres - hier also bis zum 31.03.2018 - nicht genommen werden kann!

Der Fragesteller war aber nur bis zum April 2017 krankgeschrieben. Er muss den Urlaub aus 2016, den er wegen Erkrankung nicht bis zum 31.03.2017 nehmen konnte, aber unverzüglich nehmen, sobald er wieder arbeiten kann und das betrieblich möglich ist!

Nebenbei:

Dein Text ist unschwer als Zitierung zu erkennen - wenn auch nicht als solche gekennzeichnet.

Du solltest dann aber auch unbedingt die Quelle aus dem Internet benennen ( https://www.arag.de/auf-ins-leben/arbeitsrecht/urlaubsanspruch-bei-krankheit/ ).

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Verfallen die anteiligen Urlaubstage?

Nein - oder besser: Zunächst einmal nicht.

Wenn Du Deinen Urlaub aus dem Kalenderjahr 2016 wegen Erkrankung nicht bis zum ende des Übertragungszeitraums (31.03.2017) nicht nehmen kannst, verfällt er nicht, was ansonsten nach dem Bundesurlaubsgesetz BUrlG § 7 "Zeitpunkt, Übertragbarkeit und Abgeltung des Urlaubs" Abs. 3 der Fall ist.


Zwar galt diese Verfallbarkeit bis vor wenigen Jahren auch für Urlaub, der wegen Erkrankung bis dahin nicht genommen werden konnte, das wurde jedoch durch eine Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs EuGH und eine Übernahme durch die deutsche Rechtsprechung geändert. Seitdem verfällt Urlaub, der wegen Erkrankung nicht genommen werden kann, erst zum 31.03. des übernächsten auf das Anspruchsjahr folgenden Jahres, also erst nach 15 Monaten:

Ist ein Arbeitnehmer aus gesundheitlichen Gründen an seiner
Arbeitsleistung gehindert, verfallen seine gesetzlichen Urlaubsansprüche
aufgrund unionsrechtskonformer Auslegung des § 7 Abs. 3 Satz 3 BUrlG 15 Monate nach Ablauf des Urlaubsjahres (im Anschluss an EuGH 22. November 2011 - C-214/10 - [KHS]).

(Leitsatz 2 im Urteil des Bundesarbeitsgerichts BAG vom 07.08.2012, Az. 9 AZR 353/)


Aber:

Du warst bis April 2017 krankgeschrieben. Du musst dann den Urlaub unverzüglich - soweit das betrieblich möglich ist - nehmen, nachdem Du wieder arbeiten kannst. Du kannst den Urlaub aus 2016 also nicht beliebig bis zum 31.03.2018 mit Dir "rumschleppen", denn die Übertragbarkeit bis zum 31.03.2018 gilt nur dann, wenn du den Urlaub vorher nicht nehmen konntest!

Nimmst Du den Urlaub nicht, obwohl Du ihn hättest nehmen können, verfällt er.

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