Ich muß nach der 3. Thrombose Blutverdünner einnehmen. Welche Erfahrungen habt ihr?

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6 Antworten

Ich nehme seit März Xarelto, vorher hatte ich Innohep und davor Mono-Embolex.

Der große Vorteil bei Xarelto ist für mich, dass ich es nur einmal täglich schlucken und nicht wie bei den beiden anderen spritzen muss. Das Spritzen an sich ist zwar leicht, aber mit der Zeit gehen einem einfach die Stellen an Bauch und Oberschenkel aus, an denen man sich die Spritze setzen kann.

Nebenwirkungen hat jedes Medikament. Welche bei Xarelto vorliegen können, habe ich gerade nicht im Kopf, zieh dafür am Besten den Beipackzettel zurate. Wichtig ist nur, dass du bei Nebenwirkungen deiner Ärztin unbedingt Bescheid sagst - egal, ob es eine Nebenwirkung ist, die aufgelistet ist, oder etwas, von dem du nur vermutest, dass es eine Nebenwirkung sein könnte.

Danke. Ja das zum Spritzen sind die Heparinprodukte. So finde ich Xarelto auch recht praktisch und ich weiß auch nicht ob die Müdigkeit und der Schwindel ab und zu überhaupt von Xarelto kommen. Meine Ärztin weiss darüber Bescheid, nimmt es aber irgendwie nicht so richtig ernst

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@nowalter

Ich habe jetzt mal den Beipackzettel rausgeholt. Unter häufigen Nebenwirkungen werden niedriger Blutdruck (was zu Schwindel führen kann) und verminderte Leistungsfähigkeit (Schwäche, Müdigkeit), Kopfschmerzen und Schwindel aufgeführt. Es könnte also vom Xarelto kommen. Wenn du mit der Beratung durch deine Ärztin nicht zufrieden bist, kannst du auch immer eine zweite Meinung einholen.

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Ich nehme zwar selbst nicht Xarelto, kenne mich aber einigermaßen aus.

Die Sache mit dem Gegenmittel geistert immer mal wieder durch die Medien, aber die wenigsten verstehen, was das bedeutet.

Tatsache ist: Bei einem Mittel, das die Blutgerinnung hemmt, sind Blutungen eine ganz normale und unvermeidliche "Neben"wirkung. Eigentlich ist es die Hauptwirkung, nämlich dass das Blut nicht mehr richtig gerinnt.

Du merkst das daran, dass du länger blutest, wenn du dich in den Finger schneidest, oder dass du viel leichter blaue Flecken bekommst.

Alle Gerinnungshemmer haben diese Wirkung, das müssen sie. Wenn sie die nicht hätten, wären sie nutzlos.

Das Problem ist nur: Was macht man, wenn man eine Verletzung hat und blutet? Dann muss man die Blutung stillen. In den allermeisten Fällen reicht eine normale mechanische Blutstillung aus, wie man sie tagtäglich in jeder Unfallstation oder nach jeder Operation macht: Druckverbände etcetera.

Wenn das nicht reicht, muss man Mittel geben, die die Wirkung der Gerinnungshemmer wieder aufheben - mit dem Risiko, dass dann die Thromboseneigung wieder auftritt.

Für Marcumar gibt es ein spezifisches Gegenmittel, nämlich Vitamin K. Das hebt die Wirkung von Marcumar innerhalb von etwa 24 Stunden auf. Für Xarelto und zwei der anderen drei modernen Gerinnungshemmer gibt es so ein spezifisches Gegenmittel noch nicht.

Aber, und jetzt kommt der Knackpunkt: Die modernen Gerinnungshemmer haben eine kurze Halbwertszeit. genau deswegen muss man sie ja pünktlich nehmen und darf auf keinen Fall eine Tablette vergessen, sonst ist die Wirkung nicht mehr ausreichend gegeben. Das bedeutet aber: Du kannst Xarelto einfach absetzen, und innerhalb von 24 Stunden ist die Wirkung genauso abgeklungen, wie wenn du bei dem lang wirkenden Marcumar das Gegenmittel gegeben hättest.

Bei richtig schweren, lebensbedrohlichen Blutungen ist ein Gegenmittel, das 24 Stunden braucht, sowieso nutzlos. Dann gibt man gefrorenes Frischplasma, dadurch wird die Gerinnungshemmung sofort aufgehoben. Aber das kann man bei Xarelto-Patienten (ebenso wie bei Patienten unter Eliquis oder Lixiana) auch heute schon anwenden, und bei Marcumar-Patienten muss man es in diesen Notfällen auch tun.

Meine Mutter nimmt seit Jahren Pradaxa (auch einen neuartigen oralen Gerinnungshemmer) und ist sehr zufrieden. Sie hatte vorher Marcumar, wollte davon aber unbedingt weg.

Kennst Du Dich auch mit Clexane 0,8 aus???

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@nixawissa

Das ist ein Heparin, das man spritzen muss. Blutungsverhalten wie oben, das haben alle Gerinnungshemmer gemeinsam.

Den Beipackzettel fndest du im Internet.

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http://www.apotheken-umschau.de/Medikamente/Beipackzettel/Xarelto-20mg-Filmtabletten-8461410.html

Da stehen die Nebenwirkungen.

So neu ist Xarelto aber nicht. Ich habe sie schon 2009 bekommen, als mir ein Hüft-TEP eingesetzt wurde. Nebenwirkungen hatte ich keine.

Marcumar kenne ich nicht.

Soweit ich weiß war Xarelto damals nur zur Prophylaxe von Thrombosen bei Hüft- und Kniegelenks-TEP zugelassen, wo man so ein Medikament nur kurz nimmt. Nach ein paar Tagen ist wieder Schluss.

Aber seit einigen Jahren haben die NOAK auch Zulassungen zur dauerhaften Thromboseprophylaxe bei Patienten mit Vorhofflimmern oder nach tiefen Venenthrombosen.

Da reden wir über monate- oder jahrelange Behandlung, und da kommen dann schon öfter mal Nebenwirkungen vor.

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@Pangaea

In Ordnung.

Ich nahm das Medikament allerdings ca. 8 Wochen- auch als ich aus dem Krankenhaus raus war. War sozusagen Versuchskaninchen.

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Hallo. Ich nehme seid 14 Jahren Marcumar und bin bisher gut gefahren. Mein Sohn (8) muss es auch seid 5 Jahren nehmen. Angeborene Gerinnungsstörung. Bei infekten steigt der Wert oft schnell an wodurch ich dann auch Vitamin K geben bzw nehmen muss. Da ich uns beide selbst messe kommen wir recht gut damit klar. Als Nebenwirkung kann bei langzeitbehandlung Osteoporose endstehen. LG 

Ich habe nur mit Marcumar Erfahrung. Musste es mal 9 Monate nehmen. Habe es gut vertragen.

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