Ich suche eine angemessene Einleitung für Buddhismus Interessierte am besten als Ebook variante. Wer kann mir was empfehlen?

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6 Antworten

Ich bin Buddhist und helfe dir gerne weiter. :-)

Die grundlegenden Informationen kannst du bereits aus dem Wikipedia-Artikel ziehen - inklusive der Legende und der Aufspaltungen.

Legende

Siddharta wuchs als Fürstensohn in Luxus auf, erkannte, dass dies nicht Leiden, Alter, Krankheit und Tod verhindert und suchte nach der wirklichen Ursache für das Leiden und wie man dieses beenden kann.

Wie im Hinduismus üblich, versuchte er es als Asket, quälte seinen Körper durch fasten und anstrengende Meditationen - erkannte aber, das weder Luxus noch totale Vergeistigung der richtige Weg sind.

Durch den "Mittleren Weg" - Meditation in Verbindung mit einem ausgewogenen Lebensstil - erreichte er schließlich das Erwachen. Nun wurde er "Buddha" (der Erwachte) genannt.

Seine Einsichten und die Praxis der Meditation lehrte er seinen Schülern.

Der Buddha starb im Alter von 80 Jahren an einer verdorbenen Speise. Man ist sich uneins, ob es Schweinefleisch, oder ein von Schweinen bevorzugter Pilz war.

Lehre

Seine Erkenntnisse formulierte er in den "vier edlen Wahrheiten" und die Anleitung zur Überwindung des Leidens als "edlen achtfacher Pfad".

Neben Meditation ist das ethisch richtige Verhalten Teil dieser Lehre - durch die Einhaltung der fünf Sittlichkeitsgelübde (Panchasila) soll das Verursachen von Leiden verringert werden.

Buddha sprach nie über Gott, die Schöpfung, oder Übernatürliches. Er war der Ansicht, es gebe Fragen, die man eben nicht beantworten könne.

Diese Dinge sind gemeinsame Grundlage aller Buddhisten, egal welcher Tradition sie sich zugehörig zählen.

Spaltung

Nach dem Tod des Buddha gab es mehrere Konzile, auf denen seine mündlich gehaltenen und später niedergeschriebenen Reden gegliedert wurden.

Außerdem gab es schließlich die große Spaltung in die beiden Hauptströmungen des Buddhismus - Theravada und Mahayana.

Theravada

Der Theravada-Buddhismus ist der Buddhismus alter Schule. Hier spielen die Lehrreden des Buddha im so genannten Palikanon und die Ordensregeln des Vinaya eine besondere Rolle.

Das Ideal ist der Arhat - ein Mensch der durch eigene Anstrengung zum Erwachen gelangt ist und nach dem Tod aus dem Kreislauf der Wiedergeburten (Samsara) ausscheidet, um im Nirvana  zu verlöschen.

Menschen die keine Mönche und schließlich Arhats werden, können sich jedoch durch Unterstützung der Mönche verdient machen.

Mahayana

Diese "Selbsterlösung", mit der man sich nur selbst aus dem Kreislauf der Wiedergeburten befreit, war einigen Buddhisten zu egoistisch.

Sie bezeichneten den Theravada kritisch als "Hinayana" (kleines Fahrzeug), da nur die eigene Befreiung im Vordergrund stehe.

Sie selbst formulierten das "Mahayana" (große Fahrzeug) in dem niemand Mönch werden muss und auch die eigene Befreiung nicht an erster Stelle steht.

Das Ideal ist der Bodhisattva - jemand, der zwar das Erwachen erfährt, aber freiwillig auf das endgültige Verlöschen im Nirvana verzichtet, sondern im Kreislauf der Wiedergeburten bleibt, um allen Wesen zum Erwachen zu verhelfen - also eine Art Entwicklungshelfer.

Innerhalb des Mahayana wurden teilweise die strengen Regeln des Vinaya gelockert, oder Verworfen und es wurden andere Schriften als wichtiger angesehen.

Außerdem wird neben Siddharta auch andere Buddhas, sowie die Bodhisattvas als Lehrergestalten und Vorbilder verehrt.

Formen des Buddhismus

Der Mahayana-Buddhismus spaltet sich in viele verschiedene Traditionslinien auf. Jede dieser Richtungen vermittelt die Lehre des Buddha auf andere Weise, mit anderen Schwerpunkten und anderer Meditationspraxis.

Dadurch kann man also jenen Zugang zum Buddhismus wählen, der den persönlichen Bedürfnissen am meisten entspricht. Hier drei bekannte Hauptströmungen.

Im Amitabha-Buddhismus ist die Wiederholung einer Verehrungformel für den Buddha des Mitgefühls, die wichtigste Form religiöser Praxis.

Im Nichiren-Buddhismus ist die Verehrung der Schrift des Lotossutras die wichtigste religiöse Praxis.

Im Zen-Buddhismus ist die Sitzmeditation die zentrale Praxis. 

Innerhalb dieser Formen gibt es weitere Untergruppen mit jeweils unterschiedlichen Schwerpunkten und Lehren.

Der Mahayana-Buddhismus ist deutlich stärker auf Laien ausgerichtet, als der Theravada-Buddhismus, was die Bildung von neuen Gemeinschaften begünstigte.

Vajrayana

Das Vajrayana (Diamantfahrzeug) ist eine Sonderform des Mahayana-Buddhismus, die so ungewöhnlich ist, dass sie meist extra genannt wird.

Hier glaubt man, durch bestimmte Meditationsformen und Rituale gezielt positive Eigenschaften und Fähigkeiten entwickeln zu können.

Da diese Lehren oft nur direkt vom Lehrer zum Schüler weitergegeben werden, spricht man auch vom "esoterischen Buddhismus".

Das Vajrayana ist, je nach Form, von hinduistischen Zeremonien und schamanischen Riten beeinflusst, so dass hier auch "magische" Aspekte eine Rolle spielen, die in der Lehre des Buddha eigentlich nicht auftauchen.

Das war jetzt mal ein Buddhismus-Crashkurs, bei dem ich natürlich nicht auf alle Einzelheiten eingehen konnte. Anhand der Stichworte solltest du aber weitere Informationen sammeln können.

Bailey1989 02.09.2016, 03:46

Ich danke sehr für deinen Rat.

Die Geschichte von Siddharta und wie er zu Buddha wurde habe ich gestern in einer Dokumentation gesehen. Da wurde auch erklärt das er den Mittelweg durch den Gitarrenunterricht zwischen Meister und Schüler beobachtete. Bei dieser Dokumentation habe ich rausgehört, das er für Dinge wie Gott und die Schöpfungstheroie oder dem Übernatürlichen eher erklärte was diese Dinge nicht sind.

Ich weiß nicht ob deine Antwort das ist was ich suche. Vielleicht erwarte ich von einem einzelnden Buch auch zu viel. Irgendwie suche ich den Anfang eines roten Fadens dem ich folgen kann. 

Allerdings sind die 4 edlen Wahrheiten eine Richtung die ich gehen kann um einen Anfang selber zu beginnen. Auch die Spaltung empfinde ich als sehr viel versprechen. 

Grüße :-) 

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Enzylexikon 02.09.2016, 12:25
@Bailey1989

Ich weiß nicht ob deine Antwort das ist was ich suche

Präzisiere wenn möglich deine Frage, dann werde ich versuchen, dir weiter zu helfen.

Vielleicht erwarte ich von einem einzelnden Buch auch zu viel

Die Frage ist, was genau du erwartest.

Ein rein wissenschaftliches Werk zur historischen Entwicklung des Buddhismus ist eher intellektueller Natur.

Der Text eines buddhistischen Lehrers wird dagegen eher eine Form der buddhistischen Lehre vermitteln.

Irgendwie suche ich den Anfang eines roten Fadens dem ich folgen kann

Die Frage wäre wieder, wohin? Was willst du erfahren?

Allerdings sind die 4 edlen Wahrheiten eine Richtung die ich gehen kann um einen Anfang selber zu beginnen

Das wäre dann tatsächlich die buddhistische Lehre, die dich interessiert und nicht so sehr der historische Kontext.

Die vier edlen Wahrheiten und der edle achtfache Pfad sind wie gesagt die Grundlage aller buddhistischen Strömungen.

Wenn man bereits bei der Beschäftigung mit diesen Themen meint, das sei nichts, womit man selbst etwas anfangen kann, braucht man meiner Meinung nach gar nicht groß weiterzulesen.

Manche finden bereits die Vorstellung, dass jede Form von Existenz als Wesen leidvoll sei, für sich selbst inakzeptabel.

Ein Hinweis noch:

Gerade weil es unterschiedliche Formen des Buddhismus gibt, sollte man sich bei Büchern und Filmen immer darüber informieren, welche Form des Buddhismus dort präsentiert wird.

Sonst bekommt man womöglich einen verzerrten Eindruck, wenn man sich zB lediglich von der Exotik gefangen nehmen lässt.

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Kuck mal hier: de.wikibooks.org vielleicht gibt es da ein Buch, das ganze kann man sich auch downloaden (nur bei mir funktioniert das nicht:( ), und wenn du am Handy bist: de.m.wikibooks.org ich kann dir aber nicht versichern ob dort etwas ist.

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