Ich soll aus Sicht von zwei Philosophen begründen ob die Menschenrechte relativ sind ?

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4 Antworten

Da würde ich als erstes Epikur vorschlagen, der gegen Platon und die Idealisten festgestellt hat, dass Recht und Gesetz Regelungen sind, die sich die Menschen gegenseitig geben. Das verbietet es, einseitig von Rechten zu reden, denn die Gegenseitigkeit bedeutet, dass andere die mit den Rechten der einen verbundenen Pflichten einlösen müssen. Natürlich kann man großartig Rechte erklären, wenn man darauf verzichtet, sich den Kopf darüber zu zerbrechen, wer diese Rechte denn einlösen und Pflichten und Kosten tragen soll.

Genauso schlimm - in den Augen der Idealisten - wie Epikur ist John Stuart Mill - ein verkappter Epikureer. Er ist - mit einer Frauenrechtlerin verheiratet - sogar für die Rechte der Frauen eingetreten. Als Gegenleistung hat er allerdings gefordert, dass die Männer im Geschlechterkampf ihre Machtpositionen räumen müssen. Mehr Rechte für die einen heißt immer auch weniger Macht und Bequemlichkeit für die anderen. Großspurige Menschenrechtserklärungen, die so toll klingen ohne die Bereitschaft, Strukturen der Macht zu verändern, sind reine Augenwischerei. Wenn Menschenrechte erklärt werden, reicht nicht die Erklärung der RECHTE, es muss auch gesagt werden, wo die Pflichten liegen, wer abgeben und die Pflichten einlösen soll. Es gibt keine Rechte ohne Pflichten. Es gibt keine göttlichen Rechte - die Götter haben bis jetzt immer tatenlos zugeschaut - und es gibt keine Naturrechte - die Natur interessiert unser Treiben nicht. Rechte und Pflichten sind zwei Seiten EINER MEDAILLE, mit denen wir ein auskömmliches Miteinander unter uns Menschen gegenseitig regeln. Wenn man sieht, wie Hans Küng mit seiner Idee der Grundwerte aller Religionen so kläglich gescheitert ist, erahnt man, was für ein langer Weg noch vor uns liegt.

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Kommentar von Schnina123
17.12.2015, 18:10

Ich hatte es so verstanden, dass mit der Frage gemeint war, ob sie relativ sind, ob sie gerecht sind? Ist das falsch? Vielen Dank für Ihre Antwort. Haben Sie vielleicht dazu noch einen Hinweis?

Dankeschön 

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Karl Marx könnte ich da noch anführen, den dialektischen Materialismus, nach der Recht und Moral nicht losgelöst werden können von der sozioökonomischen Entwicklung des Menschen ("Das gesellschaftliche Sein bestimmt das Bewusstsein"). Vereinfacht formuliert, konnten die Menschen im Mittelalter nicht die Rechtsvorstellungen haben, wie wir sie heute machen. Das Eigentumsrecht beispielsweise setzt eine Wirtschaftsweise voraus, in der Produkte privat angeeignet werden.

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Die Ver­let­zung sozia­ler oder kul­tu­rel­ler Men­schen­rechte führt regel­mä­ßig auch zu einer Ver­let­zung der poli­ti­sche und bür­ger­li­chen Menschenrechte.

Der Grund­satz der Unteil­bar­keit der Men­schen­rechte ist damit der Gegen­part zu ihrer Uni­ver­sa­li­tät: Men­schen­rechte müs­sen immer, über­all und alle gelten.

Men­schen­rechte gel­ten abso­lut, nicht rela­tiv. Men­schen­rechte sind damit unver­äu­ßer­lich. Kein Mensch kann hier­auf verzichten.

Und schließ­lich: Men­schen­rechte sind keine „Bür­ger­rechte“, son­dern gehen über diese hin­aus. Denn Men­schen­rechte ste­hen jeder­mann unab­hän­gig von sei­ner Staats­an­ge­hö­rig­keit zu.

Menschenrechte entspringen besonderen historischen Situationen, in denen auch Religion eine Rolle gespielt hat, aber weder beschränkt sich ihre Bedeutung auf diese Herkunft, noch ist es notwendig, religiös zu sein, um ihren Anspruch anzuerkennen.

In der Philosophie werden eine Reihe von ganz unterschiedlichen Begründungsvarianten der Menschenrechte diskutiert. Das Auffassungsspektrum reicht von der Leugnung ihrer Begründbarkeit und damit der Existenz von Menschenrechten überhaupt bis zur Überzeugung ihrer absoluten Begründetheit. Dabei variieren je nach philosophischer Position und vertretener Moralauffassung die unterschiedlichen Begründungsversuche. Absolute Begründungen operieren in der Tradition des Naturrechts oder des Vernunftrechts mit dem Begriff der Selbstzweckhaftigkeit des Menschen als eines absoluten Wertes oder mit dem Begriff der Menschenwürde. In der Tradition

http://www.bpb.de/themen/79P35B.html

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Kommentar von Schnina123
17.12.2015, 18:10

Ich hatte es so verstanden, dass mit der Frage gemeint war, ob sie relativ sind, ob sie gerecht sind? Ist das falsch? Vielen Dank für Ihre Antwort. Haben Sie vielleicht dazu noch einen Hinweis?Dankeschön

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Die rechtlichen Menschen Rechte solltest du knicken, denn hiermit ist nun gemeint die Menschenrechte von allen Seiten zu betrachten. Eben nicht nur das oberflächliche zu erläutern sondern auch im inneren schauen. Alles menschlich so zu sagen betrachten.

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