Ich sitze vor meinen Eltern und weine, aber es intressiert sie nicht ... Ist das nicht mies?

9 Antworten

Das kann eine ganze Reihe von Ursachen haben. Aus deiner vorwurfsvollen Darstellung schließe ich, dass du ihr Verhalten als emotionale Kälte empfindest. So etwas ist durchaus möglich. Doch es könnte auch sein, dass sie schlicht verhaltensunsicher sind, wie sie mit so einer Situation umgehen sollen, gerade weil du sie so extrem selten zeigst. Sie sind vielleicht befangen dich zu trösten wie ein Kleinkind, weil sie das altersunangemessen finden. Daher 'flüchten' sie dann lieber in ein ganz deplaziertes Verhalten wie das Fernsehen, was in vielen Familien gleichsam das 'Aspirin' für alle interpersonellen Probleme ist. Ich würde sicher nicht gleich eine 'miese' Attitüde bei deinen Eltern unterstellen, auch wenn dein Leidensdruck erheblich ist. Aber gerade die 'Sprachlosigkeit' macht sich in vielen Familien breit, weil sie so bequem ist. Dialog ist viel anstrengender, fordernder, braucht Engagement und Kraft, macht den Dialogpartner auch angreifbar und verletzlich. Wer da nicht eingeübte sprachliche Routinen zur Verfügung hat, d.h. Strategien beherrscht, um einen guten Dialog aus dem Stand zu führen, der verzichtet lieber darauf und rettet sich in eine Ersatzhandlung wie das Fernsehen.

Entweder ist es ihnen tatsächlich egal - oder sie reagieren nicht darauf, weil sie nicht wissen, was sie machen oder sagen sollen.

Weinst du, weil du dir kein Nasenpiersing stechen lassen darfst? Dann würde ich auch nicht reagieren. Es kommt immer auf den Grund drauf an. Ich würde mal das Weinen weglassen und mit Reden versuchen. Wenn sie dann aber immer noch nicht reagieren, wird es natürlich schwierig, Dann hilft vielleicht nur noch Schreien.

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