Ich suche die beste private Krankenversicherung-

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4 Antworten

Hallo,

bevor man nach der besten privaten Krankenversicherung sucht, sollte man für sich selber klären, ob eine private oder gesetzliche Krankenversicherung besser ist.

Der Vergleich GKV - PKV ist grds. ein lebenslanger Vergleich. Das heißt, es ist erforderlich alle späteren möglichen Veränderungen mit in den Vergleich einzubeziehen, z.B. "Gründung/Vergrößerung einer Familie" und Verringerung der Einnahmen.

Auch bei folgenden Änderungen bleibt man in der PKV:

Kurzarbeit, unbezahlter Urlaub/Sabbatjahr, stundenweise Arbeit nach längerer Arbeitsunfähigkeit, Bezug von Krankentagegeld, späteres (Zweit-)Studium, Frührente wegen Erwerbsminderung, Altersrentner, Hausmann, Auszeit wegen Kindererziehung -> in diesen Fällen sind die PKV-Beiträge in unveränderter Höhe weiterzuzahlen.

Ggf. sind zusätzliche Beiträge für Kinder oder den nichtberufstätigen Ehegatten zu zahlen.

Die Beiträge für den (später evtl. nicht berufstätigen) Ehegatten (ohne Alg-Bezug)werden in der GKV grds. nach der Hälfte der Einnahmen des PKV-Ehegatten berechnet (§ 240 SGB V letzter Absatz). Wenn die Ehefrau chronisch krank ist, ist ein Beitritt zur PKV oft ausgeschlossen.

Auch Scheidung und ggf. erneute Heirat/Stiefkinder können gravierende Auswirkungen haben.

Für Kinder sind pro Kopf Beiträge zu zahlen. Die Leistungen für die Kinder sind dann oft auf die Tarife für die Eltern begrenzt. Hier sind unter dem Suchbegriff "PKV" viele Erfahrungen von Betroffenen vermerkt:

rehakids.de/phpBB2/forum21.html

Bei den Leistungen sollte man neben vielen anderen besonders auf folgende Punkte achten:

• Reha/Kur (z.B. nach Herzinfarkt, Schlaganfall, Krebs, Unfällen ...)

• Hilfsmittel: Katalog der GKV:

http://www.gkv-spitzenverband.de/krankenversicherung/hilfsmittel/hilfsmittelverz...

Hilfsmittel erreichen schnell 4- und teilweise 5-stellige Beträge.

• Psychotherapie (Anzahl und Erstattungshöhe)

• Heilmittel (z.B. Krankengymnastik, Sprachtherapie, Ergotherapie), z.B. nach Schlaganfall

-> Heilmittelarten und Erstattungshöhe

• für Arbeitnehmer Krankentagegeld: Wenn dieselbe Krankheit wiederholt auftritt, braucht der Arbeitgeber insgesamt nur 42 Tage Entgeltfortzahlung zu leisten. Wenn das Krankentagegeld immer erst ab dem 43. Tag gezahlt wird, entsteht ggf. eine längere finanzielle Lücke.

Man kann "PKV-Experten" auch eine Testfrage stellen: "Brauche ich als Arbeitnehmer eine Absicherung für Kur/Reha?" Wenn die Antwort lautet, dass das nicht erforderlich ist, da die Rentenversicherung für Arbeitnehmer die Kosten trägt, ist das nur die halbe Antwort. Als Rentner (auch Frührentner) besteht später dann keine Absicherung mehr. Die spätere PKV-Absicherung für Reha wird dann unmöglich bzw. (fast) unbezahlbar sein.

In der PKV werden Leistungen erstattet, wenn das sie das Maß des Notwendigen nicht übersteigen. Was das "Maß des Notwendigen" ist, prüft die Versicherung, wenn man Rechnungen einreicht. Der Leistungserbringer hat aber trotzdem einen Anspruch auf Vergütung. Im Übrigen werden - je nach Tarif - oft nur schulmedizinisch anerkannte Methoden erstattet.

§5 Absatz 2 und § 4 Absatz 6 PKV-Musterbedingungen:

pkv.de/recht/musterbedingungen/mbkk2009.pdf

Wenn man im Krankheitsfall Probleme mit einem PKV-Unternehmen hat, kann man praktisch nicht mehr zu einem anderen Unternehmen wechseln. Jede andere Versicherung wird einen voraussichtlich wegen der Erkrankung ablehnen (oder gravierende Risikozuschläge erheben). In der GKV sind die anderen Krankenkasse verpflichtet, einen aufzunehmen, und man hat ab dem 1. Tag den vollen Leistungsanspruch (ohne Zuschläge).

Vielleicht interessant:

focus.de/finanzen/versicherungen/krankenversicherung/tid-5429/krankenversicherung-zehn-irrtuemer-ueber-die-privatenaid52165.html

bundderversicherten.de/app/download/BdV-PKV-Broschuere.pdf

pkv-ombudsmann.de/

(unter Tätigkeitsberichte sind häufige Beschwerden von PKV-Versicherten aufgelistet)

Wenn die PKV günstiger als die GKV ist, profitiert der Arbeitgeber zur Hälfte von der Ersparnis. Wenn die PKV (früher oder später) teurer als die GKV ist, trägt man als Versicherter die Mehrkosten allein (Arbeitgeber oder Rentenversicherung beteiligen sich daran nicht): § 257 SGB V und § 106 SGB VI

Ähnlich ist es mit dem Steuerrecht. Wenn man niedrigere Beiträge zahlt, kann man steuerlich weniger absetzen. Das Finanzamt spart mit.

Die Gesundheitsfragen im PKV-Antrag sind immer 100% korrekt anzugeben: Gab es in den letzten Jahren irgendwann Rückenbeschwerden? Gab es Knieeinschränkungen? Oder Kopfschmerzen? Oder eine Erkältung mit Husten? Nicht angegebene Erkrankungen können auch nach Jahren zum Verlust des Versicherungsschutzes führen.

.test.de/Formulare-der-Privaten-Krankenversicherer-Diagnose-unklar-166...

Die Kosten einer Versicherung bestehen immer aus den gezahlten Beiträgen und den nicht versicherten Leistungen.

Die Entscheidung hat vermutlich lebenslange Auswirkungen und sollte daher genauso gründlich wie z.B. ein Hauskauf angegangen werden.

Viel Erfolg bei der Entscheidung!

Gruß

RHW

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"Die beste" gibt es nicht.

Hängt immer auch ein bisschen von Lebensplanung, beruflicher Stellung (Angestellter über JAEG, Selbständiger, Beamter) sowie eventueller Familienangehöriger und deren Einkommenssituation an.

Wenn nicht arbeitende Ehepartner und/oder Kinder vorhanden sind, fliegen diese durch den Wechsel auch allesamt aus der Familienversicherung. Man müsste für jeden einen eigenen PKV Vertrag machen.

Entscheidend sind auch Einstiegsalter und Gesundheitszustand , ob der Wechsel überhaupt sinnvoll ist.

Dann kommt noch das Thema Altersrückstellung und das wird oft gewaltig unterschätzt. Es gibt PKV Tarife die sind in den letzten 3 Jahren fast 100% teurer geworden. Billig ist hier definitiv die falsche Vorraussetzung!

Die Wahl des Systems und auch des Anbieters, so es denn das System PKV sein soll, sind ähnlich gut zu überlegen wie ein Hauskauf.

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Hallo, der Wechsel in die PKV bringt zukünftig u.U. erhebliche Nachteile für Dich, weil Du in aller Regel nicht mehr in die GKV zurückkehren kannst.

Darüber hinaus ist zu beachten, wie Deine derzeitige familiäre Situation ist (vh,Kinder) und oder wie sich dies zukünftig ändern soll. In der PKV gibt es keine Familienversicherung und ab gewissen Einkommenshöhen muss der Partner evtl. mitsamt den Kinder auch in der PKV gegen entsprechende Beitragszahlung mitversichert werden. Dann kann sich die erhoffte Einsparung schnell in die andere Richtung entwickeln.

Du musst Dir unbedingt ein vom jeweiligen Vermittler ein ausführlich ausgefülltes und von ihm unterschriebenes Beratungsprotokoll aushändigen lassen. Da müssen alle Vor- und Nachteile aufgeführt sein, sonst macht er sich evtl. Dir gegenüber schadenersatzpflichtig. Bitte lasse Dich in diesem Fall unter keinen Umständen mit einer Verzichtserklärung abspeisen.

Hier eine sogenannte "beste Krankenversicherung" zu nennen ist leichtfertig. Ein seriöser Vermittler wird Dir hier keine Antwort geben können, weil es zuviele Unterschiede in den Leistungen und Beiträgen gibt. Und das Leistungskonzept muss auf Dich weitestgehen zutreffen, sonst ist es eine Falschberatung

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haengt von deiner konstitution ab und was fuer dich wichtig ist. laesst sich pauschal nicht sagen.

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